Rafael Nadal

Rafael Nadal denkt über Abschaffung des zweiten Aufschlages nach

Rafael Nadal macht sich im Interview mit dem diese Woche erschienenen Socrates Magazin über Regeländerungen im Tennis Gedanken. Der Spanier berfürchtet, dass der Aufschlag bald eine zu wichtige Rolle einnehmen werde.

In einer Frage-und-Antwortrunde auf Twitter im Rahmen des Laver Cups hat Rod Laver laut über Regeländerungen beim Aufschlag nachgedacht. „Das Spiel hat sich verändert wegen der Größe der Spieler. Wenn ich gegen Isner spielen würde und als Returnspieler seinen Kickaufschlag gegenüberstehe, dann würde er über meinen Kopf gehen. Irgendwann müssen sie es erlauben, dass jeder eine faire Chance hat zu spielen. Vielleicht bekommen sie nur einen Aufschlag“, sagte Laver.

Einen ähnliches Gedankenspiel betrieb nun Rafael Nadal, als er im Interview mit dem Magazin Socrates nach möglichen Regeländerungen gefragt wurde. „Ich habe keine konkrete Idee in der Tasche, aber man sollte sich irgendwann mal um den Aufschlag kümmern. Die Spieler werden immer größer und der Aufschlag immer schneller. Wenn man in den kommenden Jahren keine vernünftige Lösung dafür findet, dann befürchte ich, dass sich die Sportart in Zukunft nur noch über den Aufschlag definieren wird. Und das wäre gefährlich“, erklärte Nadal.

Nadal: „Man muss es einfach versuchen”

Der Spanier hält die Abschaffung des zweiten Aufschlages für möglich. „Das wäre keine blöde Idee. Man muss es einfach versuchen und dann beurteilen, ob diese Maßnahme sinnvoll ist. Ich bin für Innovationen. Vielleicht könnte man bei kleineren Turnieren ein paar Reformen einführen“, sagte Nadal.  Zudem plädierte der Weltranglistenerste erneut für eine Veränderung des Weltranglistensystems. „Ich bin Befürworter einer Rangliste, die auf den Ergebnissen von zwei Jahren basiert und nicht auf denen von 52 Wochen. Das ist die beste Möglichkeit, um Spieler vor Verletzungen zu schützen. Darüber mache ich mir inzwischen seit Jahren Gedanken.“

Nadal vermisst zudem in der heutigen Generation ein wenig das Spielgefühl und schaut etwas wehmütig in die Vergangenheit. „Ilie Nastase war schon klasse. Und ich mag das Tennis aus dieser Zeit, weil mehr mit Gefühl und weniger Bumbum gespielt wurde. Es gab ein bisschen mehr Magie. Das Talent und die Taktik hatten eine größere Bedeutung als heute. Das vermisse ich im heutigen Tennis besonders. Auf Sandplatz kann man Punkte noch regelrecht konstruieren, dagegen ist es auf Rasen oder Hardcourt fast unmöglich geworden. Es geht mittlerweile zu schnell.“