Moritz Fürste

Ein Match mit Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste

Tennis ist seine zweite große Leidenschaft. Wir haben Hockey-Legende Moritz Fürste zum Duell auf den Court gebeten. 

Es sind 27 Grad, kaum eine Wolke hängt am Himmel, es weht ein leichtes Lüftchen, als ich am späten Nachmittag im Uhlenhorster Hockey-Club im Hamburger Stadtteil Hummelsbüttel ankomme. Viel bessere Bedingungen gibt es nicht für ein Tennismatch. Ich bin verabredet mit Moritz Fürste (33), zweimaliger Olympiasieger im Hockey – eine deutsche Sportlegende, die viel zu erzählen hat. Fürste beendete drei Tage zuvor seine sportliche Karriere. Nun will er im Tennis wieder angreifen. Ein Sport, den er als Jugendlicher intensiv und wettbewerbsorientiert gespielt hat. Während Rafael Nadal bei den French Open um den Einzug ins Halbfinale kämpft, machen wir uns auf dem Weg zum Tennisplatz – entlang der Moritz-Fürste-Allee auf der Anlage. Fürste ist das große Aushängeschild im Verein, das sieht und spürt man überall. 

Als Sportler sind wir schnell beim unkomplizierten „Du“ angekommen. Fürste erzählt auf dem Weg zum Platz, dass er sich für das Match schnell noch seinen frischbespannten Schläger vom Trainer abholt. Einen Schläger, den er vor langer Zeit bei seinem letzten Tennismatch abgegeben hatte. Wir erreichen den Platz, der halb in der Sonne, halb im Schatten liegt. Der Blick fällt in Richtung eines kleinen Häuschens fast direkt neben dem Court. „Hier haben damals die Zverevs eine Zeitlang gewohnt“, sagt Fürste. Alexander und Mischa Zverev wurden im Uhlenhorster HC von ihren Eltern zu Tennisprofis geformt. Fürste spielte mit Mischa zusammen in einer Mannschaft und wurde 2002 Hamburger Meister bei den U18-Junioren. Ich erzähle ihm von unserer Gemeinsamkeit, dass wir beide bei Alexander Zverev senior trainiert haben. Bevor die Zverevs nach Hamburg zogen, gaben sie in meinem Heimatverein, dem Tennisklub Mölln, zwei Jahre lang Training. Meine Bilanz gegen Mischa: drei gespielte Sätze, alle drei Sätze für mich. Allerdings: Ich war 14 und Mischa sieben Jahre alt. Wir beginnen, über die Zverevs zu plaudern. 

Welche Erinnerungen hast du an das Training bei Zverev senior? 

Ich habe meistens mit Mischa bei ihm trainiert. Da war ich 14, 15 Jahre alt. Ich habe durchweg positive Erinnerungen an seinen Vater. Woran ich mich gut erinnere: Wir haben Hamburger Meisterschaften mit der Mannschaft in der Halle gespielt. Mischa und ich traten zum entscheidenden Doppel an. Bei einem Ball bin ich nach meinem Aufschlag nicht schnell genug vorgerückt und habe einen Ball kurz vor der Grundlinie als Volley gespielt. Darüber ärgerte sich Vater Zverev total. Aber so ist er nun einmal: ein Perfektionist auf allen Ebenen. Das ist mir total im Kopf geblieben. 

Wie hast du Alexander „Sascha“ Zverev erlebt?

Sascha war zu klein. Er war vier Jahre alt, als ich aufgehört habe mit Tennis. Es hieß aber immer im Club, dass er mit zwei Jahren schon Vorhand und Rückhand spielen kann. Hauptsächlich habe ich Erinnerungen an Mischa. Er ist drei Jahre jünger als ich. Deshalb wurde ich von seinem Vater damals häufig zum Sparring bestellt. Meine Bilanz gegen Mischa ist 1:1. Die beiden Matches wurden jeweils bei 1:0-Satzführung abgebrochen. 

Bist du noch in Kontakt mit Mischa? 

