Graf, Becker & Co.: Die 50 besten deutschen Tennisprofis der Geschichte
Zum 50-jährigen Jubiläum von tennis MAGAZIN präsentieren wir die 50 besten deutschen Tennisprofis (Damen und Herren kombiniert) der Geschichte – anhand ihrer Weltranglistenposition.
Am 23. August 1973 wurde die erste computerbasierte Weltrangliste im Herrentennis veröffentlicht. Der Tag glich einer Zäsur im Tennis. Am 3. November 1975 folgte die Einführung der Weltrangliste im Damentennis.
Zum 50-jährigen Jubiläum von tennis MAGAZIN schauen wir auf die Historie des ATP- und WTA-Rankings und präsentieren die 50 besten deutschen Tennisprofis der Geschichte – anhand ihrer Weltranglistenposition.
Rangliste: Die 50 besten deutschen Tennisspielerinnen der Geschichte
Rangliste: Die 50 besten deutschen Tennisspieler der Geschichte
Platz 50: Marlene Weingärtner
Geburtsdatum: 30.01.1980
Bestes WTA-Ranking: 36
WTA-Titel: –
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Australian Open 2002/French Open 2004
WTA-Bilanz: 84:135
Marlene Weingärtner galt als riesengroße Nachwuchshoffnung. Sie stand als Juniorin im Finale der Australian Open, French Open und US Open. Der Übergang zu den Profis gelang ihr fließend. Mit 18 Jahren spielte sie ihr erstes Grand-Slam-Turnier im Hauptfeld. 2003 schloss sie das Jahr als beste Deutsche im WTA-Ranking ab. Nach vielen Verletzungen beendete sie ihre Karriere bereits mit 25 Jahren. Ihr größter Sieg: in der ersten Runde der Australian Open 2003 gegen die zweimalige Titelverteidigerin Jennifer Capriati. Weingärtner arbeitet inzwischen als Ärztin und Osteopathin.
Platz 49: Tatjana Maria
Geburtsdatum: 08.08.1987
Bestes WTA-Ranking: 36
WTA-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Wimbledon 2022
WTA-Bilanz: 169:266
Tatjana Maria ist die Dauerbrennerin im deutschen Damentennis. Wimbledon 2007 stand sie zum ersten Mal im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Knapp 20 Jahre später ist weiterhin als Profi unterwegs. Sie ist für ihren unkonventionellen Spielstil mit viel Slice auf Vorhand und Rückhand bekannt. Maria reist mit ihren beiden Töchtern um die Welt und gewann ihre vier WTA-Titel allesamt als Mutter. Der größte Höhepunkt neben ihren Turniersiegen war der sensationelle Einzug ins Halbfinale beim Wimbledonturnier 2022. 2023 beendete sie das Jahr als bestplatzierte deutsche Spielerin. Ihr großes Ziel in den nächsten Jahren: bei den Australian Open 2028 im Doppel mit ihrer Tochter Charlotte starten.
Platz 48: Philipp Petzschner
Geburtsdatum: 24.03.1984
Bestes ATP-Ranking: 35
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3. Runde Wimbledon 2009/2010
ATP-Bilanz: 88:107
Philipp Petzschner spielte am liebsten aufgrund seines starken Aufschlags, seines giftigen Rückhand-Slice und seines gefühlvollen Volleyspiels am liebsten auf schnellen Belägen. Der Deutsche Meister von 2004 gewann einen ATP-Titel in Wien und stand in zwei weiteren Endspielen auf Rasen. Noch erfolgreicher war er im Doppel, wo er an der Seite von Jürgen Melzer die Grand-Slam-Titel in Wimbledon und bei den US Open gewann. Petzschner arbeitet derzeit als Bundestrainer der Junioren für den Deutschen Tennis Bund.
Platz 47: Benjamin Becker
Geburtsdatum: 16.06.1981
Bestes ATP-Ranking: 35
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale US Open 2006
ATP-Bilanz: 153:220
Benjamin Becker studiere an der Baylor University in den USA, spielte College-Tennis und stieg nach seinem Abschluss (International Business und Finanzen) auf die Tour ein. Er erlangte Berühmtheit als der Spieler, der die Karriere von Andre Agassi beendete – in der dritten Runde bei den US Open 2006. Beim Rasenturnier in ‚s-Hertogenbosch gewann er seinen einzigen ATP-Titel. Zwei weitere Male stand er in einem FInale auf der ATP-Tour. 2017 beendete er seine Karriere. Becker hat drei Kinder und arbeitet als Tennistrainer an der University of Michigan.
Platz 46: Andreas Beck
Geburtsdatum: 05.02.1986
Bestes ATP-Ranking: 33
ATP-Titel: 0
Bestes Grand-Slam-Resultat: 2. Runde Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open
ATP-Bilanz: 41:65
Andreas Beck stand als Junior im Doppelfinale der US Open. Er ist der bestplatzierte deutsche Spieler in der Geschichte des ATP-Rankings ohne ATP-Titel. In Gstaad erreichte er sein einziges Finale auf der ATP-Tour. Der Linkshänder spielte in zwei Partien für das deutsche Davis Cup-Team und gewann zweimal den Deutschen Meistertitel, 2007 und 2014 in der Halle. Beck hat zwei Kinder, ist als Tennistrainer in Stuttgart aktiv und spielt für seinen Heimatclub TC Ravensburg in der Württemberg-Liga.
Platz 45: Martina Müller
Geburtsdatum: 11.10.1982
Bestes WTA-Ranking: 33
WTA-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3. Runde US Open 2002
WTA-Bilanz: 64:114
Martina Müller, Deutsche Meisterin von 1999 und 2005 (Halle), gewann einen Titel auf der WTA-Tour (in Budapest) und schloss 2007 als bestplatzierte Deutsche im WTA-Ranking ab. Im deutschen Fed-Cup-Team sorgte sie im Jahr 2006 mit ihrer Teamkollegin Julia Schruff für einen kleinen Skandal. Schruff und Müller verlangten für ein Antreten beim Spiel in China eine hohe Antrittsprämie und wurden daraufhin aus dem Nationalkader gestrichen. Müller ist B-Trainerin und arbeitet in einem Sportcenter in Hemmingen.
