Zverev und mehr: Die Highlights der ATP Tour 2026

Alexander Zverev Bild: Imago

Stand in dieser Saison in drei von vier Grand Slam-Finals und gewann sowohl in Paris als auch in New York den Titel: Alexander Zverev.

Die Saison neigt sich dem Ende zu: Carlos Alcaraz komplettierte den Karriere- Grand Slam, Jannik Sinner das Golden-Career Masters. Djokovic bleibt ungeschlagen in China und Alexander Zverev schreibt Geschichte für das deutsche Tennis.

Die Highlights der ATP Tour 2026 im Überblick:

Carlos Alcaraz komplettiert Karriere-Grand Slam in Melbourne

Mit 22 Jahren gewann Carlos Alcaraz seinen ersten Australian Open-Titel. Auf dem Weg ins Finale schlug er Alexander Zverev in einem dramatischen Halbfinale. Mit fünf Stunden und 27 Minuten ging das Match als längstes Halbfinale der Australian Open in die Geschichtsbücher ein.

Komplettierte als jüngster Spieler den Karriere-Grand Slam: Carlos Alcaraz. Foto: Imago

Im Endspiel schlug der Spanier dann den Rekordhalter der Australian Open-Titel, Novak Djokovic. Insgesamt triumphierte der Serbe zehnmal in Melbourne, elfmal stand er im Finale. Somit war es die erste Finalniederlage für Djokovic in der Rod Laver-Arena. Mit 2:6, 6:2, 6:3 und 7:5 setzte sich Alcaraz gegen den 24-fachen Grand Slam-Champion durch.

Mit dem Sieg in Melbourne komplettierte der Spanier als jüngster Spieler der Open Era den Karriere-Grand Slam. Insgesamt ist Alcaraz mittlerweile siebenfacher Grand Slam-Champion. Im September 2022 gewann er in New York seinen ersten Grand Slam-Titel. Ein weiterer Titel im Big Apple folgte 2025. In Wimbledon und Roland Garros gewann Alcaraz je zwei Mal.

Jannik Sinner: Sunshine-Double und Career-Golden Masters

Im Frühjahr jagte Jannik Sinner einen Rekord nach dem nächsten. Im März gewann der Südtiroler das prestigeträchtige Sunshine-Double. Er war der erste Spieler, der dies schaffte, ohne einen einzigen Satz abzugeben.

In Indian Wells setzte sich Sinner gegen Daniil Medvedev durch (7:5, 7:5) und in Miami gegen den Tschechen Jiri Lehečka (6:4, 6:4). Bei den Damen gelang es der Weltranglistenzweiten (zu dem Zeitpunkt Weltranglistenersten), Aryna Sabalenka, ebenfalls, das Sunshine-Double zu komplettieren.

Komplettierte das Sunshine-Double ohne Satzverlust: Jannik Sinner. Foto: Imago

Im Mai schaffte der 25-Jährige dann mit seinem Sieg in Rom den Career Golden Masters, was bedeutet, dass Sinner jedes der aktuell neun ATP-Master-1000-Turniere mindestens einmal in seiner Karriere gewonnen hat.

Auf dem Weg zum Career-Golden Masters stellte der Italiener mit 34 Siegen in Folge einen neuen Rekord für die längste Masters-Siegesserie auf. Er gewann die ersten fünf Masters-Turniere der Saison: Indian Wells und Miami (Sunshine-Double), dann Monte Carlo, Madrid und Rom.

Für den Karriere-Grand Slam fehlt Sinner nur noch ein Sieg bei den French Open.

Roland Garros: Alexander Zverev wird Grand Slam-Champion

In Paris wurde dann beim zweiten Grand Slam des Jahres deutsche Tennisgeschichte geschrieben. Die Karriere von Alexander Zverev galt lange als unvollendet. In der französischen Hauptstadt triumphierte er dann als erster deutscher Grand Slam-Sieger im Herreneinzel seit Boris Becker 1996 bei den Australian Open.

