BMW Open by FWU 2019 – Day 7

Adria-Tour, Berlin-Absage sind tabu – Zverev bricht Pressekonferenz ab

Adria-Tour, Absage für Berlin – Themen, die Alexander Zverev konsequent umgeht. Fragen dazu sind nicht erlaubt. Dennoch hat der deutsche Topspieler Positives zu vermelden.

Köln/Nizza (SID) Nach nicht einmal acht Minuten war der Talk mit Tennisstar Alexander Zverev vorbei. Die Frage nach seiner umstrittenen Startabsage für das Turnier im Juli in Berlin war noch nicht einmal zu Ende gestellt, da verließ der deutsche Topspieler wort- und grußlos den Tisch. Weg war mit einem Schlag die blendende Laune, die der Tennisstar Minuten zuvor auf dem Court beim Einladungsturnier im französischen Nizza gezeigt hatte.

Der Auftakterfolg gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime war Zverevs erster Auftritt nach der umstrittenen Adria-Tour im Juni, wenige Tage später sorgte er mit einem Party-Video für Schlagzeilen. Danach teilte er auf Instagram mit, dass er auf einen Start in Berlin verzichte, um „lieber mit seinem Team zu trainieren“. Das war vor knapp einem Monat. Doch die Wunden, die die Kritik an seiner Person in den vergangenen Wochen hinterlassen haben, sind wohl noch nicht verheilt.

Zverev geht feste Verbindung mit Coach Ferrer ein

Dabei hatte Zverev in der Interviewrunde zuvor durchaus Positives zu vermelden. So hat der Hamburger die Testphase mit David Ferrer beendet und ist mit dem spanischen Trainer eine feste Verbindung vorerst bis zum Jahresende eingegangen. „Wir sind zusammen, ein Paar. Wir verstehen uns unglaublich. Wir sind jetzt eine Mannschaft“, sagte der Weltranglistensiebte, der zuletzt hauptsächlich von seinem Vater trainiert worden war.

„David und mein Vater sind jetzt beide meine Haupttrainer. Beide sind extrem wichtig in der Mannschaft“, sagte Zverev in Nizza. Am Sonntag soll Ferrer an der Cote d’Azur zu seinem Schützling stoßen. Dann haben beide bereits das erste große gemeinsame Ziel vor Augen: die US Open.

Noch halten die Organisatoren zwar trotz der verheerenden Coronalage in den USA an der Austragung fest, doch in der Branche mehren sich die Zweifel. Nägel mit Köpfen machte bereits die Weltranglistenerste Ashleigh Barty. Die Australierin wird nicht nach New York kommen. Am Sonntag sagte auch ihr Landsmann Nick Kyrgios ab. „Ich verzichte für die Menschen, für meine Aussies, für die Hunderttausenden Amerikaner, die ihr Leben verloren haben, für euch alle“, teilte Kyrgios in einem Twitter-Video mit.

Soweit ist Alexander Zverev noch nicht. „Natürlich haben wir uns zusammengesetzt. Meine Mutter wird nicht kommen, sie ist ja schon älter“, sagte Zverev, der noch hin- und hergerissen ist. „Ich würde es lieber haben, wenn die US Open nicht stattfinden. Aber wenn sie stattfinden, was sollen wir Spieler machen? Es geht ja auch um Ranglistenpunkte“, sagte der 23-Jährige, der einige Probleme auf die Veranstalter zukommen sieht.

Zverev über US Open: „Schwierig, Profis im Käfig zu halten“

„Es müssen alle Spieler irgendwie dahin kommen“, sagte Zverev, „ich weiß zum Beispiel, dass Russland und Brasilien komplett zu sind. Das ist das Schwierige.“ Auch müssten einige Regeln geändert werden. „Zum Beispiel, dass nur eine Person mit auf die Anlage kommen darf“, sagte Zverev. Wenn man dann bei der extremen Hitze über fünf Sätze spiele, „ist es extrem schwer, wenn nur der Trainer da ist und kein Physio. Das ist auch für den Körper gefährlich, was Verletzungen angeht. Davor habe ich mehr Angst.“

Doch er hat auch Hoffnung: „Ich denke, wenn wir in New York sind und die Regeln eingehalten werden, könnte das schon funktionieren. Wir werden ja dann wie in der NBA wie in einer bubble sein, halt nur im Hotel oder auf dem Tennisplatz.“ Es sei aber selbst dann nicht einfach: „Wir haben 600 Spieler. Es ist schwierig, alle Spieler im Käfig zu halten. Ich denke nicht, dass das alle einhalten werden.“