Platz 44: Wiltrud Probst
Geburtsdatum: 29.05.1969
Bestes WTA-Ranking: 31
WTA-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale French Open 1990
WTA-Bilanz: 118:161
Wiltrud Probst, Spitzname „Willi Widdi“, ist der gleiche Jahrgang wie Steffi Graf. Sie war 13 Jahre als Profi unterwegs und stand 37-mal im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Bei jedem der vier Major-Turniere überstand sie die erste Runde, einmal erreichte sie die zweite Woche. Sie gewann zwei Titel auf der WTA-Tour (Wellington und Waregam). Probst arbeitet als Tennistrainerin in einer Tennisschule in Nürnberg, die nach ihr benannt ist.
Platz 43: Jürgen Faßbender
Geburtsdatum: 28.05.1948
Bestes ATP-Ranking: 31
ATP-Titel: 3
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Wimbledon 1973
ATP-Bilanz: 177:168
Jürgen Faßbender erreichte seine Höchstposition im ATP-Ranking bei der Premiere am 22. August 1973. Kurz zuvor feierte er mit dem Viertelfinaleinzug in Wimbledon seinen größten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier. Zwei seiner drei ATP-Titel gewann er in Deutschland, in München und Stuttgart. Mit seinen Landsleuten Karl Meiler und Hans-Jürgen Pohmann bildete er ein erfolgreiches Doppel. Nach seiner Karriere arbeitete Faßbender zunächst als Generalvertreter eines italienischen Sportartikelherstellers, als Kommentator im Fernsehen und als badischer Verbandstrainer. Heute betreibt er den „Sportpark Jürgen Faßbender“ in Eggenstein-Leopoldshafen.
Platz 42: Rolf Gehring
Geburtsdatum: 25.11.1955
Bestes ATP-Ranking: 30
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale French Open 1977/1978
ATP-Bilanz: 119:140
Rolf Gehring erziele seine größten Erfolge auf Sand, wo er zweimal das Achtelfinale der French Open erreichte und seinen einzigen ATP-Titel in München gewann. Seine zwei weiteren Teilnahmen an ATP-Finals passierten ebenfalls auf der roten Asche. 1980, 1981 und 1983 schloss er das ATP-Ranking als bestplatzierter deutscher Spieler ab. Sein größter Sieg: gegen den damaligen Weltranglistenersten Björn Borg. Er gewann zudem zweimal den Deutschen Meistertitel (1979 und 1985 auf Sand).
Platz 41: Hans-Jürgen Pohmann
Geburtsdatum: 23.05.1947
Bestes ATP-Ranking: 30
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale French Open 1974
ATP-Bilanz: 118:124
Hans-Jürgen Pohmann erreichte seine Höchstposition im ATP-Ranking bei der Premiere am 22. August 1973. Kurz zuvor gewann er seinen einzigen ATP-Titel in Berlin im deutschen Finale gegen Karl Meiler. 1974 und 1976 schloss er das ATP-Ranking als bestplatzierter deutscher Spieler ab. Mit seinem Landsmann Jürgen Faßbender bildete er ein eingespieltes Doppel. Nach seiner Karriere war Pohmann viele Jahre als Fernsehkommentator und als Sportchef im RBB aktiv. Für kurze Zeit war er noch Pressesprecher beim Deutschen Tennis Bund.
Platz 40: Petra Begerow
Geburtsdatum: 14.04.1975
Bestes WTA-Ranking: 29
WTA-Titel: –
Bestes Grand-Slam-Resultat: 2. Runde French Open 1994 bis 1997
WTA-Bilanz: 34:66
Petra Begerow ist die bestplatzierte deutsche Spielerin ohne einen Einsatz im Fed Cup. Obwohl sie nur bei den French Open die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers erreichen konnte (viermal in Folge), spielte sie sich unter die Top 30 im WTA-Ranking. In der zweiten Runde bei den French Open 1995 durfte sie gegen ihre Landsfrau Steffi Graf spielen. Begerow, die inzwischen Theuring mit Nachnamen heißt, ist Trainerin beim TC Moers.
Platz 39: Claudia Porwik
Geburtsdatum: 14.11.1968
Bestes WTA-Ranking: 29
WTA-Titel: –
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Australian Open 1990
WTA-Bilanz: 116:145
Claudia Porwik, Deutsche Meisterin von 1990 und 1992 (beide in der Halle), erreichte bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens die dritte Runde. Sie glänzte vor allem bei den Australian Open, wo sie 1988 das Viertelfinale und 1990 sogar das Halbfinale erreichte. Zudem gehörte sie zum Kader der deutschen Titelmannschaft im Fed Cup im Jahr 1987. Porwik ist A-Trainerin und leitet eine Tennisschule beim TSV Altenfurt in Nürnberg.
Platz 38: Iris Riedel-Kühn
Geburtsdatum: 16:03.1954
Bestes WTA-Ranking: 28
WTA-Titel: –
Bestes Grand-Slam-Resultat: 2. Runde French Open/Wimbledon/US Open
WTA-Bilanz: 51:68
Iris Riedel-Kühn wuchs in Brasilien in Rio de Janeiro auf und wurde 1973 brasilianische Meisterin. 1974 kam sie nach Deutschland, lebte in Berlin und spielte fortan unter deutscher Flagge. 1980 und 1981 gewann sie den Deutschen Meistertitel auf Sand. Sie erreichte ein Finale auf der WTA-Tour (in Barcelona). Unter ihrem Mädchennamen Iris Riedel wurde sie mit Platz 28 als bestplatzierte deutsche Spielerin im ersten WTA-Ranking am 3. November 1975 gelistet.
