Fabio Fognini

Australian Open: 5 Kurzgeschichten zu Tag 3

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am dritten Tag der Australian Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse und Randgeschichten im Melbourne Park.

John McEnroe spendet für jeden Satzgewinn von Kyrgios

Nick Kyrgios hat mit seinem Einsatz für die Opfer der Buschfeuer in Australien eine Lawine unter den Tennisspielern ausgelöst. Der Australier war treibende Kraft bei der Benefizveranstaltung der Topstars zu Beginn der Australian Open. Kyrgios kündigte zu Saisonbeginn an, dass er 200 Australische Dollar für jedes Ass, dass er während seiner Turniere in Australien schlägt, an die Opfer der Buschfeuer spenden werde. Bei seinem Auftaktsieg gegen Lorenzo Sonego bei den Australian Open schlug der Australier 14 Asse – bedeutet 2.800 Australische Dollar. Im anschließenden On-Court-Interview würdigte John McEnroe den Einsatz von Kyrgios und versprach, 1.000 Australische Dollar für jeden Satz, den Kyrgios bei den Australian Open gewinnt, zu spenden. Wenn das kein Anreiz für den Australier ist? Im Achtelfinale könnte Kyrgios auf Rafael Nadal treffen.

Reporter bringt Amanda Anisimova zum Weinen

Amanda Anisimova spielte sich letztes Jahr im Alter von 17 Jahren mit dem Einzug ins Halbfinale bei den French Open ins Rampenlicht. Der tragische Tod ihres Vaters und Trainers Konstantin Anisimov, der kurz vor den US Open an einer Herzattacke verstarb, riss die US-Amerikanerin aus dem Leben. Anismova spielte bei den Australian Open ihr viertes Turnier nach dem Tod ihres Vaters und verlor in drei Sätzen gegen die Kasachin Zarina Diyas. Nach der Niederlage brach Anisimova in der Pressekonferenz in Tränen aus, als ein australischer Reporter nach dem Tod ihres Vater fragte. Ob sie sich immer noch verunsichert fühle, wollte der Reporter wissen. „Müssen wir darüber wirklich reden so schnell nach einem Match reden“, sagte Anisimov, ehe sie in Tränen ausbrach. „Die Dinge sind immer noch ziemlich schwer, aber ich war aufgeregt, bei den Australian Open zu spielen, da es mein Lieblings-Grand-Slam-Turnier ist“, sagte Anisimova. Als ein US-Reporter den Vorfall öffentlich machte, bezog Nick Kyrgios Stellung. „Das macht mich so wütend. Habt ein Herz und fühlt bitte. Das ist nich fair. Kopf nach oben, Amanda.“

Verletzter Fabio Fognini schafft persönlichen Grand Slam

Für Fabio Fognini war der gestrigen Erstrundensieg gegen Reilly Opelka ein emotionaler und ein schmerzvoller. Am Montag startete die Partie, in der der US-Aufschlagriese mit 2:0 in den Sätzen in Führung ging. Fognini ließ seinen Frust am Spielgerät dermaßen aus, dass er sich an seiner Schlaghand verletzte. Wegen des Regens musste die Partie am Dienstag zu Ende gespielt werden. Der Italiener siegte schließlich in fünf Sätzen und präsentierte in der Pressekonferenz später seine verletzte Hand. Durch den Sieg nach 0:2-Satzrückstand schaffte Fognini seinen persönlichen Grand Slam, indem er nun bei allen vier „Major“-Turnieren dieses Comeback schaffte. „Ja, ich habe den Grand Slam geschafft. Fast wie Rafa, Nole und Roger. Einen etwas anderen, aber es ist okay“, sagte Fognini, der sein bestes Comeback bei den US Open 2015 hinlegte, als er Rafael Nadal nach 0:2-Satzrückstand besiegte – Nadals bislang einzige Niederlage nach 2:0-Satzführung bei einem Grand-Slam-Turnier.

Novak Djokovic findet Samantha Stosur nicht stylisch genug

Novak Djokovic ist seinem achten Titelgewinn bei den Australian Open einen Schritt näher gekommen. Der Serbe zog mit einem klaren Dreisatzsieg gegen den Japaner Tatsuma Ito in die dritte Runde ein. Vor Turnierbeginn in Melbourne nahm sich Djokovic Zeit für ein Ratespiel mit World Wide Sports. Dabei mussten er und sein Gegner mit drei Fragen eine Person des öffentlichen Lebens erkennen. Djokovic wählte Stosur aus, sein Gegenüber nahm Djokovic. Als der Serbe danach gefragt wurde, ob die betreffende Person stylisch genug ist, um das Werbegesicht einer hochwertigen Modefirma ist, überlegte Djokovic lange mit einem Schmunzeln und entschied sich dann, dass Stosur nicht stylisch genug ist. Djokovic konnte sich letztendlich selbst nicht erraten, weil sein Spielpartner ihn als ruhig auf dem Platz bezeichnete.

Serve Value: Neues Statistiktool in Melbourne

Was macht einen guten Aufschlag aus? Bei den Australian Open wurde eine neue Statistik eingeführt, um den wohl wichtigsten Schlag im Tennis zu messen. Der Serve Value, der von Tennis Australia und der Victoria University entwickelt wurde, misst die Qualität des Aufschlags und kombiniert dabei die Geschwindigkeit, den Spin und die Platzierung auf einer Skala von 0 bis 100. „Das Schöne bei der Messung ist, dass es uns erlaubt, die Qualität eines zweiten Aufschlag in einer besonderen Weise einzufangen“, sagte Marchar Reid von Tennis Australia. Den höchsten Serve Value am ersten Spieltag der Australian Open hatte bei den Herren Sam Querrey mit 96, bei den Damen Serena Williams mit 87.

Rückblick auf Tag 3 der Australian Open

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