Ich verfolge die Zverev-Brüder natürlich sehr intensiv. Aber einen regelmäßigen Austausch gibt es nicht. Alle zwei, drei Monate haben wir Kontakt über WhatsApp. 

Wann bist du zum Tennis gekommen?

Der Uhlenhorster HC ist mein Heimatverein, wo Hockey und Tennis angeboten wird. Ich habe mit fünf Jahren angefangen, gleichzeitig Hockey und Tennis zu spielen, weil ich beide Sportarten toll fand, vor allem die Mischung aus Mannschaftssportart und Einzelsportart hat es mir angetan.  

Wie wichtig war dir Tennis als Jugendlicher? 

Tennis war mir damals extrem wichtig. Ich habe dreimal die Woche trainiert, zweimal am Stützpunkt in Hamburg-Marienthal. Tennis ist eine Sportart, bei der man die One-on-One-Challenge hat. Das fand ich besonders reizvoll, auch weil ich den Wettkampf liebe. Aber vor allem haben mir die Medenspiele gefallen. Es hat mir viel Spaß gemacht, in einer Mannschaft zu spielen. 

Warum hast du dich schließlich für Hockey als Sportart Nummer eins entschieden? 

Das lag vor allem am Teamgedanken. Ich war schon immer ein Mannschaftssportler. Meine ganzen Freunde haben Hockey gespielt, auch die meistens Freunde, mit denen ich Tennis gespielt habe. Viele haben beides gemacht. Da gab es keine Trennung zwischen Tennis und Hockey. All meine Freunde haben sich in Richtung Hockey orientiert. Ich bin dann auch dabeigeblieben. 

Glaubst du, dass es zum Tennisprofi gereicht hätte, wenn du dich voll auf Tennis konzentriert hättest? 

Es wäre total vermessen, das zu sagen. Das kann ich nicht sagen, wahrscheinlich müsste ich das verneinen. Ich habe als Teenager aufgehört. Heutzutage muss man als 14-Jähriger schon fast bei einem Grand Slam-Turnier bei den Junioren spielen, damit man Anfang zwanzig durchstartet. Was ich weiß: Ich hätte eine Menge Ehrgeiz gehabt, so weit zu kommen, wie es irgendwie nur geht. 

tM-Redakteur Christian Albrecht Barschel spielte gegen Moritz Fürste Tennis.

Es ist Zeit, Bälle zu schlagen. Das Wetter ist auch zu gut, um nur zu plaudern. Beim Einspielen entdecke ich schnell seine Rückhand als die vermeintliche Schwachstelle. Seine Vorhand hingegen hat richtig Dampf, erinnert mich ein wenig an die von Juan Martin del Potro – flach und sauber. Nach ein paar Minuten startet unser Match. Es geht gut los für mich. Die ersten sechs gespielten Punkte gehen an mich. Das geht etwas zu schnell, denke ich mir. Aber da ist er dann: mein erster Doppelfehler. Von da an läuft das Spiel in die andere Richtung. Nach weiteren Doppelfehlern steht es 1:1. Fürste beginnt nun, seinen Paradeschlag, die Vorhand, immer wieder als Winner in meine Spielhälfte zu hämmern. 2:1 für ihn. Während des Seitenwechsels kommen wir wieder ins Gespräch. Während ich bereits etwas außer Atem bin, merkt man Fürste die Belastung überhaupt nicht an. 

Was fasziniert dich an der Sportart Tennis?

Es ist eine Art der Belastung, die mir Spaß macht. Es sind relativ kurze Intervalle. Es ist zwar anstrengend, aber man ist auch schnell wieder erholt. Du bist beim Tennis ganz viel am Ball im Vergleich zu meiner Sportart Hockey. Da hast du viel weniger Ballbesitz. Im Tennis ist jeder zweite Ballkontakt deiner. Ich mag auch, ähnlich wie im Golf, dieses Gefühl zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Ich kann einen Sensationspunkt machen, aber wenn ich dann einen Doppelfehler folgen lasse, ist der genauso viel wert. Diese mentale Herausforderung an einen selbst ist cool. Tennis ist einfach ein geiles Spiel. 