Platz 37: David Prinosil
Geburtsdatum: 09.03.1973
Bestes ATP-Ranking: 28
ATP-Titel: 3
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Wimbledon 2000
ATP-Bilanz: 169:221
David Prinosil spielte am liebsten auf schnellen Belägen. Zwei seiner ATP-Titel (Halle/Westfalen und Newport) gewann er auf Rasen, einen weiteren auf Teppich (Ostrava). Drei weitere Male erreichte er ein Endspiel auf der ATP-Tour. Mit Deutschland gewann er den World Team Cup 1998. An der Seite von Marc-Kevin Goellner gewann er bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta die Bronzemedaille im Doppel. Zudem stand er zweimal im Doppelfinale eines Grand Slam-Turniers. Prinosil ist derzeit als Tennistrainer aktiv.
Platz 36: Meike Babel
Geburtsdatum: 22.11.1974
Bestes WTA-Ranking: 27
WTA-Titel: 0
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3. Runde Australian Open 1993/French Open 1997
WTA-Bilanz: 70:68
Meike Babel erreichte drei Finals auf der WTA-Tour, die sie alle verlor. Nach ihrem Karriereende war sie Assistenztrainerin an der Tulane University und der Vanderbilt University in den USA. 2008 schloss sie ihr Studium an der Vanderbilt University mit einem Abschluss in Human and Organizational Development ab. Babel betreibt unter anderem einen YouTube-Kanal (81.000 Abonnenten), in dem sie Trainings- und Taktiktipps gibt.
Platz 35: Laura Siegemund
Geburtsdatum: 04.03.1988
Bestes WTA-Ranking: 27
WTA-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale French Open 2020/Wimbledon 2025
WTA-Bilanz: 149:159
Laura Siegemund befindet sich derzeit in den Endzügen ihrer Karriere. Nach vielversprechenden Erfolgen bei den Juniorinnen galt sie bereits als „die neue Steffi Graf“. Sie gab mit 14 ihr Profidebüt, konnte aber in der Folgezeit nicht als Profi Fuß fassen. Erst im Alter von 27 Jahren stand sie erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers und gehört seitdem zu den besten deutschen Spielerinnen. Ihr variantenreicher Spielstil wird gleichzeitig geliebt und gefürchtet. Mit 36 Jahren schloss sie das Jahr als bestplatzierte Deutsche ab, mit 37 Jahren erreichte sie sensationell das Viertelfinale in Wimbledon. Siegemund hat einen Bachelorabschluss in Psychologie und hat ein Buch über Psychologie im Tennis veröffentlicht.
Platz 34: Marc-Kevin Goellner
Geburtsdatum: 22.09.1970
Bestes ATP-Ranking: 26
ATP-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale French Open 1993
ATP-Bilanz: 160:194
Marc-Kevin Goellner wuchs in Brasilien als Sohn eines Diplomaten auf und wurde erst mit 16 Jahren in Deutschland wohnhaft. Er bekam in Zeiten des Becker-Booms den Spitznamen „Baby-Bumm-Bumm“ verpasst. Sein Markenzeichen war die nach hinten gerichtete Baseball-Mütze, die er bei jedem Spiel aufsetzte. Er feierte seinen Durchbruch 1993, als er das ATP-Turnier in Nizza im Finale gegen Ivan Lendl gewann. Im gleichen Jahr war er Mitglied der deutschen Davis-Cup-Mannschaft, die den Titel gewann. An der Seite von David Prinosil gewann er bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta die Bronzemedaille im Doppel. Goellner betreibt eine Tennisakademie in Köln.
Platz 33: Mischa Zverev
Geburtsdatum: 22.08.1987
Bestes ATP-Ranking: 25
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Australian Open 2017
ATP-Bilanz: 133:199
Mischa Zverev galt zu seiner Juniorenzeit als größte deutsche Nachwuchshoffnung. Seine großen Erfolge kamen jedoch recht spät in seiner Karriere, etwa mit dem Viertelfinaleinzug bei den Australian Open 2017, wo er die Nummer eins der Welt, Andy Murray, besiegte, sowie mit seinem einzigen ATP-Titel in Eastbourne. Zverev galt als einer der letzten klassischen Serve-and-Volley-Spieler. Auch wenn er sein Karriereende nie offiziell bekanntgegeben hat, ist er seit einigen Jahren nur noch als TV-Experte und Manager seines Bruders Alexander aktiv.
Platz 32: Andreas Maurer
Geburtsdatum: 08.03.1958
Bestes ATP-Ranking: 24
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale French Open 1982, Achtelfinale Wimbledon 1985
ATP-Bilanz: 114:142
Andreas Maurer war ein klassischer Allrounder, der sich auf jedem Bodenbelag wohlfühlte. Auf Sand feierte er seine größten Erfolge mit dem Einzug ins Achtelfinale der French Open, dem ATP-Titel in Madrid und zwei weiteren Finals. Zudem gewann er auf der roten Asche den Deutschen Meistertitel (1984). Er war Mitglied des deutschen Davis Cup-Team, das 1985 das Finale erreichte. Nach seiner Karriere arbeitete Maurer als Tennistrainer und betrieb eine Tennisakademie.
Platz 31: Barbara Rittner
Geburtsdatum: 25.04.1973
Bestes WTA-Ranking: 24
WTA-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Australian Open 2001/French Open 1996
WTA-Bilanz: 220:225
Barbara Rittner triumphierte als Juniorin in Wimbledon. Als Profi erreichte sie fünf Finals auf der WTA-Tour, von denen sie zwei gewann. Sie gehörte 1992 zum Kader beim bislang letzten deutschen Fed-Cup-Titel. Nach ihrem Karriereende war sie 15 Jahre lang Bundestrainerin im Deutschen Tennis Bund sowie zwölf Jahre Kapitänin im Fed Cup. Rittner war einige Jahre Turnierdirektorin beim Rasenturnier in Berlin und arbeitet regelmäßig als TV-Expertin. Zudem gehört sie zum Gründungsteam der Management-Firma ACEIN Performance.
