Juan Martin del Potro

ATP World Tour Finals: Wer holt sich die letzten zwei Tickets?

Sechs der acht Teilnehmer für die ATP World Tour Finals sind bereits qualifiziert: Rafael Nadal, Roger Federer, Alexander Zverev, Dominic Thiem, Marin Cilic und Grigor Dimitrov. Das heißt, es gibt noch zwei Plätze zu vergeben. Wer hat gute Chancen? Gibt es einen Favoriten für die beiden Plätze? Und für wen wäre es eine Premiere bei der WM? tennis MAGAZIN erklärt die verschiedenen möglichen Szenarien.

Die ATP World Tour Finals finden vom 12.11. bis zum 19.11. in London statt. Qualifizieren tun sich – wie bei den Damen – die Top Acht der Weltrangliste. Mit Novak Djokovic, Andy Murray und Stan Wawrinka fehlen die Top Drei des vergangenen Jahres wegen Verletzungen. Djokovic verlor 2016 das Finale gegen seinen Rivalen Murray mit 3:6 und 4:6. Dieses Jahr muss also ein neuer Champion gefunden werden. Durch das Fehlen dieser drei Stars haben vielleicht auch mal Underdogs wie Zverev, Thiem, Cilic und Co. die große Chance, sich am Ende durchzusetzen. Allerdings nehmen auch noch mit Rafael Nadal und Roger Federer die beiden domierenden Spieler dieser Saison teil. Wer sich die letzten beiden Plätze beim ATP-Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy sichert? Hier die möglichen Szenarien:

David Goffin hat mit 2.885 Punkten die besten Karten in der Hand. Eine Halbfinalteilnahme in Paris-Bercy und er ist sicher zum ersten Mal beim Saisonfinale dabei. Dafür müsste der Belgier aber wahrscheinlich den an drei gestzeten Marin Cilic im Viertelfinale besiegen. Alllerdings würde selbst eine Niederlage im ersten Spiel wahrscheinlich reichen.

Pablo Carreno Basta (2.605 Punkte) und Sam Querrey (2.525 Punkte) treffen im Achtelfinale aufeinander, sofern sie ihre Auftaktmatches gewinnen. Das heißt: Nur der Sieger dieser Partie kann sich dann noch erstmals für die ATP World Tour Finals qualifizieren. Um sicher dabei zu sein, müssten aber auch beide den Titel gewinnen – und das zum ersten Mal überhaupt bei einem ATP-Masters-1000-Turnier.

Kevin Anderson (2.470 Punkte) verlor in drei Sätzen im US Open-Finale gegen Rafael Nadal und feierte somit den größten Erfolg seiner Karriere. Er muss ebenfalls in Paris-Bercy triumphieren, um sicher nach London reisen zu können. Es wäre für den schon 31-Jährigen die erste Teilnahme bei der WM.

Juan Martin del Potro (2.415 Punkte) nahm schon viermal am Saisonfinale teil und kam 2009 ins Finale. Der Argentinier verlor damals gegen Nikolay Davydenko mit 3:6 und 4:6. Seine Niederlage im Basel-Finale gegen Federer könnte ihm noch sehr schmerzen: Mit weiteren 200 Punkten wäre er bereits an Carreno Busta vorbeigezogen und hätte eine bessere Ausgangsposition. Nun muss auch del Potro in Paris-Bercy triumphieren, um zum fünften Mal bei der WM teilzunehmen. Der Argentinier braucht mindestens die Halbfinalteilnahme, damit es mit der London-Teilnahme klappen kann. Ein steiniger Weg: Denn in Paris-Bercy könnte im Achtelfinale Alexander Zverev warten.

Jo-Wilfried Tongas (2.310 Punkte) Niederlage gegen Lucas Pouille im Wien-Finale könnte ihm ebenfalls seine Teilnahme in London kosten. Mit 200 Punkten mehr hätte er deutlich bessere Chancen. Der Franzose befindet sich in der gleichen Ausgangslage wie del Potro: Beide brachten sich erst spät durch gute Leistungen ins Rennen nach London und haben in Paris-Bercy die Chance, alles klar zu machen. Doch auch Tsonga braucht den Turniersieg, um das Ticket sicher lösen zu können. Der Franzose nahm dreimal am Saisonfinale teil und stand 2011 im Endspiel gegen Federer.

Lucas Pouille (2.145 Punkte) hat mit Abstand die schlechtesten Karten, sich für London zu qualifizieren. Sein Turniersieg in Wien lässt den 23-Jährigen noch hoffen. In Paris-Bercy muss er das Finale erreichen. um seinen WM-Traum am Leben zu halten. Aber selbst dann wird es für den Franzosen sehr schwierig, sich zu qualifizieren.

Text: Moritz von Blittersdorff


  1. Stefan Höfel

    Schon wieder ein neuer Redakteur!?
    Noch ist Wawrinka ja in den Top 8 des Jahres 2017. ich weiß gar nicht, ob der damit gerechnet hat, dass er sich trotz der Verletzungspause für das „Masters“ qualifizieren könnte.
    Mal sehen, was passiert, falls Wawrinka in den Top 8 bleibt!


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