Wer ist Martin Landaluce? 10 Fakten zum spanischen Aufsteiger
Martin Landaluce hat sich als Qualifikant ins Viertelfinale der Miami Open 2026 gespielt. Wir stellen den 20-jährigen Spanier genauer vor.
1. Frühstarter aus einer Tennisfamilie
Martín Landaluce wurde am 8. Januar 2006 in Madrid geboren und wuchs in einer echten Tennisfamilie auf. Schon als kleines Kind kam er viel mit dem Sport in Kontakt, da sein Vater Alejandro als Trainer tätig und früher selbst ein guter Spieler war. Bereits im Alter von etwa einem Jahr hielt er zum ersten Mal einen Schläger in der Hand, und mit drei Jahren begann er regelmäßig zu spielen. Auch seine älteren Geschwister waren talentiert und spielten später auf College-Niveau. Tennis war für ihn daher nie nur ein Hobby, sondern ein fester Bestandteil seines Alltags. Seine Eltern unterstützten und förderten ihn von Beginn an intensiv.
2. Der Vater als Förderer
Schon früh wurde deutlich, dass Landaluce ein besonderes Talent hat. Sein Vater erkannte dies schnell und förderte ihn. Mit neun Jahren startete er ein intensiveres Training und nahm an regionalen Turnieren teil, bei denen er häufig erfolgreich war und viele Matches gewann.
3. Mit 14 Jahren in die Nadal-Academy
Ein entscheidender Schritt in seiner Entwicklung war der Wechsel in die Rafa Nadal Academy auf Mallorca im Alter von 14 Jahren. Kurz nach seiner Ankunft erhielt er die Möglichkeit, mit seinem Idol Rafael Nadal zu trainieren – ein prägendes Erlebnis. In der Folge spielte er sogar mehrfach mit ihm.
Look who is getting ready for the @nextgenfinals at the @rnadalacademy 🔥
VAMOS Martín Landaluce! 💪 pic.twitter.com/YHxCbQOU8C
— Rafa Nadal Academy (@rnadalacademy) December 4, 2025
4. Nadal als Inspirationsquelle
Landaluce betont oft, wie wichtig die Zeit an Rafa Nadal Academy für seine Entwicklung war. Besonders Nadals Einstellung und Disziplin haben ihn stark beeinflusst. „Ich denke, dass ich einen Teil seiner Mentalität übernommen habe, diesen spanischen Kampfgeist. Jemanden wie ihn zu beobachten, mit ihm zu spielen und zu sprechen, seine Ratschläge zu bekommen und ihn täglich beim Training zu sehen – all das ist mir im Kopf geblieben. Als wir zusammen trainiert haben, hat mich besonders beeindruckt, dass er immer alles gegeben und mir großen Respekt entgegengebracht hat: Ich war 15 oder 16 Jahre alt, und er hat mit mir gespielt, als würde er gegen einen Weltranglistenersten antreten. Mein Spiel hat sich dank ihm verbessert und weiterentwickelt, und das zahlt sich heute aus“, sagte Landaluce am Rande der Miami Open.

US Open-Sieger bei den Junioren: 2022 schlug Martin Landaluce (re.) im Finale von New York Arnaud Bailly (li.).
5. Kontakt zu Carlos Alcaraz
Neben Nadal hat er auch Kontakt zu Carlos Alcaraz. Bei Turnieren treffen sie sich regelmäßig und tauschen sich aus. Alcaraz unterstützte ihn insbesondere beim schwierigen Übergang vom Junioren- zum Profitennis und gibt ihm weiterhin wertvolle Tipps. „Rafa und Carlos sind wirklich nette Menschen, die immer bereit sind, das spanische Tennis zu unterstützen und voranzubringen. In den letzten Runden haben sie mir zwar nichts gesagt, aber ich weiß, dass sie da sind, ich weiß, dass sie sich über das, was ich mache, freuen, und ich hoffe, dass ich ihnen weiterhin begegne, um so viel wie möglich von ihnen zu lernen“, sagte Landaluce in Miami.
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6. US Open-Juniorentitel 2022
Das Jahr 2022 markierte seinen großen Durchbruch im Juniorenbereich: Er gewann den Titel bei den US Open. 2023 wurde er im Alter von 17 Jahren die Nummer 1 der ITF-Junioren-Weltrangliste und gewann insgesamt sechs ITF- Junioren-Turniere.