Man sagt, dass man als Sportler vor allem lernt zu verlieren und mit Niederlagen umzugehen. Stimmt das? Kannst du gut verlieren? 

Ich brauche immer den Wettkampf. Eine Stunde nur Bälle schlagen ist nicht so meins. Das mit dem Verlieren lernen ist Quatsch. Viele sagen, dass es gute und schlechte Verlierer gibt. Das stimmt nicht. Ein guter Verlierer ist einfach nur ein Verlierer. Ein schlechter Verlierer ist ein respektloser Verlierer. Jemand, der aber respektvoll verliert, hat Ehre und weiß im Moment der Niederlage, damit umzugehen. Einen guten Verlierer gibt es aber nicht. Es gibt diesen Spruch: Zeig mir einen guten Verlierer und ich zeige dir einen Verlierer. 

Was können Tennisspieler von Hockeyspielern lernen? 

Es ist die Mischung aus Anspannung und Entspannung, die man im Hockey lernt. Ich glaube, dass viele Tennisspieler in der Turnierphase zu verkrampft sind. Im Sport muss man Wellenbewegungen zulassen. Man kann ein Turnier nicht immer bei hundert Prozent spielen. Deshalb sieht man auch häufig im Tennis, dass bei einem Grand Slam in den ersten Runden einer der Topspieler fünf Sätze braucht. Man kann nicht immer die Topleistung bringen. Das Wichtigste ist, dass man fokussiert bleibt und sich diese Wellenbewegungen zugesteht und nicht auf einmal zusammenbricht, wenn man einmal unten an der Welle angekommen ist und denkt, dass alles bergab geht. Da sind wir als Hockeyspieler immer sehr gut drin gewesen. 

Was war dein erster Tennismoment, an den du dich als Fan erinnern kannst? 

Meine ersten prägenden Erinnerungen waren das Wimbledonfinale 1991 zwischen Boris Becker und Michael Stich und auch das Olympiafinale 1992, als Becker und Stich die Goldmedaillen gewannen. 

Und dein schönster Moment als Tennisspieler?

Das war, als ich bei einem Qualifikationsturnier für eine Einzelmeisterschaft in Hamburg spielte. Es ging über mehrere Tage. Für mich war es ein spektakuläres Erlebnis, weil ich ganz viele Spieler geschlagen habe, gegen die ich sonst immer klar verloren hatte. Es war schön für mich, ins Hauptfeld durchzumarschieren. 

Weiter geht es auf dem Platz. Es ist einer dieser Tage, an denen mein Aufschlag völlig abhandengekommen ist. Es folgen die nächsten drei Doppelfehler. Anna Kournikova, die einmal bei den Australian Open in einem Match 31 Doppelfehler servierte, lässt grüßen. Fürste erkennt schnell, woran es liegt. „Du wirfst den Ball ganz schön weit nach rechts“, ruft er mir zu. Recht hat er, aber wenn einmal der Wurm drin ist… 3:1 für ihn. Aber auch er hat ein wenig mit dem Aufschlag zu kämpfen. Ich verkürze auf 3:2. 

Während des Seitenwechsels stellt Fürste fest, dass beim Einspielen viel mehr Tempo in den Schlägen war als nun im Match und man bei eigenem Aufschlag nicht gerade von einem  Vorteil sprechen kann. Ich stimme ihm zu und beichte meine große Schwachstelle, die mich seit Jahren begleitet: der Aufschlag. Sobald Aufschlag und Return ins Spiel kommen, fällt mein Spiel oft komplett auseinander. Gedankengänge, mit denen er sich als professioneller Hockeyspieler in den letzten Jahren nicht beschäftigen musste. Doch nun will er wieder vermehrt zum Tennisschläger greifen und seine alte Leidenschaft neu entfachen – für die 2. Herren 30 im UHC. 

Ist die Freude über Siege als Mannschaftssportler größer? 

