Patrick Mouratoglou

Scharfe Kritik von Mouratoglou am Tennis: „Wir sind glanzlos“

Patrick Mouratoglou, derzeit Trainer von Serena Williams und Stefanos Tsitsipas, macht sich Sorgen um die Zukunft des Tennissports. Der Franzose möchte wieder mehr Kontroversen und Emotionen in seiner Sportart haben.

Startrainer Patrick Mouratoglou hat in einem Interview mit der Webseite metro.co.uk den Zustand von Tennis scharf kritisiert. „Wir sind glanzlos. Aber wir können unglaublich aufregend sein. Nick Kyrgios ist der einzige Kerl, der es nicht kontrastarm macht. Deshalb ist jeder an ihm interessiert. Kyrgios gibt den Leuten, was Tennis ihnen nicht gibt. Es ist so simpel“, sagte der Trainer von Serena Williams. Geht es nach dem Franzosen, würde er das Hawk-Eye wieder abschaffen, um wieder mehr Kontroversen in den Tennissport zu bringen.

Patrick Mouratoglou: „Hawk-Eye ist ein Fehler”

„Ich finde, das Hawk-Eye ist ein Fehler. Davor ist McEnroe durchgedreht. Wir hatten Spaß. Nun ist es so: ‚Der Ball ist aus, okay.‘ Das ist glanzlos. Technologie ist großartig. Aber wir wollen nicht, dass alles glanzlos ist. Wir wollen uns streiten, ob der Ball drin war. Wir sind so enttäuscht, weil mein Spieler – und ich spreche als Fan – verloren hat wegen eines schlimmen Stuhlschiedsrichters. Dann hat man etwas, worüber man mit seinen Freunden reden kann. Es gibt eine Kontroverse. Die Leuten schauen zu. Man schaut sich einen Film an wegen Emotionen. Man schaut sich Sport an wegen Emotionen. Wenn man neue Leute zum Tennis bringen möchte, muss man darüber nachdenken, wie man es macht.“

Mouratoglous Ansatz ist es, dass man das Coaching überall erlaubt und dass man den strikten „Code of conduct“ (Verhaltenskodex) auf dem Platz extrem lockert oder abschafft. „Hawk-Eye ist ein Fehler. Kein Coaching ist ein Fehler. Der Verhaltenskodex ist ein Fehler. Ein großer Fehler. Lasst die Leute sie selbst sein auf dem Tennisplatz. Dann haben die Zuschauer die Chance, sie kennenzulernen, sie zu mögen oder nicht zu mögen.“

Patrick Mouratoglou: „Man sollte in seinem Jahrhundert leben”

Auch wenn er bei Serena Williams nicht auf den Platz zum On-Court-Coaching kommt, findet Mouratoglou die Herangehensweise der WTA-Tour, die On-Cout-Coaching einmal pro Satz erlaubt, gut. „Man hat Interaktion. Man lernt die Strategien der Spieler. Man sieht den Spieler in einem Moment mit Emotionen. Das sieht man sonst nie. Ich habe genug von der Perfektion. Niemand ist perfekt. Versuche nicht, etwas zu zeigen, das unecht ist. Die Leute mögen nichts Unechtes.“

Mouratoglou macht sich Sorgen um die Zukunft von Tennis, wenn jetzt nicht Schritte unternommen werden. „Ich spreche nicht über die Spieler. Ich spreche über die Zahlen. Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist das durchschnittliche Alter eines Tennisfans 62 Jahre. Offensichtlich ist die Art und Weise, wie Tennis auf der ganzen Welt geführt wird, nicht der richtige Weg, weil wir junge Leute nicht ansprechen. Wir sprechen alte Leute an. Vor zehn Jahren war das Durchschnittsalter 52. Nun ist es 62. In zehn Jahren wird es 72 sein, wenn wir uns nicht bewegen. Es ist Zeit, zu begreifen, dass Tradition fantastisch ist. Man sollte natürlich etwas Tradition beibehalten, aber man sollte in seinem Jahrhundert leben.“Undercover Nike Daybreak Release Date


  1. Joseph

    Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen.

    Tennis ist jenseits der „Big Four“ auch im Jahre 2019 mit dem ATP-Nachwuchs wie Auger-Alissime, De Minaur, Shapovalov, Tiafoe, Tsitsipas,… und ebensolchem WTA-Nachwuchs aufregend wie selten zuvor.

    Um die Zukunft des Tennis muß man sich m.E. überhaupt keine Sorgen machen.


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