Rafael Nadal

Australian Open: 10 Kurzgeschichten zu Tag 1

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am ersten Tag der Australian Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse und Randgeschichten im Melbourne Park.

Neuer aggressiverer und riskanter Aufschlag bei Nadal

Wie steht es um den Fitnesszustand von Rafael Nadal? Das war eine der großen Fragen vor Turnierbeginn bei den Australian Open. Der Spanier hatte seit der Aufgabe im Halbfinale der US Open kein offizielles Match mehr bestritten. Beim Einladungsturnier in Abu Dhabi Ende Dezember ist Beobachtern aufgefallen, dass Nadal eine veränderte Aufschlagbewegung hat, und zwar schneller und aggressiver. Carlos Moya, Trainer der Nummer zwei der Welt, bestätigte dies im Gespräch mit der ATP-Tour-Webseite. „Rafa war angetan von den Veränderungen, auch wenn es zusätzliche Arbeit bedeutete. Er war der erste, der Schwächen in seinem Aufschlag festgestellt hat. Wir als Team haben ein Vorgehen formuliert, um den Aufschlag zu verbessern. Nach der Verletzung haben wir an der Aufschlagbewegung gearbeitet. Ich bin froh zu sagen, dass er sich nun wohlfühlt mit der umgestalteten Aufschlagbewegung.“ Francisco Roig, der zweite Trainer von Nadal, dass der zweite Aufschlag des Spaniers von einem geringeren Ballabsprung profitieren könnte und gab zu, dass der neue Aufschlag riskanter sei. Nadal siegte in der ersten Runde ohne Mühe gegen den australischen Wildcard-Spieler James Duckworth.

Nadal und der schlafende Journalist

Und noch mal Rafael Nadal. Der Spanier konnte mit seinem ersten offiziellen Match seit den US Open zufrieden sein. In der Pressekonferenz sorgte Rafa für den Lacher des Tages, als er einen schlafenden Journalisten im Raum entdeckte. Beim Döser handelte es sich um den Italiener Ubaldo Scangatta von Ubi Tennis, ein bekannter Mann in der Medienszene.

Kerber will Olympia-Mixed mit Zverev

Angelique Kerber und Alexander Zverev schrammten dieses Jahr am Titel beim Hopman Cup, der inoffiziellen Mixed-WM vorbei – genauso wie im Jahr 2018. Kerber schaut bereits voraus auf das Jahr 2020, in dem die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden. „Ich habe die Turniere mit Sascha sehr genossen. Ich hoffe, wir werden nächstes Jahr in Tokio Mixed spielen“, sagte Kerber. Zverev freut sich ebenfalls. „Olympia ist toll, weil es da um eine Goldmedaille geht und du nicht nur für dich spielst.“

Pat Cash vergleicht Kyrgios mit Donald Trump

Nick Kyrgios polarisiert in der Tennisszene, und auch in seinem Heimatland Australien. Pat Cash, Wimbledonsieger von 1987, vergleicht Kyrgios mit US-Präsident Donald Trump. „Er ist ein unglaubliches Talent, egal, ob man ihn mag oder nicht. Es ist schwer, die Augen von ihm zu lassen, was er auf den Tennisplatz bringt. Er ist fast wie der Donald Trump des Tennis. Bei den Dingen, die er tut und sagt, denkt man sich: Dieser Typ ist ein Idiot“, sagte Cash im Interview mit „Se San Breakfast“. Der Australier ergänzte: „Er kann unglaublich spielen. Es ist etwas ärgerlich. Warum kann er das nicht öfter tun und für eine Weile normal sein.“

Neue Tiebreak-Regel: Katie Boulter jubelt zu früh

Die neue Tiebreak-Regelung bei den Australian Open müssen die Spieler bei den Australian Open anscheinend erst einmal verinnerlichen. Steht es im Entscheidungssatz 6:6 wird ein Match-Tiebreak bis 10 Punkte gespielt. Katie Boulter und Ekaterina Makarova hatten das Vergnügen, den ersten Match-Tiebreak im Hauptfeld zu spielen. Boulter zog auf 7:4 voran und jubelte über ihren Sieg – zu früh. Wenig später durfte Boulter diesmal richtig jubeln – 10:6 gegen Makarova.