Die Freude ist anders, weil du alles mit deinen Teamkameraden teilst. Das potenziert sich, sowohl im Sieg als auch in der Niederlage. Wenn du einen Titel in einer Hockeymannschaft gewinnst, dann sind 18 Jungs in der Kabine, die genau das gleiche erlebt haben wie du und auf der gleichen Ekstasestufe schweben. Das ist ein ganz besonderes Gefühl und komplett anders, als wenn man alleine einen Titel holt. 

Du hast zweimal Olympia-Gold gewonnen und bist mehrmals Weltmeister geworden. Sticht etwas besonders hervor? 

Jede Medaille, jeder Titel und jedes Turnier hat seine eigenen Geschichten. Das kann man überhaupt nicht vergleichen. Das ist alles auf seine eigene Weise spektakulär. 

Warst du manchmal neidisch auf die Gage von Tennisprofis? 

Nein, das war ich tatsächlich nicht. Ich gönne den Tennisprofis das, sie haben es sich verdient. Es geht mir vor allem darum, dass in vielen Sportarten, vor allem auch im Hockey, viel mehr Geld verteilt werden müsste, als es aktuell der Fall ist. 

Du warst einer der weltbesten Hockeyspieler. Bist du froh, dass du im Gegensatz zu den besten Tennisspielern nicht so in der Öffentlichkeit gestanden hast? 

Das hat mich überhaupt nicht beschäftigt. Es wäre aber auch kein Problem gewesen, wenn ich noch bekannter gewesen wäre. Wenn ich erkannt werde, freue ich mich darüber. Und wenn ich nicht erkannt werde, ist es aber auch nicht schlimm. 

Hast du derzeit einen Lieblingsspieler? 

Natürlich die Zverev-Brüder. Aber ich bin seit Jahren auch fasziniert von Roger Federer. Wir haben bei Olympia ein wenig gequatscht. Zu den deutschen Mädels hatte ich in den letzten Jahren immer wieder Kontakt, weil wir bei Olympia viel zusammen gemacht haben. Angie Kerber habe ich danach auf einigen Events getroffen. 

Es geht wieder auf den Platz. Mein Aufschlag lässt mich weiterhin im Stich. Auch meine gewohnte Taktik, den Ball erstmal langsam ohne viel Tempo im Feld zu platzieren, ihn ans Netz zu locken und auszukontern, geht überhaupt nicht auf. Fürste ist bombensicher auf der Vorhand, umläuft die Rückhand immer wieder, um mich mit einem Inside-Out-Schlag aus dem Feld zu treiben. 4:2 für ihn. Bei seinem Aufschlag bringt er mich zum Lachen, als er Novak Djokovic imitiert und den Ball mehr als zehnmal auftippt. Ich finde kein Rezept, um das Match zu meinen Gunsten zu drehen. Fürstes Vorhand ist nun on fire. Jeder zu kurze Ball von mir wird sofort bestraft. Am Netz zeigt er sein starkes Ballgefühl und lässt ordentliche Passierschläge von mir trocken ins Halbfeld abtropfen. Obwohl ich am Break schnuppere, baut er seine Führung auf 5:2 aus. 

Moritz Fürste

Paradeschlag: Die Vorhand – gerne auch im Sprung
genommen – ist die große Stärke im Spiel von Moritz Fürste.

Der Satz ist schnell zu Ende, nachdem meine Doppelfehlerzahl zweistellig angewachsen ist. Wir einigen uns darauf, weiterzuspielen. Ich nehme mir vor, etwas aggressiver zu agieren. Reinspielen reicht nicht. Fürste hat auf alles eine Antwort. Man merkt, dass er noch voll im Saft steht, während ich gefühlt seit zehn Jahren auf der Suche nach meiner körperlichen und spielerischen Form bin, vor allem auf Sand. Je länger das Match dauert, umso sicherer wird auch Fürstes Rückhand. Er gewinnt auch das vierte Spiel in Folge. 1:0 im zweiten Satz. Ich will mit ihm über Olympia reden und merke schnell, wie wichtig ihm dieses Thema ist. Seine Augen leuchten. Er trägt ein Tattoo der olympischen Ringe auf seinem rechten Bein oberhalb des Knöchels, das er sich nach dem Olympiasieg 2008 in Peking stechen hat lassen. 