Platz 30: Helga Masthoff
Geburtsdatum: 11.11.1941
Bestes WTA-Ranking: 24
WTA-Titel: 9
Bestes Grand-Slam-Resultat: Finale French Open 1970
WTA-Bilanz: 173:68
Wäre das WTA-Ranking bei den Damen einige Jahre früher eingeführt worden, dann wäre Helga Masthoff, geborene Niessen, deutlich weiter vorne. Kurz nach Veröffentlichung des ersten WTA-Rankings wurde sie 34 Jahre alt. Die inoffizielle Weltranglist führte sie im Jahr 1970 auf Platz sechs. Masthoff war, bis Steffi Graf, die erfolgreichste deutsche Spielerin der Nachkriegszeit. Keine gewann so häufig den Deutschen Meistertitel – elfmal (zehnmal Sand, einmal Halle). Sie erreichte als erste Deutsche in der Profiära ein Grand-Slam-Finale (French Open 1970) und führte Deutschland im Jahr 1966 ins erste Finale im Fed Cup. Keine Deutsche hat mehr Fed-Cup-Matches gewonnen (38) als Masthoff. Bei Olympia 1968 in Mexiko-City gewann sie Gold im Einzel und Doppel, allerdings gehörte Tennis nicht zum offiziellen olympischen Programm. Nach ihrer Karriere betrieb Masthoff mehrere Jahre eine Tennisschule mit angeschlossenem Hotel auf Gran Canaria.
Platz 29: Mona Barthel
Geburtsdatum: 11.07.1990
Bestes WTA-Ranking: 23
WTA-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Australian Open 2017
WTA-Bilanz: 153:181
Mona Barthel machte zunächst ihr Abitur in Schleswig-Holstein, ehe sie sich ganz ihrer Profikarriere widmete. Zwischen 2012 und 2014 gewann sie drei ihrer vier WTA-Titel und stand kurz vor dem Einzug in die Top 20. Sie kann insgesamt sieben Finalteilnahmen auf der WTA-Tour vorweisen. Beim Wimbledonturnier 2021 stand sie zuletzt im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Mit 35 Jahren ist Barthel immer noch aktiv auf der Tour und ist steht auf Platz 193 (Stand: März 2026).
Platz 28: Eric Jelen
Geburtsdatum: 11.03.1965
Bestes ATP-Ranking: 23
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Wimbledon 1986
ATP-Bilanz: 135:136
Eric Jelen wurde bekannt durch seine Erfolge im deutschen Davis-Cup-Team. Er hatte an der Seite von Boris Becker maßgeblichen Anteil an den beiden deutschen Davis-Cup-Titeln 1988 und 1989. Davis Cup-Kapitän Niki Pilic nannte ihn „Mann mit dem goldenen Arm“ aufgrund seines Ballgefühls. Am liebsten spielte er auf Rasen, wo er das Achtelfinale in Wimbledon erreichte und seinen einzigen ATP-Titel gewann. Jelen ist als Verbandstrainer und Berater aktiv.
Platz 27: Bernd Karbacher
Geburtsdatum: 03.04.1968
Bestes ATP-Ranking: 22
ATP-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale US Open 1994, Viertelfinale French Open 1996
ATP-Bilanz: 135:161
Bernd Karbacher, bekannt für seine Prinz-Eisenherz-Frisur, spielte erst im Alter von 23 Jahren sein erstes ATP-Turnier. Er gewann zwei ATP-Titel und erreichte zweimal das Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. Besonders bitter war die Niederlage im Viertelfinale der French Open 1996, wo er gegen mit Marc Rosset mit 2:0-Sätzen führte und zwei Punkte vor dem Sieg stand. Er war Ersatzmann beim deutschen Davis-Cup-Triumph 1993 und Mitglied der siegreichen Mannschaft beim World Team Cup 1994. Karbacher arbeitet als Business Coach.
Platz 26: Jan-Lennard Struff
Geburtsdatum: 25.04.1990
Bestes ATP-Ranking: 21
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale French Open 2019/2021, Achtelfinale US Open 2025
ATP-Bilanz: 249:280
Jan-Lennard Struff ist seit vielen Jahren der Publikumsliebling im deutschen Tennis wegen seiner bodenständigen Art, seines Fairplay und seiner Arbeitsmoral. 2023 spielte er seine beste Saison mit der Finalteilnahme beim Masters-Turnier in Madrid als Lucky Loser und erreichte in jenem Jahr beinahe die Top 20. Sein Turniersieg beim Turnier in München im Jahr 2024 verhinderte, dass er als bester Deutscher ohne ATP-Titel in die Annalen eingeht – zum Glück!
Platz 25: Isabel Cueto
Geburtsdatum: 03.12.1968
Bestes WTA-Ranking: 20
WTA-Titel: 5
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3. Runde French Open 1985, 1990/US Open 1987, 1988
WTA-Bilanz: 130:102
Isabel Cueto fühlte sich auf Sand am wohlsten, wo sie nicht nur dreimal Deutsche Meisterin (1984, 1986 und 1987) wurde, sondern auch innerhalb von zwei Jahren alle ihre fünf WTA-Titel gewann. Ihr erstes Finale auf der WTA-Tour spielte sie in Hamburg, das sie gegen Steffi Graf verlor. Bei ihrem ersten Deutschen Meistertitel war sie erst 15 Jahre alt – bis heute Rekord! Cueto hat zwei Kinder und arbeitet als Lehrerin an einer Gemeinschaftsschule in Marbach.
Platz 24: Karl Meiler
Geburtsdatum: 30.04.1949
Bestes ATP-Ranking: 20
ATP-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Australian Open 1973
ATP-Bilanz: 248:189
Karl Meiler erreichte sein bestes ATP-Ranking bei der Premiere am 22. August 1973 und war damit der erste Top-20-Spieler aus Deutschland. In den Jahren 1973, 1975 und 1977 schloss er das ATP-Ranking als bestplatzierter deutscher Spieler ab. Er war Mitbegründer der Spielervereinigung ATP und ist dreimaliger Deutscher Meister (1971 und 1981 in der Halle sowie 1975 auf Sand). Nach seiner aktiven Karriere war Karl Meiler als Bundestrainer des DTB für den B-Kader verantwortlich. Meiler starb im Alter von 65 Jahren nach dem Folgen eines Sturzes in seinem Haus.
