Tennis 2026: Barcelona Open

Behandlung schon in Barcelona: Carlos Alcaraz hat schon länger Probleme am rechten Handgelenk. Nun folgte die Absage für Rom und Roland Garros. Bild: IMAGO

Alcaraz sagt Roland Garros ab: Große Chance für Zverev?

Carlos Alcaraz wird 2026 nicht in Roland Garros antreten. Seine Verletzung am rechten Handgelenk lasse einen Start nicht zu, schrieb er in den sozialen Medien.

Der Schock für die Tenniswelt ist perfekt: Carlos Alcaraz wird beim Sandplatz-Highlight von Roland Garros in Paris nicht antreten. Der Weltranglistenzweite und zweifache Titelverteidiger sagte seine Teilnahme am Freitag wegen einer Verletzung am rechten Handgelenk ab – ein herber Verlust für das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres, das am 24. Mai beginnt.

Die Probleme hatten sich bereits bei den Barcelona Open Mitte April angedeutet. Beim Auftaktsieg ließ sich Alcaraz am rechten Handgelenk und Unterarm behandeln, zog anschließend jedoch die Reißleine. Zu seinem Zweitrunden-Match trat er nicht mehr an. Es folgten Absagen für das Heimturnier in Madrid sowie nun auch für die Sandplatz-Highlights in Rom und Paris. Schon früh hatte der Spanier klargemacht, dass er kein Risiko eingehen werde, um seine langfristige Karriere nicht zu gefährden.

Alcaraz: „Es ist die vernünftigste Entscheidung“

Auch beim Italian Open wird der 22-Jährige damit fehlen – ein Titel, den er im vergangenen Jahr gewonnen hatte. „Die vernünftigste Entscheidung ist, vorsichtig zu sein und nicht in Rom und in Roland Garros zu spielen“, erklärte Alcaraz in den sozialen Medien. Es sei ein „komplizierter Moment“, aber er sei überzeugt, gestärkt zurückzukehren.

Verletzungssorgen zu diesem Zeitpunkt der Saison sind für Alcaraz nicht neu. Bereits im Vorjahr musste er das Turnier in Madrid wegen Problemen am rechten Adduktor auslassen. 2024 hatte er eine Muskelverletzung im Unterarm. Dennoch sind Grand-Slam-Absagen für den Spanier eine Seltenheit: Seit 2021 verpasste er lediglich die Australian Open 2023.

Sein Aus verändert die Kräfteverhältnisse im Herrentennis erheblich. Nun rückt Jannik Sinner in die absolute Favoritenrolle. Der 24-jährige Italiener, der bereits vier Grand-Slam-Titel gewonnen hat, kann in Paris nicht nur seinen Status als Weltranglisten-Erster untermauern, sondern auch Geschichte schreiben: Roland Garros ist das einzige Major, das ihm noch zum Karriere-Grand-Slam fehlt. Im vergangenen Jahr hatte er im Finale gegen Alcaraz trotz dreier Matchbälle dramatisch verloren.

Zverev frühstens im Finale gegen Sinner

Doch der Weg zum Titel ist alles andere als frei. Auch andere Spieler wittern nun ihre Chance, die Dominanz von Alcaraz und Sinner zu durchbrechen, die gemeinsam die vergangenen neun Grand-Slam-Titel unter sich aufgeteilt haben – zum Beispiel Alexander Zverev, der immer noch auf seinem ersten Grand Slam-Titel wartet. Für ihn ist der Ausfall von Alcaraz insofern bedeutend, als dass er nun in Paris voraussichtlich an Position zwei hinter Sinner gesetzt wird. Er könnte somit frühestens im Endspiel auf jenen Spieler treffen, gegen den er zuletzt achtmal in Serie verloren hat.

Wen man aber nicht außer Acht lassen darf, ist Novak Djokovic. Für den 38-jährigen Serben steht in Paris einmal mehr die Jagd nach der Geschichte im Mittelpunkt. Ein weiterer Major-Titel würde ihn zum alleinigen Rekordhalter mit 25 Grand-Slam-Siegen machen – und zugleich zum ältesten Champion der Open Era.

Djokovic setzt dabei konsequent auf selektive Turnierplanung und konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die größten Bühnen. Genau dort ist mit ihm stets zu rechnen: Bei den Australian Open zu Beginn des Jahres kämpfte er sich mit einem Fünf-Satz-Sieg gegen Sinner ins Finale, bevor er an Alcaraz scheiterte. In Paris jedoch könnte sich die Ausgangslage grundlegend verschieben. Ohne Alcaraz muss Djokovic – genauso wie Zverev – im Zweifel nur noch einen der beiden dominierenden Spieler schlagen.