¡Que viene, que viene! 🤫
Primer título ATP Challenger en el torneo de Olbia. ¡CAMPEÓN Martín Landaluce! ⭐️
📸 @ATPChallenger pic.twitter.com/v1Ha3IWEG3
— Wilson Tenis España (@WilsonTenisEsp) October 22, 2024
7. Erste Schritte auf der ATP-Tour
Sein erstes ATP-Challenger-Turnier bestritt er dank einer Wildcard im Januar 2023 auf Teneriffa. Zwar schied er in der ersten Runde aus, doch die Teilnahme war eine wichtige Erfahrung. Ab 2023 verlagerte er seinen Fokus zunehmend auf Profiturniere. Der Einstieg gestaltete sich jedoch schwierig, da das Niveau deutlich höher ist. Er verlor zunächst viele Matches und musste sich erst an die stärkeren, schnelleren und erfahreneren Gegner gewöhnen. 2024 setzte er ein erstes Ausrufezeichen, als er in Miami gegen Jaume Munar gewann. Im gleichen Jahr holte er seinen ersten Challenger-Titel in Olbia, wo er im Finale Mattia Bellucci bezwang.
8. Next Gen-Finals 2025
2025 gewann er sein zweites Challenger-Turnier und spielte sich bis auf Platz 110 im ATP-Ranking vor. Landaluce qualifizierte sich für die Next Gen-Finals der besten Nachwuchsspieler des Jahres. Allerdings gewann er dort keine Partie und schied schon der Vorrunde aus.
9. Durchbruch bei den Miami Open 2026
Als erster Spieler seines Jahrgangs 2006 hat er es nun in Miami ins Viertelfinale eines Masters-1000er-Turniers geschafft. Landaluce, aktuell die Nummer 151 im Ranking, gelangen dabei sechs Siege in Folge: zwei in der Qualifikation und vier im Hauptfeld. Er besiegte unter anderem die beiden Top 20-Spieler Karen Khachanov und Luciano Darderi. Zuletzt schlug er nach Abwehr eines Matchballs auch Sebastian Korda, der zuvor Carlos Alcaraz aus dem Turnier geworfen hatte. Im Viertelfinale (ab 20 Uhr, live bei Sky) bekommt er es heute Abend mit Jiri Lehecka zu tun. Durch seine starken Leistungen steht er nun kurz vor dem erstmaligen Einzug in die Top 100.
Martin Landaluce is the first player born in 2006 to reach an Atp 1000 QuarterFinal. pic.twitter.com/tJ7klDFXiY
— Luca Brancher (@LucaBeck) March 24, 2026
10. Offensiver Spielstil
Landaluce verfolgt einen offensiven Spielstil. Er verfügt über einen starken Aufschlag sowie druckvolle und flache Grundschläge. Er versucht die Ballwechsel aktiv anzugehen und die sie zu diktieren. So will er den Gegner unter Druck setzen und nicht einfach nur auf Fehler warten. Mit einer Körpergröße von 1,93m bringt er physische Vorteile mit und bewegt sich trotz der Größe sehr geschmeidig. Seine Beinarbeit ist für seine Größe bemerkenswert. Auch sein Netzspiel und seine Volleys haben sich zuletzt deutlich verbessert. Auffällig ist zudem, dass er sich besonders auf Hart- und Rasenplätzen wohlfühlt – eher untypisch für einen spanischen Spieler. Sein Verbesserungspotenzial ist noch immens. Vor allem fehlt ihm die Konstanz über ein gesamtes Match. Insbesondere auf Sandplätzen zeigt er sich mitunter zu ungeduldig, was zu unnötigen Fehlern führt. Angesichts seines jungen Alters ist dies jedoch völlig normal.
Salvar una pelota de partido haciendo un resto así.
Valentía al máximo 🥚🥚
Vaya cómo está jugando Landaluce. pic.twitter.com/dkB5UkeL4V
— José Morón (@jmgmoron) March 24, 2026
„Um jede Woche gute Leistungen zu bringen und ein konstantes Niveau zu halten, muss man die gleichen Dinge immer wiederholen“, analysierte Landaluce jüngst in Miami. „Ich habe sehr ruhige Gewohnheiten, die mir helfen, jeden Tag die Dinge ganz normal zu machen. In dieser Woche habe ich mich, was die Verbesserungen betrifft – sowohl im Training als auch in den Matches – nicht dazu verleiten lassen, passiv zu sein oder unter dem Niveau zu spielen, das ich brauche. Ich denke, das ist gegen so starke Gegner entscheidend. Man muss das Match aktiv angehen und an sich selbst glauben.“