Platz 23: Ulrich Pinner
Geburtsdatum: 07.02.1957
Bestes ATP-Ranking: 19
ATP-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3. Runde French Open und Wimbledon
ATP-Bilanz: 138:125
Ulrich Pinner gewann dreimal die Deutsche Meisterschaft (1973 und 1978 auf Sand sowie 1978 in der Halle) und wurde von Günther Bosch, dem späteren Coach von Boris Becker, trainiert. Er schloss in den Jahren 1978 und 1979 das ATP-Ranking als bestplatzierter deutscher Spieler ab und war, bis Boris Becker kam, der deutsche Spieler mit der höchsten Weltranglistenposition. Er gewann seine beiden ATP-Titel auf Sand, in Stuttgart und Gstaad, und stand in Stuttgart ein weiteres Mal im Finale.
Platz 22: Florian Mayer
Geburtsdatum: 05.10.1983
Bestes ATP-Ranking: 18
ATP-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Wimbledon 2004/2012
ATP-Bilanz: 243:261
Florian Mayer war bekannt für seine ungewöhnlich und kreative Spielweise. Sein Markenzeichen war die eingesprungene Rückhand. Er gewann zwei ATP-Titel, darunter beim Rasenturnier in Halle/Westfalen. In Wimbledon erreichte er zweimal das Viertelfinale. 2011 schloss er das Jahr als bestplatzierter deutscher Spieler in der Weltrangliste ab. Während und nach seiner Karriere sprach er offen über mentale Probleme, die er als Profi hatte. Inzwischen lebt er zurückgezogen abseits der Öffentlichkeit und war hin und wieder als TV-Experte im Einsatz. Er arbeitet zudem als Tennistrainer.
Platz 21: Eva Pfaff
Geburtsdatum: 10.02.1961
Bestes WTA-Ranking: 17
WTA-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Australian Open 1982
WTA-Bilanz: 141:191
Eva Pfaff gewann viermal den Deutschen Meistertitel, dreimal in der Halle (1980, 1982 und 1983) sowie einmal auf Sand (1983). Sie spielte sich dreimal in ein Finale auf der WTA-Tour vor, von denen sie eines gewann (in Nashville). Mit dem deutschen Fed-Cup-Team erreichte sie 1981 und 1982 das Endspiel. Im Doppel stand sie zudem im Finale der Australian Open. Pfaff arbeitet als Sportpsychologin und wissenschaftliche Sportjournalistin.
Platz 20: Philipp Kohlschreiber
Geburtsdatum: 16.10.1983
Bestes ATP-Ranking: 16
ATP-Titel: 8
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Wimbledon 2012
ATP-Bilanz: 478:387
Philipp Kohlschreiber war viele Jahre der Dauerbrenner der deutschen Herren, bekannt für seine elegante einhändige Rückhand und seine Vielseitigkeit auf allen Belägen. Fünfmal schloss „Kohli“ das Jahr als bestplatzierter deutscher Spieler in der Weltrangliste ab. Besonders vor heimischer Kulisse spielte er meist groß auf. Elf seiner 18 ATP-Finals erreichte er bei deutschen Turnieren, fünf seiner acht ATP-Titel gewann er in Deutschland. Er arbeitet derzeit als TV-Experte und war zwischenzeitlich Trainer vom deutschen Nachwuchstalent Justin Engel.
Platz 19: Katja Ebbinghaus
Geburtsdatum: 01.07.1948
Bestes WTA-Ranking: 15
WTA-Titel: –
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Australian Open 1977/French Open 1972, 1973, 1974/US Open 1975
WTA-Bilanz: 77:78
Katja Ebbinghaus war eine von drei deutschen Spielerinn (neben Iris Riedel und Helga Masthoff) im ersten WTA-Ranking am 3. November 1975. Die Deutsche Meisterin von 1979 (Halle) stand bei drei der vier Grand-Slam-Turniere im Viertelfinale, im Doppel erreichte sie bei den French Open das Finale. 1970 gehörte sie zum deutschen Fed-Cup-Team, das ins Finale einzog. 1977 schloss sie das Jahr als bestplatzierte deutsche Spielerin ab.
Platz 18: Carl-Uwe Steeb
Geburtsdatum: 01.07.1967
Bestes ATP-Ranking: 14
ATP-Titel: 3
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Australian Open, French Open, US Open
ATP-Bilanz: 212:212
Carl-Uwe Steeb, Spitzname „Charly“, wurde durch seine Auftritte im deutschen Davis-Cup-Team berühmt. Sein Sieg im Finale gegen Mats Wilander, damals Nummer eins der Welt, leitete 1988 den ersten deutschen Davis-Cup-Titel ein. Auch beim Titelgewinn 1989 war er maßgeblich beteiligt. 1993 stand er ebenfalls im Kader des siegreichen Davis-Cup-Teams. Der Linkshänder gewann drei ATP-Titel. Steeb blieb nach seiner Karriere in der Tennisszene fest vernetzt als Davis-Cup-Kapitän, TV-Experte, Turnierdirektor und Gründer einer Vermarktungsagentur. Derzeit ist er als Manager von Justin Engel tätig.
Platz 17: Anna-Lena Grönefeld
Geburtsdatum: 04.06.1985
Bestes WTA-Ranking: 14
WTA-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale French Open 2006
WTA-Bilanz: 120:142
Anna-Lena Grönefeld gewann in ihrem besten Karrierejahr, 2006, ihren einzigen WTA-Titel, erreichte das Viertelfinale bei den French Open und stand kurz vor dem Einzug in die Top 10. Dreimal in Folge (2004 bis 2006) beendete sie das Jahr als beste Deutsche im WTA-Ranking. Im Mixed gewann sie zwei Grand-Slam-Titel, in Wimbledon und bei den French Open. Grönefeld heißt nach ihrer Heirat im Jahr 2018 Herzgerodt mit Nachnamen und arbeitet als DTB-Bundestrainerin am Stützpunkt Hannover.
