Zverev-Gegner Rafael Jodar: „Er wird sich nicht selbst schlagen“

Rafael Jodar Bild: Imago

Rafael Jodar spielt bei den French Open erst sein zweites Grand-Slam-Turnier.

Mats Wilander, siebenmaliger Grand-Slam-Sieger, schwärmte bereits vor den French Open von Rafael Jodar, der im Viertelfinale der French Open auf Alexander Zverev trifft.

Er ist schon jetzt der Aufsteiger des Jahres: Rafael Jodar stand im Mai 2025 gerade so in den Top 700. Mit dem Einzug ins Viertelfinale der French Open hat der 19-Jährige nun die Top 20 dicht vor seinen Augen. Was für ein kometenhafter Aufstieg innerhalb eines Jahres!

Jodar fordert nun im Viertelfinale der French Open den Weltranglistendritten Alexander Zverev. Für den Spanier wird dies der große Härtetest sein, ob er in seinem erst zweiten Grand-Slam-Turnier schon in der Lage ist für den ganz großen Coup. Einer, der bereits vor den French Open ins Schwärmen kam, als er den Namen Rafael Jodar hörte, ist Mats Wilander.

„Das Interessanteste an Jodar ist seine Einstellung. Ich finde, er hat eine erstaunlich gute Einstellung für jemanden, der so jung ist. Er ist sehr ausgeglichen. Er hat keine Höhen und Tiefen. Seine Einstellung wird mit zunehmendem Alter immer besser und besser werden – und sie ist bereits jetzt großartig. Ich denke, dass er deshalb der perfekte Spieler für ein Best-of-five-Match ist“, sagte Wilander in einer Medienrunde mit tennis MAGAZIN vor Beginn der French Open.

Rafael Jodar: kein klassischer Sandplatzspieler

Was auffällt: Der Madrilene ist kein klassischer Sandplatzspieler. Bei ihm geht es um Tempo, Risiko und Wucht. Sein Stil ist der Gegenentwurf zur spanischen Schule: äußerst früh am Ball, dicht an der Grundlinie, aggressiv ab dem ersten Schlag.

Sein erstes ATP-Turnier auf Sand in Marrakesch Anfang April gewann er gleich. In Madrid spielte er fantastisch gegen Jannik Sinner. In Paris zeigt Jodar nun nicht nur seine spielerischen Fähigkeiten, sondern auch sein kämpferisches Talent. In der dritten Runde gegen Alex Michelsen drehte er einen 1:2-Satzrückstand, im Achtelfinale gegen Pablo Carreno Busta sogar einen 0:2-Satzrückstand.

Wilander über Rafael Jodar: „Er hat den perfekten Stil für Best-of-five”

„Jodar ist ein Spieler, der gegen niemanden verlieren wird, der nicht besser ist als er. Er wird sich nicht selbst schlagen, weil seine mentale Einstellung sehr stark ist. Er spielt über die gesamte Zeit aggressives Tennis, was bedeutet, dass er aufgrund seiner Spielweise Energie sparen kann. Wäre er ein Spieler, der den Ball nur im Spiel hält und bei jedem einzelnen Punkt rennen muss, um Punkte zu gewinnen, wäre es schwieriger. Er ist ein Spieler, der Winner schlagen kann, das sind die besten Spieler für Best-of-five, denn körperlich kann man zwar ein paar Höhen und Tiefen haben, aber mental muss man sehr ausgeglichen sein, und er hat den perfekten Stil für Best-of-five“, analysiert Wilander.

Was im Viertelfinalduell gegen Zverev den Ausschlag geben kann, ist der Aufschlag. Im Vergleich zu Zverev ist der Aufschlag von Jodar noch ausbaufähig, meint Wilander. „Ich glaube nicht, dass sein Aufschlag schon gut genug ist, aber der Aufschlag wird sich mit zunehmendem Alter verbessern. Sinners Aufschlag hat sich mit zunehmendem Alter verbessert, Alcaraz‘ Aufschlag hat sich mit zunehmendem Alter verbessert. Djokovics Aufschlag hat sich mit zunehmendem Alter verbessert, Federers Aufschlag hat sich mit zunehmendem Alter verbessert. Das wird bei Jodar auch noch kommen.“