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Tennis im Bernabeu-Stadion von Real Madrid? Noch ist es nur eine Animation, aber die Pläne dafür gibt es. Bild: Screenshot

Tennis im Bernabeu: Wie Real Madrid sein Stadion mitten in der Saison verwandelt

Während der Mutua Madrid Open vom 20. April bis 3. Mai wird im Bernabeu-Stadion nicht Fußball gespielt – sondern Tennis.

Im Fußballtempel von Real Madrid werden Ende April nicht Kylian Mbappe, Vinicius Junior oder Jude Bellingham auflaufen – sondern Carlos Alcaraz, Jannik Sinner und Alexander Zverev. Das weltberühmte Bernabeu-Stadion wird nämlich in eine Tennis-Arena verwandelt, in der die Tennisprofis während der Mutua Madrid Open zu Trainingszwecken aufschlagen werden. So berichtet es die spanische Sportzeitung Marca.

Das kombinierte Damen- und Herren-Turnier wird also weiterhin in der Caja Magica von Madrid ausgetragen, die etwa eine halbe Autostunde südlich des Bernabeu-Stadions liegt. Da sich aber das Hotel für die Spieler und Spielerinnen in unmittelbarer Nähe der Spielstätte von Real Madrid befindet, sind Trainingsmöglichkeiten in dem Fußballstadion ein smarter Move, um die Fahrzeiten der Profis in Madrid zu reduzieren. Und natürlich bringt es jede Menge Aufmerksamkeit.

Alcaraz im Bernabeu-Stadion

Carlos Alcaraz etwa, die Nummer eins der ATP-Weltrangliste, ist ein riesiger Real Madrid-Fan. Er besucht regelmäßig Spiele im Bernabeu, wurde dort schon vom Präsidenten Florentino Pérez empfangen und mit einem Trikot geehrt. Als er 2026 erstmals die Australian Open gewann, gratulierte im Real auf seinen Social Media-Kanälen („Wir, die Fans von Real Madrid, sind stolz auf dich. Glückwunsch, Champion“) und ehrte ihn mit einer Lautsprecher-Durchsage vor einem Liga-Spiel als einen der „prominentesten Unterstützer“ des Clubs.

Wenn nun Alcaraz eine Trainingseinheit im Bernabeu absolvieren wird, ist davon auszugehen, dass die Tribünen voll sein werden. Ob Fans Einritt für die Trainings-Session zahlen müssen, ist derzeit noch nicht bekannt. Club-Präsident Pérez ist wiederum ein großer Tennis-Enthusiast, der früher oft davon sprach, im Bernabeu ein Show-Match zwischen Real-Fan Rafael Nadal und Roger Federer ausrichten zu wollen. Dazu kam es aber nie.

Feststeht, dass Real Madrid mit seiner Ende 2023 abgeschlossenen Stadion-Renovierung, die rund eine Milliarde Dollar gekostet hat, den Weg zu einer Multifunktionsarena eingeschlagen hat. Im November 2025 fand dort das erste reguläre NFL-Spiel in Spanien vor 78.000 Fans statt; 2024 trat Taylor Swift in dem Stadion auf. Angeblich hat die NBA bereits Interesse bekundet, im Bernabeu eine Partie auszutragen. 2029 soll das Eröffnungsspiel der Basketball-Europameisterschaften dort stattfinden, wobei mit einer Zuschauerzahl von 80.000 Fans gerechnet wird.

Die Umwandlung ist möglich dank des versenkbaren Rasens im Bernabeu-Stadion. Der Rasen ist nämlich in sechs Abschnitte von jeweils 11,6 mal 107 Metern unterteilt, die unterirdisch in einem riesigen Gewächshaus gelagert werden können. Ein spezielles Beleuchtungssystem und Klimaanlagen halten das Gras in einem perfekten Zustand, während auf der Betonfläche darüber andere Sportanlagen errichtet werden können – wie zum Beispiel Tennissandplätze.

Real Madrid mit drei Auswärtsspielen

Hinzukommt, dass Real Madrid zwischen Ende April und Anfang Mai gegen Real Betis Sevilla, Espanyol Barcelona und den FC Barcelona drei Auswärtsspiele in der spanischen Liga hintereinander hat. Sollte sich Madrid Mitte April im Champions League-Viertelfinale gegen den FC Bayern München durchsetzen, käme ein Halbfinal-Hinspiel in der Königsklasse gegen Liverpool oder Paris am 28. oder 29. April zwar dazwischen. Aber das wird Madrid auswärts bestreiten.

Das heißt: Nach dem Heimspiel gegen Deportivo Alavés am 22. April verschwindet der Rasen im unterirdischen Gewächshaus des Stadions, um Platz für die Errichtung der Tenniscourts zu schaffen, auf denen dann vom 23. bis 30. April trainiert werden kann. Die genaue Anzahl der Trainingsplätze ist aktuell noch nicht bekannt.

Am Bernabéu wird deutlich: Was früher ausschließlich als Fußballstadion diente, entwickelt sich nun zu einer ganzjährigen Sportarena. Dieser Wandel spiegelt einen allgemeinen Trend im Bereich der weltweiten Sportinfrastruktur wider.