Australian Open – Melbourne

Wieder im Halbfinale von Melbourne: Alexander Zverev zeigt sich vor dem Duell mit Carlos Alcaraz in bester Verfassung. Bild: IMAGO

Australian Open 2026: Zverev im Hammer-Halbfinale gegen Alcaraz

Wieder im Halbfinale der Australian Open: Alexander Zverev hat sein Soll erfüllt und bekommt es nun mit dem Weltranglisten-Ersten Carlos Alcaraz zu tun. 

Mitarbeit Caspar von Wissel

Als Alexander Zverev den Ball seines Gegners Learner Tien im Viertelfinale der Australian Open 2026 im Aus aufkommen sah, war er seinem Traum vom ersten Grand Slam-Titel mal wieder ein Stückchen näher gekommen. Es ist sein insgesamt zehntes Halbfinale bei einem Grand Slam-Turnier und sein viertes in Melbourne. 2024 ging er noch einen Schritt weiter und verlor er erst im Endspiel gegen Jannik Sinner. 2025 bekommt er es nun mit der Nummer eins der Weltrangliste, Carlos Alcaraz, zu tun. Im Finale könnte dann wieder Sinner warten. Keine Frage: Alexander Zverev steht nun vor den schwierigsten Aufgaben, die man im Herrentennis überhaupt gestellt bekommen kann.

Zverevs Weg durch die ersten Runden

Aber der Deutsche hat im Laufe des Turniers gezeigt, dass er sich von Match zu Match steigern konnte. In der ersten Runde traf Zverev auf Gabriel Diallo aus Kanada und musste dabei über vier Sätze gehen. Er verlor den ersten Satz im Tiebreak, steigerte sich dann aber deutlich und gewann die nächsten drei Durchgänge. Das zeigt, dass er auch nach einem Fehlstart ruhig bleiben und sein Spiel anpassen kann. „Ich habe gemerkt das es mit dem Tempo nicht funktioniert und habe dann umgestellt“, analysierte er später.​

In der zweiten Runde spielte Zverev gegen Alexandre Muller. Auch hier setzte er sich in vier Sätzen durch. Die Partie war zwar phasenweise umkämpft, aber Zverev konnte vor allem mit seinem Aufschlag und seiner Grundliniensicherheit überzeugen. In der dritten Runde traf er auf Cameron Norrie und gewann ebenfalls in vier Sätzen. Vor allem in den späteren Sätzen seiner Matches wurde deutlich, dass er körperlich in Top-Form ist.

Der erste Härtetest für Zverev

Im Achtelfinale wartete mit Francisco Cerúndolo ein eigentlich starker Gegner. Zverev gewann dieses Match jedoch glatt in drei Sätzen, auch weil Cerúndolo zu fehleranfällig agierte. Er hatte somit zum fünften Mal in seiner Karriere das Viertelfinale der Australian Open erreicht. Beeindruckend war, dass Zverev in diesem Match viele offensive Akzente setzte. „Ich habe mich in den letzten sechs Wochen viel mit dem aggressiven Spiel beschäftigt“, verriet Zverev im Anschluss. Das konnte man seiner Spielweise auch ansehen. Oft genug hatte er insbesondere nach der wenig zufriedenstellenden Saison 2025 zu hören bekommen, dass er seine grundsätzliche Herangehensweise offensiver ausrichten müsste.

Im Viertelfinale kam es dann zum Duell mit dem US-Youngster Learner Tien. Tien ist 20 Jahre alt, Sieger der ATP Next Gen-Finals 2025 und wird vom alten Fuchs Michael Chang trainiert. In dieser Partie wurde der Weltranglistendritte bislang am stärksten gefordert. Nach knapp drei Stunden Spielzeit und einer 2:1-Satzführung für Zverev drohte ein fünfter Satz. Denn: Tien lag 6:5 vorne und hatte bei 30:40 und Aufschlag Zverev Satzball. Dann aber drehte der Deutsche mächtig auf: Ihm gelangen neun zum Teil spektakuläre Punkte in Folge. Das war die Entscheidung. Am Ende hieß es 6:3, 6:7, 6:1, 7:6 für Zverev.

„Wie er gespielt hat, war absoluter Wahnsinn. Ich habe selten gegen einen Spieler gespielt, der so gut von der Grundlinie war. Ohne meine 24 Asse hätte ich das Match nicht gewonnen, glaube ich. Er hat mich wenig von der Grundlinie spielen lassen, immer die Initiative übernommen, so dass ich immer laufen musste. Sein Level war sehr hoch, es war wirklich schwierig. Ich hoffe, dass es die nächsten zwei Matches weiterhin so klappt“, sagte Zverev zu Eurosport.

Zverev und Alcaraz im direkten Vergleich

SiegerVerliererTurnierJahrResultat
AlcarazZverevCincinnati20256:4 6:3
ZverevAlcarazATP-Finals20247:6 64
AlcarazZverevRoland Garros20246:3 2:6 5:7 6:1 6:2
AlcarazZverevIndian Wells20246:3 6:1
ZverevAlcarazAustralian Open20246:1 6:3 6:7 6:4
ZverevAlcarazATP-Finals20236:7 6:3 6:4
AlcarazZverevUS Open20236:3 6:2 6:4
AlcarazZverevMadrid20236:1 6:2
ZverevAlcarazRoland Garros20226:4 6:4 4:6 7:6
AlcarazZverevMadrid20226:3 6:1
ZverevAlcarazWien20216:3 6:3
ZverevAlcarazAcaoulco20216:3 6:1

Zverev gegen Alcaraz zum 13. Mal

Am Freitag bekommt es Zverev nun also mit Carlos Alcaraz zu tun, der übrigens zum ersten Mal bei den Australian Open in der Runde der letzten Vier einziehen konnte. Im direkten Duell der beiden steht es 6:6. In Melbourne trafen sie erst einmal aufeinander: 2024 im Viertelfinale, Zverev gewann in vier Sätzen. Die Erfahrung spricht womöglich für Zverev. Andererseits hat Alcaraz im Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben. Localhero Alex de Minaur führte er im Viertelfinale nach allen Regeln der Kunst regelrecht vor und gewann 7:5, 6:2, 6:1.

Das Match gegen Zverev wird aber ein anderes. Zverev ist der bessere Aufschläger und wenn er seine Fire-Power zum Glühen bringt, dürfte selbst Alcaraz mehr Probleme als in seinen vorherigen Partien bekommen.