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro haben einige Tennisspieler, darunter Alexander Zverev und Stan Wawrinka, auf ihre Teilnahme verzichtet. Kannst du generell einen Olympiaverzicht nachvollziehen? 

Ja und nein. Nein, weil es einem so viel gibt, Olympia hautnah zu erleben. Alexander Zverev würde aus einem Olympia-Erlebnis, völlig unabhängig, wie weit er kommt, noch mal einen ganz anderen Drive ziehen: Begegnungen mit den anderen Sportlern im Olympischen Dorf, sich in der Mensa treffen und täglich mitbekommen, wenn es um Medaillen geht. Ich glaube, dass einige Tennisspieler unterschätzen, was das Erlebnis Olympia für die persönliche Entwicklung und auch für die sportliche Karriere bringen kann. Aber ich kann auch nachvollziehen, wenn es heißt, es passe nicht in den Turnierplan. 

Die Olympia-Bewerbung in Hamburg ist gescheitert. Du hast damals gesagt, dass Sport in Deutschland tot ist. Würdest du das heute auch noch so sagen? 

Ja, das habe ich damals gesagt. Ich glaube, der Sport in Deutschland wird wiederbelebt. Es gab einen Zeitpunkt mit den gescheiterten Olympia-Bewerbungen in Hamburg und München, als man das Gefühl hatte, dass Sport in Deutschland gesellschaftlich offensichtlich nicht die Rolle spielt, die ihm zusteht. Ich glaube aber mittlerweile, es war damals keine Entscheidung gegen den Sport, sondern gegen ein Großereignis. Von daher war meine damalige Aussage vielleicht nicht ganz richtig formuliert. Das Nein zu Olympia war aber völlig falsch aus meiner Sicht und der Sport in Deutschland leidet darunter.  

Was kann man tun, um den Stellenwert von Sport zu verbessern? 

Es geht schon damit los, dass Sport in der Gesellschaft nicht verankert ist. Ich habe kürzlich in einem Interview gesagt, dass es für alles ein Ministerium gibt, aber Sport beim Innenministerium angegliedert ist. Das ist schon sehr seltsam. Wir müssen die Kraft, die der Sport entfalten kann, ernst nehmen und den Sportlern die Wertschätzung beimessen, die sie verdienen. Sport ist eines der wenigen Module, die die Welt verbindet. 

Du bist nun Inhaber einer Kommunikationsagentur. Was würdest du tun, damit Tennis wieder populärer wird? 

Der Fokus muss vor allem auf dem Breitensport liegen, weil es die Millionen sind, die Tennis spielen. Es gibt im Beach­volleyball jede zweite Woche Fun-

Turniere, im Fußball werden Beachsoccer-Cups angeboten. Selbst im Hockey gibt es das. Was ich selten gehört habe, ist, dass es im Tennis Turniere mit Zelten gibt, bei denen man über ein Wochenende zusammen ist. 

Auf dem Platz gibt es weiterhin das gewohnte Muster: Spätestens, als ich Fürste im besten Ballwechsel der Partie zweimal kurzcross aus dem Feld treibe, er meine Bälle problemlos erläuft und ich einen leichten Volley im Netz versenke, denke ich: Heute ist nicht mein Tag. Nachdem ich sein Aufschlagspiel zu null gewinne und auf 1:2 verkürze, müssen wir aufhören. In mir bleibt die Hoffnung, dass ich das Match mit einem besseren Aufschlag noch hätte drehen können. Ich will noch wissen, wie er es finden würde, wenn seine zwei Töchter Emma (knapp drei Jahre alt) und Lotta (knappes Jahr alt) Tennisprofis werden wollen. „Das wäre schön. Das würde ich voll unterstützen“, ruft er mir zu. Er muss direkt weiter auf den Nebenplatz. Das reguläre Training steht an. Die zweite Tenniskarriere von Moritz Fürste hat begonnen.