Gewann seinen ersten Grand Slam-Titel in Roland Garros: Alexander Zverev. Foto: Imago

Auf der roten Asche setzte sich der 29-Jährige in fünf Sätzen mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 und 6:1 auf dem Court Philippe-Chatrier gegen den Italiener Flavio Cobolli durch und wurde erstmals Grand Slam-Champion.

Jannik Sinner gelingt Titelverteidigung in Wimbledon

In Wimbledon stand Zverev in seinem zweiten Grand Slam-Finale der Saison. Der Finaleinzug war das bisher beste Ergebnis des 29-Jährigen auf dem heilen Rasen. Im Endspiel musste er sich dem Titelverteidiger Jannik Sinner mit 7:6, 6:7, 3:6 und 4:6 geschlagen geben. Für Sinner war es das letzte Match der Saison. Aufgrund einer Knieverletzung setzt er seitdem aus.

Während dem Match zeigte Sinner Sportsmanship. Nach einem Sturz von Zverev im dritten Satz kam der Italiener auf die andere Seite des Netzes gelaufen und half seinem Kontrahenten wieder auf die Beine.

Sportsmanship in Wimbledon: Sinner hilft Zverev wieder auf die Beine. Foto: Imago

In der Siegesansprache sagte Sinner an Zverev gerichtet: „Du hast eines deiner Hauptziele erreicht: einen Grand Slam zu gewinnen. Du hast es in Paris geschafft. (…) Ich weiß, ein weiteres Ziel von dir ist es, die Nummer eins der Welt zu werden. Du bist sehr, sehr nah dran. Also müssen wir jetzt vorsichtig sein.“ Zu diesem Zeitpunkt, wusste noch keiner, dass es schon im Oktober 2026 soweit sein würde.

Jan-Lennard Struff im Viertelfinale von Wimbledon

Aus deutscher Sicht zeigte zudem Jan-Lennard Struff beeindruckende Leistungen. Mit 36 Jahren legte der Warsteiner einen sensationellen Lauf an der Church Road hin und erreichte das Viertelfinale.

In Runde zwei schlug er den US-Amerikaner Brandon Nakashima in fünf Sätzen. In diesem Match stellte Struff mit 45 Assen einen neuen deutschen Rekord auf. In Runde zwei setzte er sich dann gegen den ehemaligen Weltranglistenersten Daniil Medvedev durch. Im Viertelfinale musste sich Struff dann auf Court eins im All England-Club dem Titelverteidiger und späteren Wimbledon-Champion Jannik Sinner geschlagen geben.

Carlos Alcaraz Comeback in New York

Nachdem Carlos Alcaraz über vier Monate verletzungsbedingt aussetzen musste (Handgelenk), gab er in Flushing Meadows sein Comeback.

Im Vorfeld der US Open trat der Spanier gemeinsam mit der US amerikanischen Tennis Legende Serena Williams an, die im Londoner Queen‘s Club ihr Comeback auf der WTA-Tour gegeben hatte.

Das Duo begeisterte die Tennisfans in New York und spielte sich bis in Runde zwei, in welcher sie sich der Schweizerin Belinda Bencic und dem Italiener Flavio Cobolli geschlagen geben mussten. Mit starken Returns und Rückhand-Volleys schien es kurzzeitig so, als würde Serena Williams die Zeit zurückdrehen.

Sorgten für Begeisterung im Mixed-Wettbewerb in New York: Serena Williams und Carlos Alcaraz. Foto: Imago

Williams trat nicht im Einzel an. Alcaraz spielte sich bei seiner ersten Turnierteilnahme seit seiner Verletzung bis ins Viertelfinale. Der US Open-Sieger von 2025 war im Arthur Ashe-Stadium dem US-Amerikaner Ben Shelton in fünf Sätzen unterlegen. Nach vier Stunden und 28 Minuten verlor der Spanier im Match-Tiebreak. Die Night-Session sorgte vor allem für Gesprächsstoff, da das Match erst um 3:33 Uhr Ortszeit endete.

Zverev wird zum zweiten Mal Grand Slam-Champion in New York

In Flushing Meadows spielte Zverev das dritte Grand Slam-Finale der Saison und konnte sich seinen zweiten Grand Slam-Titel 2026 sichern. Im Arthur Ashe-Stadium besiegte er den US-Amerikaner Ben Shelton in vier Sätzen (6:3, 7:6, 5:7 und 6:2).

