Zverev zieht nach Sieg gegen Isner in die K.o.-Runde ein

Alexander Zverev: Wir sind Weltmeister!

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Mit seinen Siegen gegen Roger Federer und Novak Djokovic bei den ATP-Finals in London läutet Alexander Zverev eine neue Ära ein. Für das deutsche Tennis bedeutet das mehr Aufmerksamkeit. Es ist ein Vorgeschmack, auf das, was 2019 passieren kann. Für Zverev, den Champion, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er sein erstes Grand Slam-Turnier gewinnt – und die Nummer eins wird. Ein Kommentar von tM–Chefredakteur Andrej Antic.

Die nackten Fakten: 6:4, 6:3 nach 1:20 Stunden. Gegen Novak Djokovic, den viermaligen London-Sieger. Zverev schlug zehn Asse, der Serbe eins. Zverev ist nach Djokovic mit 21 Jahren der jüngste Champion des Jahresabschlussturniers. Er schlug mit Roger Federer im Halbfinale und Djokovic im Endspiel hintereinander zwei der besten Spieler der Historie. Zverev ist der erste Deutsche seit Boris Becker 1995, der den Titel bei der Tennis-WM holt. 23 Jahre ist das her.

Zverevs Sieg – es ist auch ein Triumph über die Geister der Vergangenheit. Becker, Stich – das war einmal. Wenn künftig über deutsche Champions geredet wird, fällt der Name Zverev. „Die Zukunft ist jetzt“, titelte die ATP, als er 2017 in Rom sein erstes Masters-Turnier gewann. Und jetzt? Ist Zverev im Spiel um die großen Titel in der Gegenwart angekommen. Und wie!

Das Besondere an seinem bislang wichtigsten Sieg ist auch, dass ihn niemand in diesem Jahr erwartet hätte. Zu platt schien Zverev in der Gruppenphase, zu dominant Djokovic. Im Round Robin-Match gegen den Serben schienen die Chancen auf einen Titelgewinn auf Zwergenmaß zu schrumpfen. Im Finale war Zverev dann der bessere Spieler. Er schlug Djokovic von der Grundlinie, was kaum einer für möglich gehalten hätte. Die langen Ballwechsel diktierte nicht der zehn Jahre Ältere, sondern Zverev. Die Taktik des Deutschen: Djokovic permanent auf der schwächeren Rückhand festnageln. Und oft durch die Mitte schlagen, um dem Gegner keine Winkel zu geben.

Zverev als Identifikationsfigur

Randnotizen. Was zählt: Zverev ist auf dem Weg zur Identifikationsfigur. Für Zehntausende von Talenten, die ihm nacheifern, wird er zum Vorbild. Was Angelique Kerber mit ihrem Wimbledonsieg ausgelöst hat, geht weiter. Momente wie London 2018 sind die, die nicht nur die Hardcore-Fans miterleben, sondern alle, die Tennis längst nicht mehr auf dem Schirm hatten.

Tennis in der Tagesschau. Tennis auf den Aufmachern der Tageszeitungen. Tennis als Topthema morgens im Büro. Das Schwächeln der Sportart Nummer eins, Fußball – zumindest in der Nationalmannschaft – ist die Chance für andere Sportarten, wieder an Bedeutung zu gewinnen. Die finale Heldenstory 2018 haben nicht Toni Kroos & Co. geschrieben, sondern ein Tennisspieler: Alexander Zverev.

Wir sind Weltmeister!