TENNIS-KUWAIT-ACADEMY

Nadal: So sieht mein perfekter Spieler aus

Rafael Nadal gilt selbst als einer der komplettesten Spieler auf der Tour. Gerade auf Sand scheint er oft unbesiegbar. Nun verriet er in einem Video, wie sein perfekter Spieler ganz persönlich aussehen würde. 

Der Sportsinformationsdienst Sport360 besuchte Nadal kürzlich in seiner Akademie in Kuwait und forderte ihn dazu auf, aus Schlägen und sonstigen Fähgkeiten von Spielern der Tour den perfekten Spieler zusammenzustellen. Das Ergebnis klingt in der Tat erfolgsversprechend. Vor allem die erfahrenen Spieler dominieren in Nadals Auswahl.

Die Stärken von Djokovic und Federer

Auf die Frage, welche Rückhand er für den perfekten Spieler wählen würde, antwortete die spanische Nummer eins wenig überraschend mit Novak Djokovic. Nadal sieht die vielen Optionen, die der Serbe mit seiner Rückhand nutzen kann, als großen Vorteil: „Er ist in der Lage, sehr gut zu verteidigen und die Linie runter anzugreifen.“

Incredible Novak Djokovic backhand shot v Thiem in Rome!

Pick-up of the tournament?!HOW did Novak Djokovic make this…😱🔥

Gepostet von Tennis TV am Samstag, 20. Mai 2017

 

Ein anderer großer Name darf im Zusammenhang mit dem idealen Spieler natürlich auch nicht fehlen: Die Vorhand von Roger Federer ist für Nadal die beste auf der Tour. Der Spanier, der selbst für seine starke Vorhand bekannt ist, begründet seine Auswahl mit dem frühen Treffpunkt des Schweizers und der Möglichkeit, damit von überall zu punkten. Doch der Name des Maestros fiel auch noch ein zweites Mal. Beim Thema „Übersicht“ sieht Nadal seinen langjährigen Konkurrenten ebenfalls ganz vorne, auch aufgrund seiner Fähigkeit, in den richtigen Momenten schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen.

„Wie bei einem Elfmeter im Fußball”

Viele dürften auch mit dem Spanier übereinstimmen, wenn es darum geht, über welchen Aufschlag der ideale Spieler verfügen sollte. Aufgrund der Größe und der guten Technik von Ivo Karlovic empfindet Nadal den Aufschlag des Kroaten als extrem schwer zu returnieren. Einen anschaulichen Vergleich hatte er auch noch parat: „Es ist wie bei einem Elfmeter im Fußball, nur noch etwas schwerer.“ Aktuell hält Karlovic mit über 13.500 Assen den Rekord auf der Herrentour.

Im Bezug auf die Fitness nannte Nadal den Österreicher Dominic Thiem. Seine Ausdauer stellte die aktuelle Nummer vier der Welt erst im vergangenen Monat unter Beweis, als er den Spanier höchstpersönlich im Viertelfinale der Australian Open nach über vier Stunden Spielzeit besiegen konnte.

Ein Spieler, der zwar momentan erneut pausieren muss, aber noch nicht aus der Tenniswelt wegzudenken ist, ist der Brite Andy Murray. Gerade in seiner Schlagauswahl sieht „Rafa“ große Vorteile und verweist dabei auch auf die Erfahrung und das Talent des dreifachen Grand Slam-Siegers.

Spanischer Einfluss

Auch die Einstellung ist natürlich nicht unbedeutend, wenn man dauerhaft erfolgreich sein möchte. Diesbezüglich empfindet Nadal die Haltung seines Landsmannes Ferrer als hilfreich. Der 37-Jährige, der im Mai 2019 vom Profi-Tennis zurücktrat, hatte sich im Laufe seiner Karriere sowohl in Bezug auf sein spielerisches Level als auch hinsichtlich seiner Einstellung zum Tennis stetig verbessert. „Er konnte viele Dinge sehr, sehr gut“, lobte Nadal seinen ehemaligen Kollegen in dem Video.

Auf die Frage, wen er in Bezug auf das Herz und Zielstrebigkeit wählen würde, nannte der 33-Jährige aus Manacor zum einzigen Mal seinen eigenen Namen. „Ich hatte die richtige Entschlossenheit während meiner Tenniskarriere und nach den ganzen Verletzungen, die ich hatte“, gab der Spanier zu.

Das ganze Video gibt es hier:

Auch andere Tennis-Legenden dürfen nicht fehlen

Vor rund einem Jahr hatte Nadal bereits für tennis MAGAZIN seinen perfekten Spieler zusammengestellt. Im Gegensatz zu dem aktuellen Video nannte er damals auch schon länger zurückgetretene Spieler und Legenden.

Während sich Nadals Meinung, beispielsweise bezüglich der Grundschläge, über die letzten Monate nicht geändert hat, nannte der Spanier damals noch die Athletik von Björn Borg als Komponente für den perfekten Spieler. Auch beim Thema „mentale Stärke“ diente der Schwede als Paradebeispiel.

Drei Kategorien, die in dem kürzlich veröffentlichten Video nicht vorkamen, waren die Schläge Volley, Schmetterball und Stopp. Auch hier griff Nadal gegenüber tennis MAGAZIN auf große Namen zurück. In Bezug auf den perfekten Volley brachte er zunächst einen weiteren schwedischen Spieler ins Spiel: Stefan Edberg ist für den Spanier der ideale Volleyspieler.

Der König des Schmetterballs ist hingegen der Amerikaner Pete Sampras, der in seiner Karriere 14 Major-Titel gewinnen konnte. Den Franzose Fabrice Santoro, der vor allem im Doppel erfolgreich war, wählt Nadal aufgrund seines Stoppballs und komplettierte damit sein Bild des idealen Tennisspielers.

Es ist auffällig, dass Nadal viele Legenden des Sports genannt hat, die durch ihre unterschiedlichen Stärken auffallen. Es bleibt spannend zu beobachten, ob diese Wahl in ein paar Jahren, wenn die neue Generation übernommen hat, immer noch genauso ausfallen wird.