Die WTA-Finals in Indian Wells starten am 8. November. Mit dabei: die amtierende Nummer eins: Elena Rybakina.
Im Format „Die Saison von …“ findet Ihr alle Infos über die besten acht Spielerinnen der Saison: Angefangen mit der Saison von Elena Rybakina. Die 27-Jährige reist in diesem Jahr als amtierende Nummer eins und Titelverteidigerin in die kalifornische Wüste.
Im vergangenen Jahr schlug Rybakina die ehemalige Weltranglistenerste Aryna Sabalenka im Endspiel in Riad, Saudi Arabien. Mit 6:3 und 7:6 gewann sie erstmals das prestigeträchtige Saisonabschluss-Turnier.
Erfolgreicher Start in Australian
In der laufenden Saison standen sich Rybakina und Sabalenka nicht nur einmal auf dem Court gegenüber. In zwei der vier Grand Slam-Finals trafen die Kasachin und die Belarussin aufeinander. Zu Saisonbeginn in Melbourne gewann Rybakina ihren zweiten Grand Slam-Titel. Ihren ersten gewann sie 2022 gegen die Tunesierin Ons Jabeur in Wimbledon.
Dreieinhalb Jahre später in der Rod Laver Arena setzte Rybakina sich dann mit 6:4, 4:6 und 6:4 gegen Sabalenka durch. In Melbourne ging die 27-Jährige als Nummer fünf der Setzliste an den Start. Nach ihrem Triumph stand sie auf Rang drei. Die Reise an die Spitze der Weltrangliste war gestartet.
In Indian Wells und Miami musste sich die Kasachin dann jeweils der damaligen Nummer eins, Aryna Sabalenka, geschlagen geben. In Miami im Halbfinale, in Indian Wells gewann die Belarussin das Finale im Tiebreak des dritten Satzes.
Achterbahnfahrt auf Sand und kurze Gras-Saison
Beim Hallen-Sandplatzturnier in Stuttgart wurde Rybakina dann um einen Titel, eine Menge Preisgeld und einen Porsche reicher. Im Finale besiegte sie die Tschechin Karolina Muchova in zwei Sätzen (7:5, 6:1). In Madrid (Achtelfinale), Rom (Viertelfinale) und Paris (zweite Runde) schaffte sie es nicht über die Runde der letzten acht Spielerinnen hinaus.
Auch auf Rasen lief es für Rybakina nicht rund. Im Queen‘s Club in London unterlag sie im Viertelfinale der Britin Katie Boulter. In Berlin musste sie sich im Achtelfinale dem Rising Star der Saison, Alexandra Eala, geschlagen geben. Auch an der Church Road konnte sie ihren Erfolg von 2022 nicht wiederholen. In Wimbledon war in Runde drei Endstation gegen die Belgierin Elise Mertens.
Zurück auf dem Hartplatz kam die 27-Jährige dann wieder auf Erfolgskurs. Bei den National Bank Open in Toronto, Kanada, erreichte sie das Finale, in welchem sie Iga Swiatek unterlag.
Die zweite Hälfte der Saison war zwar erfolgreich, aber geprägt von Verletzungen. Bei den Cincinnati Open brach Rybakina ihr Viertelfinalmatch, in welchem sie erneut auf Swiatek traf, verletzungsbedingt ab (Verletzung an Knöchel und Fuß).
Nummer eins und New York-Champion
Die Vorbereitung auf die US Open verlief demnach alles andere als optimal. Auf den Trainingscourts in New York war Rybakina zunächst nicht zu sehen. Umso unerwarteter war der Lauf, den sie im Big Apple hinlegte. Mit dem Einzug ins Halbfinale sammelte sie genug Punkte und zog an Sabalenka vorbei – an die Spitze der Weltrangliste.
Bild: ImagoNeue Nummer eins und New York-Champion: Elena Rybakina.
Im Finale schlug sie die Belarussin in drei Sätzen mit 6:4, 5:7 und 6:2. Damit ist Rybakina dreifacher Grand Slam-Champion.
Unterschiedlicher könnten Gegnerinnen wohl nicht sein. Sabalenka trägt ihre Emotionen nach außen. Das genaue Gegenteil ist bei Rybakina der Fall. Die Kasachin fällt nicht durch Lautstärke, sondern durch starke Schläge auf. Still und stark wurde sie die Nummer eins der Welt.
Ihr Fokus und ihre mentale Stärke scheinen ihre größte Waffe zu sein. Gekoppelt mit präzisen Grundschlägen, die sie im Finale in New York immer wieder kurz vor die Grundlinie platzierte. Die 1,84 Meter große Spielerin trägt aufgrund ihres dominanten und kraftvollen Aufschlags nicht umsonst den Namen „Ace Queen“ (zu deutsch: Königin der Asse).
Rybakina: „Ich konzentriere mich auf kleine Details“
Über ihre mentale Einstellung während des Matches sagte Rybakina in der US-amerikanischen TV Show „CBS Mornings“, in der sie nach ihrem Sieg im Big Apple zu Gast war: „Mir gehen in so einem Moment viele Gedanken durch den Kopf, aber ich versuche alles andere auszublenden und mich auf jede einzelne Bewegung zu konzentrieren, die ich ausführen muss. Wenn ich aufschlage, zähle ich im Kopf, denn es kommt auf das Timing an. Ich konzentriere mich auf diese kleinen Details und denke nicht zu weit im Voraus über den Ballwechsel nach, sondern konzentriere mich auf einen Punkt nach dem anderen.“
2022 gewann Rybakina in Wimbledon, Ende Januar 2026 wurde sie erstmals Australian Open Champion. Im September diesen Jahres triumphierte sie bei den US Open. Zum Karriere-Grand Slam fehlt ihr also nur noch ein Sieg in Paris. „Das ist definitiv mein nächstes Ziel“, kündigte Rybakina im US-amerikanischen TV an. Grand Slams auf allen Belägen zu gewinnen, „würde ihr alles bedeuten“.
Titelverteidigung in der kalifornischen Wüste?
Vor dem großen Ziel Roland Garros im nächsten Jahr stehen zunächst die WTA-Finals in Indian Wells an. Ob die dreifache Grand Slam-Siegerin ihren Titel aus Riad verteidigen kann, wird sich ab dem 8. November zeigen.
Bild: ImagoStarker Serve in Indian Wells im März: „Ace Queen“ Elena Rybakina.
Ihre Reise in Asien verlief durchwachsen. Bei den China Open verlor sie überraschend ihr erstes Match. In Wuhan trat sie nicht an. In Ningbo verteidigte die 27-Jährige dann erfolgreich ihren Titel mit einem souveränen 6:2 6:2-Sieg im Finale gegen die Kanadierin Leylah Fernandez. Wenig später konnte die Weltranglistenerste ihr Viertelfinalmatch in Tokio wegen einer Nackenverletzung nicht spielen.
Der Fokus liegt darauf, zum Saisonabschluss noch einmal in Top-Form zu kommen. Die Nummer eins zum Jahresabschluss ist Rybakina in jedem Fall sicher. In Indian Wells tritt die Kasachin in Gruppe eins an. Ebenfalls in Gruppe eins sind: Coco Gauff, Jessica Pegula und Linda Noskova.