2026 Miami Open – Day 10

Volles Brett: Alexander Zverev steht im Halbfinale von Miami und trifft dort auf Jannik Sinner.

Zverev gegen Sinner: „Will derjenige sein, der die Punkte dominiert“

Im Halbfinale von Miami trifft Alexander Zverev wieder auf Jannik Sinner und will nun endlich seine Negativserie gegen den Italiener beenden.

Was man schon vor dem Ende der Miami Open festhalten kann: Alexander Zverev und Jannik Sinner sind die beiden Konstanten im Rahmen des sogenannten „Sunshine Double“. Beide standen sich zunächst in Indian Wells im Halbfinale gegenüber. Und zwei Wochen später treffen sie in Miami wieder in der Runde der letzten Vier aufeinander (ab Mitternacht, live bei Sky). Bessere Bilanzen bei den beiden US-Großevents haben keine anderen ATP-Profis. Carlos Alcaraz etwa flog nach seiner Halbfinalpleite in Indian Wells gegen Daniil Medvedev schon in der dritten Runde von Miami raus (gegen Sebastian Korda).

Das Duell der Stunde auf der Herrentour heißt also Zverev gegen Sinner. Und natürlich geht der Italiener als Favorit in die Partie. In Indian Wells hatte er 6:2, 6:4 gegen den Deutschen gewonnen, es war sein sechster Sieg in Folge gegen Zverev. Überhaupt: Sinner zeigt sich aktuell in einer extrem starken Hartplatz-Form und hat nun 30 Sätze in Folge auf Masters-1000er-Level gewonnen (Paris-Indoors 2025, Indian Wells und Miami 2026).

Sinner mit Wahnsinns-Winner-Quote

Im Viertelfinale von Miami gegen Frances Tiafoe, das Sinner 6:2, 6:2 gewann, machte er 61 Punkte, wovon 33 direkte Gewinnschläge waren (14 Asse, 11 Vorhände, 4 Rückhände, 3 Volleys, 1 Return). Eine Winner-Quote von mehr als 50 Prozent ist schon unheimlich gut. Sinner kommentierte seine Leistung gewohnt sachlich: „Ich fühle mich hier in Miami sehr wohl, auch wenn die Bedingungen in diesem Jahr etwas schwieriger sind. Mein Fokus liegt darauf mein bestes Tennis zu spielen.“

Zverev aber bestach zuletzt ebenfalls durch tadellose Leistungen. Er bezwang seinen einstigen „Angstgegner“ Francisco Cerundolo im Viertelfinale mit 6:1, 6:2. Zum ersten Mal überhaupt erreichte er in derselben Saison sowohl in Indian Wells als auch in Miami das Halbfinale. „Ich habe das ganze Jahr über davon gesprochen, dass ich versuche, aggressiver zu spielen. Ich habe eigentlich damit geplant, dass ich mir am Anfang etwas schwertun werde, diese Umstellung im Match umzusetzen. Heute hat das aber perfekt geklappt“, erklärte er im Tennis Channel-Interview. Gegen Cerundolo hätte er „sofort viel Druck gemacht“ und ihm „keine freien Punkte“ gelassen.

Zverev will der dominante Spieler sein

Natürlich weiß er, dass sich diese Taktik gegen Jannik Sinner viel schwieriger umsetzen lässt. „Keiner spielt so schnell wie Jannik und keiner bleibt so dicht an der Grundlinie“, lobte Zverev. Aber er hätte seine Lehren aus der klaren Niederlage in Indian Wells gezogen: „Auch wenn es schwer ist, muss ich derjenige sein, der die Punkte dominiert.“ In der kalifornischen Wüste ging die Rechnung vor allem aus einem Grund nicht auf: Zverev servierte nicht gut genug. Und dadurch wirkte sein gesamtes Offensivspiel ziemlich brüchig. „In Indian Wells habe ich schrecklich gegen Jannik aufgeschlagen“, räumte Zverev nun ein.

Ein Knackpunkt war vor allem der zweite Aufschlag. Während Sinner über den Zweiten zu 64 Prozent den Punkt machte, lag diese Quote bei Zverev nur bei 28 Prozent. Der Hamburger muss genau an dieser Stelle zulegen, womöglich auch mehr Risiko eingehen. Denn sobald ein Ballwechsel halbwegs neutral wird, ist Sinner zumeist schneller in der Lage auf volle Offensive umzuschalten und den Punkt zu machen. Er ist dann derjenige, der mit mehr Power und mehr Tiefe spielt. Für Zverev heißt das: Er muss solche Match-Situationen so gut es geht vermeiden. Was natürlich schwer genug ist. Am Ende ist die richtige Balance zwischen Risiko und Kontrolle gerade in den offensiven Momenten ausschlaggebend.

Klar ist: Wer auch immer das Halbfinale gewinnt, wird als Favorit ins Finale einziehen, wo dann der Gewinner der Partie Arthur Fils gegen Jiri Lehecka wartet.