11 Damen mit Chance auf Nummer eins

Nach den Australian Open könnten wir eine neue Nummer eins haben. Das Rennen um den Thron im Damentennis wird spannend in Melbourne. Simona Halep führt das WTA-Ranking derzeit an und muss aber ihre Finalteilnahme aus dem Vorjahr verteidigen. Die Rumänin muss also um ihren Status als Nummer eins extrem kämpfen. Zehn Spielerinnen können sie bei den Australian Open von der Spitze verdrängen. Die unterschiedlichen Konstellationen ergeben sich im Laufe des Turniers. Was vor dem Turnier feststand: Caroline Wozniacki, Daria Kasatkina und Aryna Sabalenka müssen den Titel gewinnen, um eine Chance zu haben. Elina Svitolina, Karolina Pliskova und Kiki Bertens brauchen mindestens den Finaleinzug, Angelique Kerber mindestens das Halbfinale. Naomi Osaka, Sloane Stephens und Petra Kvitova könnten bereits mit einem Einzug ins Viertelfinale, die Nummer eins der Welt werden – wenn andere Konstellationen ihnen zugutekommen. Das Rennen um die Nummer eins der Welt in Melbourne wurde heute eröffnet – und jede Dame ist noch im Rennen.

Astra Sharma: Gegen jeden Widerstand 

Es sind die kleinen Geschichten, die jedes Grand-Slam-Turnier so besonders machen. Eine dieser Geschichten ist die Von Astra Sharma, 23 Jahre alt aus Australien, die sich gegen jeden Widerstand in ihr erstes Grand-Slam-Hauptfeld spielte. Sharma verlor Finale der australischen Play-off-Runde für eine Wildcard ins Hauptfeld. Tennis Australia verzichtete auf eine Wildcard für sie. Sharma startete in der Qualifikation gegen die Topgesetzte Vera Zvonareva, ehemals Nummer zwei der Welt. Sharma siegte, genauso wie in der zweiten Quali-Runde, nach Satzrückstand. Im Quali-Finale gewann sie in einem Marathonmatch nach Abwehr von drei Matchbällen mit 5:7, 7:6 (9:7), 7:6 (12:10). Und heute legte Sharma nach und besiegte in der ersten Runde im Hauptfeld ihre Landsfrau Priscilla Hon. Das Melbourne-Märchen geht also weiter.

Isner verliert Rekordduell gegen Landsmann

Es gibt nur zwei Spieler auf der ATP-Tour, die größer sind als John Isner (2,08 Meter). Zum einen Ivo Karlovic (2,11 Meter), zum anderen Reilly Opelka (ebenfalls 2,11 Meter). Isner musste in der ersten Runde zum Rekordmatch gegen Landsmann Opelka antreten. Kein Duell auf Grand-Slam-Ebene war gemessen an der Körperlänge größer als das der beiden. Und wie es fast schon zu erwarten war, entschied der Tiebreak über Sieg oder Niederlage. Vier Sätze, viermal Tiebreak, aber nicht mit Isner als Sieger, sondern mit Opelka. Der 21-Jährige servierte 40 Asse, Isner kam auf 47.

Griechen in Partystimmung

Melbourne ist nach Athen und Thessaloniki die drittgrößte griechische Stadt. Hier in Melbourne leben Zehntausende Griechen. Jahrelang hatte die griechische Gemeinde in Melbourne keine Spieler, denen sie bei den Australian Open zujubeln konnte. Doch nun sind Stefanos Tsitsipas und Maria Sakkari auf der Tour. Für die Griechen war heute Courthopping angesagt. Nachdem Tsitsipas knapp in vier Sätzen siegte – der erste Sieg eines Herrenspieler aus Griechenland in Melbourne überhaupt –, ging es direkt rüber zu Sakkari, die Jelena Ostapenko aus dem Turnier warf. Die griechischen Fangesänge werden wir Mittwoch wiederhören.

1573 Arena in Melbourne: Ein Druckfehler?

Was zum Teufel ist die 1573 Arena? Das haben sich nicht nur die Fans, sondern auch die Journalisten gefragt, als der Spielplan für den ersten Spieltag bei den Australian Open veröffentlicht wurde. Ein Druckfehler? Nein, der Show Court 2 trägt nun tatsächlich den Namen 1573 Arena. Warum? Der Stadionname wurde für das Turnier verkauft. 1573 ist eine chinesische Schnapsbrennerei, die ihren Betrieb im Jahr 1573 aufgenommen hat. Ob ein Sportstadion nach einer alkoholischen Firma benannt werden muss, sei mal dahingestellt.