2018 French Open – Day Four

French Open: Spiel gedreht! Zverev kämpft sich in Runde 3

Deutschlands großer Hoffnungsträger Alexander Zverev hat sich bei den French Open mit einem Fünfsatzkrimi in die dritte Runde gezittert. Der an Nummer zwei gesetzte Hamburger bezwang am Mittwoch den Serben Dusan Lajovic trotz einer über weite Strecken enttäuschenden Leistung nach 3:24 Stunden mit 2:6, 7:5, 4:6, 6:1, 6:2. Nächster Gegner des 21-Jährigen ist Damir Dzumhur (Bosnien und Herzegowina).

Nach insgesamt 3:24 Stunden Spielzeit verhinderte Zverev damit zumindest vorerst den nächsten frühen K.o. bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Januar war er bei den Australian Open in Runde drei, im Vorjahr in Paris sogar bereits in seinem Aufttaktmatch gescheitert. Zverevs bestes Major-Ergebnis ist bislang das Achtelfinale in Wimbledon 2017. Sein nächster Gegner in Roland Garros ist Damir Dzumhur (Bosnien und Herzegowina).

Dass Lajovic durchaus ein unangenehmer Kontrahent werden könnte, war klar gewesen. Schließlich hatte er sich zuletzt bis ins Viertelfinale des Masters in Madrid vorgespielt und auch in Lyon erst im Halbfinale gegen den späteren Sieger Dominic Thiem (Österreich) verloren. Wie unangenehm der 27-Jährige für Zverev letztlich jedoch war, überraschte aber doch.

Allerdings machte es Zverev seinem Konkurrenten über weite Strecken auch wirklich leicht. Der dreimalige Masters-Sieger agierte ungewohnt fehlerhaft und schaffte es nur selten, druckvoll von der Grundlinie zu agieren. Gleich im ersten Spiel des Tages kassierte er ein Break und verlor anschließend den Satz deutlich. „Er wirkt, als wäre er mit dem Kopf nicht richtig da“, urteilte Boris Becker bei Eurosport.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs bot sich zunächst dasselbe Bild. Zverev fand einfach kein Mittel gegen den mutigen Lajovic und dessen cleveres Sandplatztennis. Aus Zorn über die eigene Leistung zerstörte der Weltranglistendritte sogar seinen Schläger. Erst danach kämpfte er sich mühsam ins Match, schrie nach dem verwandelten Satzball seine Freude heraus.

Doch immer, wenn es schien, als wäre der deutsche Jungstar endlich in der Spur, als würde das Spiel doch noch seinen erwarteten Verlauf nehmen, kippte es erneut. Zverev verlor ein Aufschlagsspiel durch einen Doppelfehler, Lajovic glückte ein Zauberschlag. Erst im vierten Satz übernahm der Favorit die Kontrolle über das Geschehen – und machte auch im Entscheidungssatz schließlich kurzen Prozess.

Zverev ist der erste von insgesamt acht in Paris gestarteten Deutschen in Runde drei. Am Donnerstag könnten ihm sein älterer Bruder Mischa, Jan-Lennard Struff (Warstein) und Maximilian Marterer (Nürnberg) folgen. Dazu ist ein deutsches Frauen-Trio mit Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 11), Angelique Kerber (Kiel/Nr. 12) und Andrea Petkovic (Darmstadt) im Einsatz.