Aslan Karatsev

Aslan Karatsev im Interview: „Alles begann mit einer glücklichen Fügung”

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Der 28-jährige Russe über seinen rasanten Aufstieg im Jahr 2021, Russlands „goldene Generation“ und sein großes Idol Roger Federer.

Herr Karatsev, 2021 war ein Traumjahr für Sie: Sieg beim ATP Cup mit Russland, Halbfinale als Qualifikant bei den Australian Open, Heimtitel in Moskau, Einzug in die Top 20 und Olympia-Silber im Mixed. Müssen Sie sich kneifen, dass all das kein Traum war? 

Manchmal schon. Das war ein riesiges Jahr für mich. Zunächst der Einzug in die Top 100, dann Top 50, und dann auch noch in die Top 20. Ich habe unglaubliche Spieler bezwungen, darunter Novak Djokovic bei dessen Heimturnier in Belgrad. Die Halbfinalteilnahme in Melbourne sticht heraus. Und die Olympischen Spiele waren sehr besonders. Olympia war viel emotionaler als alle normalen Turniere.

Zu Beginn des Jahres beim ATP Cup haben Ihre russischen Kollegen gesagt, dass man Sie im Visier haben sollte. Zwei Wochen später standen Sie im Halbfinale der Australian Open – als Qualifikant bei Ihrem Grand Slam-Debüt. Wie schauen Sie zurück auf diese zwei Wochen?

Alles begann mit einer glücklichen Fügung. Alle Qualifikanten reisten zusammen aus Doha nach Melbourne und mussten anschließend wegen eines Corona-Falls in harte Quarantäne. Ich hatte Glück, weil ich versehentlich mit Bernard Tomic auf einen früheren Flug gebucht wurde. Dadurch konnte ich in Australien viel trainieren und mit Russland den ATP Cup spielen.

Vor der Corona-Pandemie waren Sie die Nummer 263 der Welt. Was hat sich seitdem verändert bei Ihnen?  

Schon zu Beginn des Jahres 2020 fühlte ich mich richtig gut und verstand das Spiel viel besser. Als das Challenger in Nur-Sultan im März 2020 im Viertelfinale wegen Corona gestoppt wurde, war ich etwas sauer, weil ich mich richtig gut fühlte. In der freien Zeit habe ich viel in den USA trainiert und einige Schaukämpfe gespielt. Dadurch war ich beim Restart der Tour voll im Schlag. Ich erreichte beim ersten Challenger-Turnier das Finale gegen Stan Wawrinka und gewann die nächsten beiden Challenger-Turniere. Dadurch wuchs der Glaube, dass ich es nach oben schaffen kann.

Es gibt eine neue goldene Generation im russischen Herrentennis mit Daniil Medvedev, Andrey Rublev, Karen Khachanov und Ihnen. Wie groß ist der Einfluss untereinander? 

Was Daniil in den letzten Jahren erreicht hat, ist unglaublich. Er ist nah dran, die Nummer eins zu werden. Auch Andrey und Karen haben bereits viel geschafft. Das motiviert mich umso mehr, weil ich sehe, dass meine Kollegen große Gegner besiegen und auch viele Titel gewinnen. 

Wer war Ihr Idol, als Sie aufgewachsen sind?

Roger Federer. Die Art und Weise, wie er spielt, ist fantastisch. Wenn ich mit ihm trainiere, ist das besonderer als mit allen anderen. Er kann all das machen, was er möchte. Ich habe noch nie gegen ihn ein Match gespielt. Ich hoffe inständig, dass Roger gesund zurückkommt und ich noch die Chance dazu bekomme.

Sie wirken immer sehr ernst auf dem Platz. Was bringt Sie zum Lachen? 

Wenn ich eine lustige Geschichte höre, lache ich auf jeden Fall. Keine Sorge. 

Sie lebten als Kind in Israel. Wie ist Ihre Beziehung zu dem Land?

Israel bedeutet mir sehr viel. Ich lebte neun Jahre dort und spreche perfekt Hebräisch. Meine Mutter und Schwester wohnen immer noch in Israel. Leider konnte ich sie länger nicht besuchen wegen Corona.