BB&T Atlanta Open – Day 6

Der Absturz von Jack Sock: Plötzlich ohne ATP-Ranking

Der US-Amerikaner Jack Sock zählte 2017 noch zu den besten zehn Spielern der Welt. Nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe in der ersten Runde des Challenger in Charlottesville wird der Amerikaner zwei Jahre später nicht mal mehr in der Weltrangliste geführt.

Nach vier Einzeltiteln, darunter der des Masters-1000er-Turniers in Paris 2017, und 14 Doppeltriumphen fiel Sock in den letzten Monaten kontinuierlich in der Weltrangliste abwärts. Und das obwohl seine Tenniskarriere zuvor unter so guten Sternen stand. Im Oktober 2012, Sock war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt, wurde der US-Amerikaner erstmals in den Top 200 geführt. Anschließend kletterte er im Ranking stetig nach oben, sodass er bereits neun Monate später zu den besten 100 Spielern der Welt zählte.

Jack Sock 2017: Sieg in Paris-Bercy, Halbfinale ATP-Finals

2017 folgte dann das „Sock-Jahr“: Gleich zu Beginn der Saison sicherte er sich beim 250er-Turnier in Auckland seinen zweiten ATP-Titel (den ersten gewann er 2015 in Houston). Neben dem Erreichen der dritten Runde der Australian Open spielte er sich außerdem in die Halbfinals von Indian Wells (Masters 1000) und Washington (ATP 500) sowie ins Viertelfinale von Miami (Masters 1000) und Basel (ATP 500). Zudem gewann er beim ATP-250-Event in Delray Beach seinen dritten Tour-Titel. Kurz vor Ende des Jahres setzte er sich dann beim Masters-1000er in Paris-Bercy im Finale gegen Filip Krajinovic durch.

Mit diesem Turniersieg qualifizierte er sich für die ATP-Finals in London. Hier verlor er zwar in der Gruppenphase sein Match gegen Roger Federer, konnte sich aber mit Siegen über Marin Cilic und Alexander Zverev für das Halbfinale qualifizieren. Dem späteren Sieger Grigor Dimitrov war er hier allerdings unterlegen.

Jack Sock: Einzug in die Top 10

Der Triumph in Paris brachte Sock 1000 Weltranglisten-Punkte. Die Teilnahme an den Finals in London wurden mit 400 Punkten vergütet. Dadurch kletterte er im November 2017 auf Rang acht der Weltrangliste. Die Platzierung unter den besten zehn Spielern der Welt konnte der Amerikaner allerdings nur knapp drei Monate halten. Anschließend bewegte er sich über acht Monate innerhalb der Top 20, bis er ein Jahr später, im November 2018, von Rang 23 auf Position 105 abfiel.

Grund dafür waren seine unbeständigen Ergebnisse während des ganzen Jahres. Bestenfalls erreichte Sock die dritte Runde eines Masters-Events. Sein bestes Ergebnis war das Erreichen des Viertelfinals beim Masters-1000er in Paris-Bercy, wo er, wie auch bei den anderen Turnieren, seinen Titel nicht verteidigen konnte. 2018 war er schon Lichtjahre von einer erneuten Teilnahme bei den ATP-Finals in London entfernt – zumindest im Einzel.

Im Doppel gestaltete sich seine Saison 2018 deutlich erfolgreicher. Mit sechs Titeln, darunter auch Triumphe in Indian Wells (mit John Isner) sowie in Wimbledon (mit Mike Bryan), qualifizierte sich Sock für die ATP-Finals im Doppel. An der Seite von Mike Byran schloss er das Jahr sogar als Doppel-Weltmeister ab.

WELTMEISTER: Jack Sock und Mike Bryan gewannen die ATP Finals 2018 im Doppel.

Sechsmonatige Verletzungspause für Jack Sock

Nach dem Erfolgsjahr 2017 im Einzel und einer starken Saison 2018 im Doppel folgte 2019 der endgültige Abstieg von Jack Sock. Gleich zu Beginn des Jahres, während der Vorbereitung auf die Australian Open, riss sich Sock zwei Bänder am Daumen seiner rechten Hand. Die Folge war eine Pause von sechs Monaten. Die Verletzung zwang ihn nicht nur vom Tennisplatz fern zu bleiben. Auch im Privatleben war er eingeschränkt, etwa beim Zähne putzen oder beim Öffnen einer Flasche.

Im Juli 2019 kehrte er schließlich auf die Tour zurück. Sock bemerkte allerdings schnell, dass seine Verletzung auch langfristige Folgen für sein Spiel hatte. Besonders sein Paradeschlag, die kraftvolle Vorhand, konnte er nur eingeschränkt spielen. Auch seine körperliche Verfassung war nicht mehr auf dem Niveau, auf dem sie sich zuvor befand. Der 27-Jährige war nicht wirklich austrainiert.

Bemerkbar machte sich dies vor allem an den Ergebnissen der laufenden Saison. 2019 gewann Sock kein Match auf ATP-Niveau. Selbst auf Challenger-Level kassierte er Niederlagen in Runde eins. Sein einziger Lichtblick war der Sieg über Fabio Fognini beim Laver Cup, für den er allerdings keine Weltranglistenpunkte erhielt.

EINZIGER LICHTBLICK 2019: Jack Sock jubelt nach seinem Sieg über Fabio Fognini beim Laver Cup. Trotzdem: Austrainiert sieht anders aus.

Vor genau einem Jahr gewann Jack Sock in Paris-Bercy gegen Malek Jaziri sein letztes Einzelmatch, wofür er Punkte für die Weltrangliste erhielt. Beim Challenger-Turnier in Charlottesville gab er in dieser Woche bei einem Stand von 3:6 gegen den Amerikaner Sekou Bangoura wegen Rückenbeschwerden auf. Da Sock nun über ein Jahr ohne offiziellen Match- und damit auch Punktgewinn ist, wird er in der kommenden Woche nicht mehr in der Weltrangliste geführt werden.

Im Doppel gehört Sock nach wie vor zur erweiterten Weltspitze. Obwohl er 2019 nur fünf Doppelturniere spielte, steht er aktuell noch auf Rang 37. Zuletzt erreichte er mit Partner Jackson Withrow das Viertelfinale bei den US Open.