Platz 16: Sabine Hack
Geburtsdatum: 12.07.1969
Bestes WTA-Ranking: 13
WTA-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale French Open 1994
WTA-Bilanz: 181:135
Sabine Hack ist der gleiche Jahrgang wie Steffi Graf und spielte sich im Schatten der „Gräfin“ knapp vor die Top 10 im WTA-Ranking. Ihre spielerischen Stärken lagen vor allem auf Sand. Sieben ihrer acht Finalteilnahmen auf der WTA-Tour erreichte sie auf der roten Asche. Sie gehörte zum deutschen Fed-Cup-Team, das 1992 den Titel gewann. Zudem wurde sie 1985 und 1990 Deutsche Meisterin auf Sand. Hack lebt inzwischen in den USA in Florida und hat zwei Kinder.
Platz 15: Sabine Lisicki
Geburtsdatum: 22.09.1989
Bestes WTA-Ranking: 12
WTA-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Finale Wimbledon 2013
WTA-Bilanz: 215:177
Sabine Lisicki fühlte sich auf Rasen am wohlsten, wo sie fünfmal mindestens das Viertelfinale in Wimbledon erreichte und 2013 bis ins Finale kam. Zweimal beendete sie die Saison als bestplatzierte Deutsche im WTA-Ranking. Mit dem deutschen Fed-Cup-Team stand sie 2014 im Endspiel. Gefürchtet von ihren Gegnerinnen war sie wegen ihres knallharten Aufschlages. Sie hielt zwischenzeitlich den Rekord für die meisten Asse (27) in einem Match. Den Rekord für den schnellsten Aufschlag im Damentennis (210,8 km/h) hält sie weiterhin. Lisicki ist Mutter einer Tochter und arbeitet derzeit daran, noch mal als Tennisprofi zurückzukehren.
Platz 14: Andrea Petkovic
Geburtsdatum: 09.09.1987
Bestes WTA-Ranking: 9
WTA-Titel: 7
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale French Open 2014
WTA-Bilanz: 290:237
Andrea Petkovic, geboren im ehemaligen Jugoslawien, wurde zweimal Deutsche Meisterin – 2007 und 2009 (Halle) – und beendete zwei Jahre in Folge die Saison als bestplatzierte Deutsche. Sie stand in 13 Endspielen auf der WTA-Tour, von denen sie sieben gewann. Mit dem deutschen Fed-Cup-Team erreichte sie 2014 das Endspiel. Petkovic lebt in New York und arbeitet seit ihrem Karriereende als Autorin, TV-Expertin, Turnierbotschafterin und als Podcasterin an der Seite von Boris Becker.
Platz 13: Julia Görges
Geburtsdatum: 02.11.1988
Bestes WTA-Ranking: 9
WTA-Titel: 7
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Wimbledon 2018
WTA-Bilanz: 316:258
Julia Görges erreichte bei jedem Grand-Slam-Turnier die zweite Woche, mit dem Höhepunkt der Halbfinalteilnahme in Wimbledon 2018. Im gleichen Jahr schaffte sie es erstmals in die Top 10, nachdem sie zuvor die Saison als beste Deutsche im WTA-Ranking beendet hatte. Sie erreichte 17 Finals auf der WTA-Tour und gewann sieben Titel. Mit dem deutschen Fed-Cup-Team stand sie 2014 im Endspiel. Görges ist mit ihrem Profikollegen Wesley Koolhof verheiratet und lebt in den Niederlanden.
Platz 12: Bettina Bunge
Geburtsdatum: 13.06.1963
Bestes WTA-Ranking: 6
WTA-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Wimbledon 1982
WTA-Bilanz: 293:177
Bettina Bunge, geboren in der Schweiz und aufgewachsen in Peru, erreichte 13 Finals auf der WTA-Tour und gewann vier Titel (Houston, Berlin, Tokio und Oakland). Bei den Grand-Slam-Turnieren stand sie mindestens im Achtelfinale. Höhepunkt: Halbfinale in Wimbledon. Im Alter von 17 Jahren schaffte sie als zweite deutsche Spielerin den Einzug in die Top 10. 1982 und 1983 stand sie mit dem deutschen Team im Finale im Fed Cup. Im Alter von 26 Jahren beendete sie ihre Karriere verletzungsbedingt.
Platz 11: Rainer Schüttler
Geburtsdatum: 25.04.1976
Bestes ATP-Ranking: 5
ATP-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: Finale Australian Open 2003
ATP-Bilanz: 327:337
Rainer Schüttler gehörte über viele Jahre zu den fittesten Spielern auf Tour und bestach durch seine exzellente Beinarbeit und sein druckvolles Grundlinienspiel. Er hat aus seinen spielerischen Möglichkeiten extrem viel gemacht und einiges erreicht, was viele Experten ihm nicht zugetraut hatten. Seine beste Saison spielte er 2003, als er das Finale bei den Australian Open erreichte. Zudem gewann er in jenem Jahr zwei ATP-Titel und schloss die Saison auf Platz 5 im ATP-Ranking ab. Beim Wimbledonturnier 2008 zog er ins Halbfinale ein. Seine bitterste Niederlage war das verlorene Doppelfinale mit Nicolas Kiefer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen nach Vergabe von vier Matchbällen. Schüttler ist seit seinem Karriereende als Turnierorganisator aktiv und betreute einige Jahre das deutsche Billie-Jean-King-Cup-Team.
