Davis Cup

Davis Cup-Reform: Ja oder nein?

Unser Kolumnist Alexander Waske ist ein Mann klarer Worte. Beim Thema Davis Cup-Reform ist er aber hin und hergerissen und wägt zwischen Erlebnissen als Spieler und Trainer ab. 



Für mich war der Davis Cup während meiner aktiven Karriere wichtiger als alle Einzelturniere. So sehr ich diesen Wettbewerb als Aktiver aber geliebt habe, so intensiv mache ich mir heutzutage als Trainer Gedanken über die Pläne meiner Schützlinge. Als Trainer gilt es, Vor- und Nachteile des Davis Cups abzuwägen. Normalerweise habe ich zu vielen Themen eine klare Meinung. Doch beim Thema Davis Cup-Reform bin ich innerlich zerrissen.

Mentaler Kraftaufwand

Ich bin neugierig, wie die Abstimmung bei der ITF-Generalversammlung am 16. August ausgeht. Traurig bin ich, weil dieser wunderbar packende Wettbewerb in den vergangenen Jahren durch das Fehlen vieler Stars abgewertet wurde. Es gibt nach wie vor keine Weltranglistenpunkte und wohl auch immer weniger Geld von den Verbänden als Antrittsgage. Zu Glanzzeiten des Wettbewerbs konnten die Spieler großer Verbände ordentlich abkassieren. Der einzige Ehrgeiz, der also bleibt, ist die Ehre, für das eigene Land spielen zu dürfen. Das ist toll, aber der Kraftverbrauch war und ist enorm.

Ich habe während meiner gesamten Karriere in der Woche nach einem Davis Cup-Match nie ein Match gewonnen – und ich war nur der Doppelspieler. Der körperliche und mentale Kraftaufwand ist kaum greifbar. Tommy Haas beispielsweise hat so ein Davis Cup-Wochenende im Schnitt drei Wochen im Turnierkalender gekostet. Da war es verständlich, wenn sein Team eigentlich andere Interessen verfolgt hat. Tommy selbst hat den Davis Cup geliebt. Bis heute ist der Turnierkalender nicht kleiner geworden, im Gegenteil.

Triftige Gründe gegen Davis Cup

Die Manager denken an die Haltbarkeitszeit ihrer Klienten. Ein Roger Federer spielte nicht so oft, Dominic Thiem auch nicht. Im Vergleich dazu sind Novak Djokovic und Rafael Nadal häufig für ihr Land aufgelaufen. Doch es ist klar erkennbar: Je länger die Karriere andauert, desto eher denken die Stars darüber nach, den Wettbewerb auszulassen. Es gibt trifftige Gründe, die gegen ein Engagement sprechen: Als Star einer Auswärtsmannschaft droht einem, dass der Gastgeber einen Belag wählt, der ihm nicht gefällt.

So ist es Alexander Zverev im April gegen Spanien auf Sand ergangen. Er hat kurz zuvor sehr gut auf Hardcourt in Miami gespielt. Er verlor das Finale, jettete nach Europa, trainierte dreimal auf Sand und sollte funktionieren. Dies kann sein Team für eine Saison in Kauf nehmen. Aber jedes Jahr? Ich weiß nicht so recht. Als der Davis Cup richtig groß war in den 80er- und 90er Jahren, war der Turnierkalender in der Breite noch nicht so taff. Das ist Fakt.

Eine Frage der Ehre

Zurzeit bestimmen TV-Zeiten noch sehr viel und so lange die Präsenz des Davis Cups nicht stimmt, hat es der Wettbewerb schwer. Aber vielleicht schauen wir in zehn Jahren alle nur noch Streamingdienste auf Abruf. Und das, wann und wo wir wollen. Dann wäre die Diskussion hinfällig. Wer schaut sich heute ein Fünfsatzmatch komplett an – sowohl auf der Tribüne als auch im TV? Im VIP-Bereich wird mal reingeschnuppert und sich anschließend eher über die nichtschmeckende Rindswurst beschwert. Spaß beiseite. Letztlich ist es eine Frage der Ehre. Die französischen Spieler werden etwa von kleinauf auf dieses Mannschaftsgefühl getrimmt, lieben den Davis Cup.

Daran ändert auch die Meinung ihres Präsidenten nichts, der wohl für die Reform stimmen mag. Es gibt Spieler anderer Förderationen, die den Reformen näher stehen und nur zwei Tage Best-of-Three bevorzugen. Der Faktor Zeit spielt eine wichtige Rolle. Beispiel Eishockey-WM. Die findet jedes Jahr statt. Mir fehlt da oft der Reiz. Vielleicht wäre es für den Davis Cup gesünder, fände er nur noch alle zwei Jahre statt. Die einzige Sache, bei der ich mir sicher bin, ist der Faktor Heim- und Auswärtsspiele. Das muss so bleiben. Es zeichnet die Seele dieses Wettbewerbs aus. Das Schlimmste wäre, wenn mit allen Traditionen gebrochen wird und die Topspieler bleiben dem Event dennoch fern. Wie viel Geld und wie viele Punkte müssten dann gezahlt und ausgeschrieben werden?

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  1. Martin

    Meiner Meinung sollte man die Belastung reduzieren. Also auf best of three und zwei Tage gehen und zusätzlich noch die Weltgruppe auf 12 Mannschaften verkleinern, so dass die Halbfinalisten in der 1. Runde des nächsten Jahres ein Freilos haben.

    Wenn man wirklich ein Endturnier an einem neutralen Ort will sollte eine solche Mannschafts WM, was es dann definitiv wäre (kein Davis Cup mehr), alle 2 Jahre ausgetragen wären mit Qualifikationsspielen in der Zwischenzeit.

    Eine jährliche WM mit 18 Mannschaften (total bescheuerte Zahl nebenbei, 16 macht in jeder Hinsicht mehr Sinn) im November kann eigentlich nicht gutgehen.

  2. Naim

    Je m’appelle Naim je suis un joueur de tennis je suis déjà aller dans un compétition de tennis et j’aimaires bien venir dans votre academy de tennis j’ai 17ans merci


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