Seit Boris Becker im Jahr 1989 krönte Zverev sich zum ersten deutschen US Open-Sieger im Herreneinzel. Nach dem verwandelten Match-Ball von Zverev realisierte der Hamburger seinen Triumph nicht sofort. Erst kurze Zeit später wurde ihm klar, dass er soeben zweifacher Grand Slam-Champion geworden war.

Novak Djokovic bleibt bei den China Open ungeschlagen

Nachdem Novak Djokovic es sowohl in Cincinnati als auch in New York nicht über die erste Runde hinaus geschafft hatte, feierte er bei den China Open in Beijing den Sieg. Der 39-Jährige sicherte sich seinen siebten Titel bei den China Open. Damit baute er seine geschichtsträchtige Match-Bilanz auf 34:0 Siege aus – in Beijing bleibt er weiterhin ungeschlagen.

Mehr als nur eine Trophäe: Novak Djokovic bleibt ungeschlagen bei den China Open. Foto: Imago

Im Viertelfinale hatte sich Djokovic in einem Dreisatz-Match gegen Alexander Zverev durchgesetzt. Sowohl im Halbfinale als auch im Finale konnte der Serbe sein Match nicht beenden. Im Halbfinale wurde sein Kontrahent Daniil Medvedev disqualifiziert. Im Finale musste der Australier Alex de Minaur im zweiten Satz verletzungsbedingt aufgeben.

Zverev wird in Wien die Nummer 1

Schon im Vorfeld war klar: Zverev wird das Jahr als Nummer eins beenden. Der genaue Zeitpunkt stand jedoch noch nicht fest. In Wien war es dann soweit.

Nach seinem Sieg in der zweiten Runde gegen den Niederländer Tallon Griekspoor (6:4, 7:5) beim ATP-500-Turnier in der österreichischen Hauptstadt zog er ins Viertelfinale ein und sicherte sich genug Punkte, um an die Spitze der ATP-Weltrangliste zu klettern.

„Für alle, die jetzt nicht so ganz verstehen, warum ich so jubele nach einer zweiten Runde: Ich bin die Nummer eins der Welt geworden“, erklärte Zverev in Wien lachend. Damit ist er die 30. Nummer eins im Herren-Einzel.

Es ist offiziell: Alexander Zverev ist die neue Nummer eins. Foto: Imago

Der Hamburger wird somit der Nachfolger von Boris Becker und erst der zweite deutsche Spieler, der es an die Nummer eins-Position schafft. Bei den Damen erreichten Steffi Graf (mit insgesamt 377 Wochen am längsten auf Platz eins im Damentennis) und Angelique Kerber die Spitze der WTA-Weltrangliste.

ATP Finals

Das letzte große Jahres-Highlight der ATP-Tour: die Finals in Turin vom 15. bis zum 22. November. Qualifiziert haben sich bereits Alexander Zverev, Carlos Alcaraz und Ben Shelton. Auch Daniil Medvedev sicherte sich durch den Halbfinaleinzug in Wien die Teilnahme am prestigeträchtigen Saisonabschluss-Turnier. Jannik Sinner wäre ebenfalls qualifiziert gewesen, sagte die Teilnahme jedoch verletzungsbedingt ab.

Um einen Platz bei den ATP-Finals kämpfen aktuell noch der Italiener Flavio Cobolli, der Franzose Arthur Fils, der US-Amerikaner Frances Tiafoe, der Spanier Rafael Jódar und der Australier Alex de Minaur.

Auch Novak Djokovic ist noch im Rennen. Durch seine frühe Niederlage in Basel (Jan-Lennard Struff besiegte den Serben erstmals) müsste Djokovic beim Masters in Paris wohl den Titel holen, um sich noch einen Startplatz in Turin zu sichern. Auch der US-Amerikaner Taylor Fritz hat theoretisch noch die Chance, beim Saisonfinale der besten acht Profis in Italien dabei zu sein.