Platz 10: Sylvia Hanika
Geburtsdatum: 30.11.1959
Bestes WTA-Ranking: 5
WTA-Titel: 6
Bestes Grand-Slam-Resultat: Finale French Open 1981
WTA-Bilanz: 378:223
Sylvia Hanika war die erste deutsche Spielerin, die den Sprung in die Top 10 im WTA-Ranking schaffte. Die Linkshänderin gewann insgesamt sechs WTA-Titel, stand in 18 Finals und schloss das Jahr fünfmal als bestplatzierte Deutsche in der Weltrangliste ab. Ihr größter Erfolg: der Gewinn der WTA-WM 1982 im Finale gegen Martina Navratilova, wo sie nach 1:6, 1:3-Rückstand siegte. Bei den French Open 1981 spielte sie sich ins Finale vor. Berühmtes Markenzeichen von Hanika: Sie tippte den Ball vor dem Aufschlag sehr häufig auf – mehr als zehnmal war keine Seltenheit. Seit ihrem Karriereende führt Hanika ein ruhiges Leben abseits der Öffentlichkeit.
Platz 9: Nicolas Kiefer
Geburtsdatum: 05.07.1977
Bestes ATP-Ranking: 4
ATP-Titel: 6
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Australian Open 2006
ATP-Bilanz: 366:274
Nicolas Kiefer, genannt „Kiwi“, war ein klassischer Allrounder, der zu den schnellsten und fittesten Spielern auf der Tour zählte. Sein Konterspiel, das vor allem auf Rasen und Hartplatz zur Geltung kam, führte ihn 1999 erstmals in die Top 10. In jenem Jahr gewann er drei seiner sechs ATP-Titel und qualifizierte sich für die ATP-WM in Hannover. Insgesamt viermal schloss er ein Jahr als bestplatzierter deutscher Spieler im ATP-Ranking ab. Seine bitterste Niederlage war das verlorene Doppelfinale mit Rainer Schüttler bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen nach Vergabe von vier Matchbällen. Kiefer ist inzwischen passionierter Marathonläufer, hat eine eigene Modermarke und ist langjähriger Tennistrainer für das Unternehmen Robinson.
Platz 8: Claudia Kohde-Kilsch
Geburtsdatum: 11.12.1963
Bestes WTA-Ranking: 4
WTA-Titel: 8
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Australian Open 1985, 1987, 1988, Halbfinale French Open 1985
WTA-Bilanz: 368:228
Claudia Kohde-Kilsch, zweimal Deutsche Meisterin (1981 in der Halle, 1982 auf Sand), erreichte bei allen Grand-Slam-Turnieren mindestens das Viertelfinale. Sie beendete viermal das Jahr unter den Top 10 – 1984 und 1985 jeweils als beste Deutsche. Sie stand 16-mal im Endspiel eines WTA-Turniers und gewann acht Titel. Im Fed Cup war sie Teil des deutschen Teams, das 1987 erstmals den Wettbewerb gewann. Mit Steffi Graf holte sie die Bronzemedaille im Doppel bei Olympia 1988. Sie ist erfolgreichste deutsche Doppelspielerin der Geschichte und gewann zwei Grand-Slam-Titel, darunter Wimbledon. Nach ihrer Karriere war sie unter anderem sieben Jahre als Bundestrainerin im Deutschen Tennis Bund für die Talentsichtung und -förderung in den Ost-Landesverbänden zuständig.
Platz 7: Anke Huber
Geburtsdatum: 04.12.1974
Bestes WTA-Ranking: 4
WTA-Titel: 12
Bestes Grand-Slam-Resultat: Finale Australian Open 1996
WTA-Bilanz: 418:213
Anke Huber gewann ihren ersten von insgesamt zwölf WTA-Titel bereits mit 15 Jahren. Sie gehörte über ein Jahrzehnt lang zur Weltspitze. Sie beendete das Jahr dreimal in den Top Ten, zehnmal in den Top 20 und viermal als beste Deutsche. Größter Höhepunkt: der Finaleinzug bei den Australian Open sowie der Gewinn des Fed Cups im Jahr 1992. Ihr berühmtestes Match: das Finale bei der WTA-WM 1995 gegen Steffi Graf, das sie in fünf Sätzen verlor. Es war eines von drei Damenmatches, das in der Profiära über fünf Sätze ging. Huber hat zwei Kinder und arbeitet als Sportdirektorin beim WTA-Turnier in Stuttgart.
Platz 6: Tommy Haas
Geburtsdatum: 03.04.1978
Bestes ATP-Ranking: 2
ATP-Titel: 15
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale Australian Open 1999, 2002 und 2007, Halbfinale Wimbledon 2009
ATP-Bilanz: 569:338
Mehr als 20 Jahre dauerte die Profikarriere von Tommy Haas, in der er viele Saisons die deutsche Fahne als bester Profi seines Landes hochhielt. Für den ganz großen Wurf reichte es bei dem Allrounder mit der starken Athletik nie ganz – trotz 15 ATP-Titeln. Er gewann die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und erreichte viermal das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Sein letzter Sieg auf der ATP-Tour: ausgerechnet gegen Roger Federer beim Rasenturnier in Stuttgart 2017 – im Alter von 39 Jahren. Haas ist seit 2017 Turnierdirektor in Indian Wells, arbeitet als TV-Experte und spielt weiterhin fleißig Tennis, bei Showmatches und in der Herren-30-Bundesliga.
Platz 5: Michael Stich
Geburtsdatum: 18.10.1968
Bestes ATP-Ranking: 2
ATP-Titel: 18
Bestes Grand-Slam-Resultat: Titel Wimbledon 1991
ATP-Bilanz: 385:176
Die Karriere von Michael Stich war kurz, aber gewaltig. Nur neun Jahre spielte er als Profi. Sein größter Triumph: natürlich der Wimbledontitel im deutschen Finale gegen Boris Becker 1991. Hinzukommt sein Olympiasieg 1992 in Barcelona im Doppel an der Seite von Becker sowie ein weiterer Wimbledonsieg im Doppel 1992 an der Seite von John McEnroe. Viele Kontrahenten, darunter Pete Sampras und Jim Courier, bezeichneten Stich als Spieler mit dem größten Talent. Er gewann auf deutschem Boden alle ATP-Turniere, siegte zudem bei der ATP-WM und im Davis Cup. Außerdem erreichte Stich als einziger Deutscher auf jedem Bodenbelag ein Grand-Slam-Finale. Nach seiner Karriere arbeitete Stich zehn Jahre als Turnierdirektor in Hamburg. Seit mehr als 30 Jahren kümmert er sich um seine Stiftung für HIV-infizierte Kinder und ist als Maler aktiv.
