Carlos Alcaraz gewinnt das ATP-500-Turnier in Wien. In zwei Sätzen (6:1 und 6:4) setzte sich der Spanier im Finale gegen den Australier Alex de Minaur durch.
Carlos Alcaraz ist zurück! In Wien gewinnt der 23-Jährige seinen zweiten ATP-500-Titel seit seiner Rückkehr auf die Tour. Mehr als vier Monate lang war der Spanier durch eine Verletzung am Handgelenk ausgefallen. In New York hatte er bei den US Open sein Comeback gegeben und das Viertelfinale erreicht.
Kurze Zeit später verteidigte er dann seinen Titel bei den Japan Open in Tokio. Trotz des Sieges, sagte Alcaraz, habe er in der japanischen Hauptstadt nicht auf seinem besten Niveau gespielt.
Alcaraz: Zurück zu alter Stärke in Wien
Anders in Wien: Bei den Erste Bank Open in der österreichischen Hauptstadt überzeugte Alcaraz im Endspiel und setzte sich mit 6:1 und 6:4 souverän gegen Alex de Minaur durch. Der erste Satz dauerte dabei nur 36 Minuten, der zweite dann etwas über eine Stunde. Für Alcaraz war dies bei seinem zweiten Auftritt in Wien der erste Sieg und sein 28. ATP-Titel insgesamt.

Gewann erstmals das ATP-500-Turnier in der österreichischen Hauptstadt: Carlos Alcaraz. Foto: Imago
Auf dem Weg ins Finale setzte sich der spanische Superstar unter anderem gegen den US-Amerikaner Tommy Paul (Viertelfinale) und den ehemaligen Weltranglistenersten Daniil Medvedev (Halbfinale) durch. Sein Kontrahent de Minaur schlug im Halbfinale die neue Nummer eins, Alexander Zverev. Der Australier setzte sich schlussendlich nach drei Sätzen (6:4, 1:6 und 7:6) und etwas über zweieinhalb Stunden im Match-Tiebreak gegen den Hamburger durch.
Zverev verpasste somit knapp das Duell mit Alcaraz. Tennisfans in Wien und vor den Bildschirmen zeigten sich begeistert, den spanischen Top-Spieler in der Wiener Stadthalle zu sehen.
Der Popstar der ATP-Tour
Bereits vor seinem Comeback in New York wurde klar: Ohne Alcaraz fehlt etwas auf der ATP-Tour. Der 23-Jährige weckt vor allem Begeisterung durch sein spektakuläres und emotionales Spiel gekoppelt mit seinem „Popstar-Image“.
Bei einem Alcaraz-Match stellt sich nicht nur die Frage: ‚Wie hat er gespielt?‘, sondern außerdem ‚Mit welchem Look und welcher Frisur betrat er diesmal den Court?‘. Beim Masters-Turnier in Shanghai stand Alcaraz beispielsweise plötzlich mit Schnurrbart auf dem Court, der für jede Menge Gesprächsstoff sorgte. Der siebenfache Grand Slam-Champion bringt einen Entertainment-Faktor mit.
Ebenso fällt der Spanier durch seine mentale Einstellung auf. Die spanische Tennislegende Rafael Nadal wird häufig mit seiner unerbittlichen Disziplin, seinem Kampfgeist und der „Philosophie des Leidens“ in Verbindung gebracht. Einblicke zeigt der 14-fache Roland Garros-Champion in seiner vierteiligen Netflix-Dokuserie „RAFA“, die im Mai diesen Jahres erschien.
Die Netflix-Dokumentation „Carlos Alcaraz: Auf meine Art“ zeigt dessen persönliche und sportliche Saison 2024. Klar wird: Die Mentalität des Ausnahmespielers basiert auf Spontanität und Spielfreude. Immer wieder betonte er, eine ausgewogene Balance zwischen dem Sport und seiner Freizeit zu brauchen. Diese Balance sei für ihn „der Schlüssel zum Erfolg“.
Besonders nach seiner Verletzung betonte der Spanier mehrfach, seinem Körper in Zukunft mehr Zeit für eine ausreichende Regeneration zu geben und teilweise Turniere auszulassen. In Wien bewies er wieder einmal, dass „sein Weg“ zum Erfolg führt.