Platz 4: Alexander Zverev
Geburtsdatum: 20.04.1997
Bestes ATP-Ranking: 2
ATP-Titel: 25
Bestes Grand-Slam-Resultat: Titel French Open 2026
ATP-Bilanz: 564:234
Alexander Zverev wechselte Anfang 2014 nach dem Juniorentitel bei den Australian Open sowie als Nummer eins der Welt zu den Profis. Diesen Übergang meisterte er fließend. Seit 2016 ist Alexander Zverev Deutschlands Topspieler. 2025 beendete er zum elften Mal in Folge das Jahr als bester Deutscher im ATP-Ranking. Er hat in seiner Karriere einiges gewonnen, wovon viele Spieler träumen: Olympia-Gold, ATP Finals, mehrere Masters-Turniere, Finalist bei allen Grand-Slam-Turnieren. 2026 gewann er schließlich bei den French Open seinen den lang ersehnten ersten Grand-Slam-Titel – im 41. Anlauf. Zverev, der als Glücksbringer zahlreiche Goldketten trägt, ist einer von wenigen Spielern, die während des Matches ohne Handtuch auskommen.
Platz 3: Angelique Kerber
Geburtsdatum: 18.01.1988
Bestes WTA-Ranking: 1
WTA-Titel: 14
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3 Titel (Australian Open 2016, US Open 2016, Wimbledon 2018)
WTA-Bilanz: 488:292
Es dauerte einige Jahre, bis die Karriere von Angelique Kerber so richtig zündete, dann aber gewaltig. In ihrem besten Jahr, 2016, gewann sie zwei ihrer drei Grand-Slam-Titel (Melbourne und New York), stand im Endspiel in Wimbledon, wurde Nummer eins der Welt und sicherte sich die Silbermedaille bei Olympia in Rio de Janeiro. Mit ihrem Wimbledonsieg 2018 rundete sie ihre Karriere ab. Ihr Markenzeichen: der Schlag aus der Hocke und das exzellente Konterspiel. Sie spielte insgesamt 32 Finals auf der WTA-Tour, von denen sie 14 gewann. Mit dem deutschen Fed-Cup-Team erreichte sie 2014 das Endspiel. Bei Olympia 2024 in Paris spielte sie ihr letztes Turnier und scheiterte knapp im Viertelfinale. Kerber ist zweifache Mutter und ist mitlerweile als Sportdirektorin beim WTA-Turnier in Bad Homburg tätig.
Platz 2: Boris Becker
Geburtsdatum: 22.11.1967
Bestes ATP-Ranking: 1
ATP-Titel: 49
Bestes Grand-Slam-Resultat: 6 Titel (Wimbledon 1985/1986/1989, US Open 1989, Australian Open 1991/1996)
ATP-Bilanz: 713:214
Selbstverständlich ist Boris Becker der erfolgreichste deutsche Spieler der Geschichte. Er hob Deutschland auf die Landkarte im Herrentennis und löste durch seinen ersten Wimbledontitel im Jahr 1985 als 17-Jähriger einen unfassbaren Tennis-Boom in Deutschland aus. Siebenmal stand er in Wimbledon im Finale, dreimal gewann er. Zudem triumphierte er zweimal bei den Australian Open sowie einmal bei den US Open. Er ist immer noch der einzige Deutsche auf Platz eins im ATP-Ranking. Zudem führte er Deutschland zum ersten Davis-Cup-Titel im Jahr 1988. Mit seinem deutschen Rivalen Michael Stich gewann er die Goldmedaille im Doppel bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona. Erstaunlicher Fakt: Trotz seiner 49 ATP-Titel gewann er nie ein Turnier auf Sand. Nach seiner aktiven Karriere blieb das Leben von Becker turbulent. Immer wieder machte er Schlagzeilen durch sein Privatleben, aber auch als erfolgreicher Trainer von Novak Djokovic. Nach seiner Gefängnisstrafe wegen Insolvenzverschleppung scheint Becker so glücklich wie nie im Leben zu sein. Mittlerweile lebt er mit seine Frau in Mailand und wurde im November 2025 zum fünften Mal Vater.
Platz 1: Steffi Graf
Geburtsdatum: 14.09.1969
Bestes WTA-Ranking: 1
WTA-Titel: 107
Bestes Grand-Slam-Resultat: 22 Titel (viermal Australian Open, sechsmal French Open, siebenmal Wimbledon, fünfmal US Open)
WTA-Bilanz: 885:106
Keine Frage: Natürlich ist Steffi Graf die erfolgreichste deutsche Spielerin der Geschichte. 22-mal gewann sie ein Grand-Slam-Turnier. Mit ihrer Vorhand-Peitsche, ihrem starken Aufschlag und der gefürchteten Slice-Rückhand dominierte sie phasenweise das Damentennis nach Belieben. Im Jahr 1988 schaffte sie etwas Einmaliges. Der Sieg bei den vier Grand-Slam-Turnieren sowie der Gewinn der Goldmedaille bei Olympia. Der Begriff „Golden Slam“ war geboren. Sie beendete achtmal ein Jahr als Nummer eins der Welt und führte 377 Wochen die Weltrangliste an – Rekord! – sowie 186 Wochen in Folge – Rekord mit Serena Williams. Sie führte Deutschland zu den beiden deutschen Titeln im Fed Cup im Jahr 1987 und 1992. Auch im Doppel war Graf zu Beginn ihrer Karriere erfolgreich. Mit Gabriela Sabatini gewann sie das Wimbledonturnier und stand dreimal im Finale der French Open.


















































