Daniil Medvedev, Roger Federer

Daniil Medvedev: „Ich hasste Roger Federer, als ich 10 war“

Daniil Medvedev sprach beim ATP-Turnier im Londoner Queen’s Club über seine frühere Abneigung gegen Roger Federer und die Kritik von Boris Becker.

Daniil Medvedev spielt bislang eine starke Saison auf der ATP-Tour. Der 23-jährige Russe steht kurz vor dem Einzug in die Top 10. Durch seine flache Spielweise ohne viel Spin hebt sich Medvedev vom Rest seiner Spielerkollegen etwas ab. Auf die Kritik von Boris Becker, dass jeder Spieler unter 28 seine Einstellung aufgrund der Dominanz von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic hinterfragen sollte, reagierte Medvedev gelassen.

Daniil Medvedev: „Ich konnte ihn einfach nicht mehr gewinnen sehen”

„Vielleicht hat er recht, vielleicht liegt er falsch. Ich will gar nicht darüber streiten. Jede Generation ist anders“, sagte der Weltranglisten-13. am Rande des ATP-Turniers im Londoner Queen’s Club. Der Russe sieht die verbesserte Medizin als Hauptgrund für die Dominanz der Big Three. „Alles geht voran. Damals haben alle ihre Karriere mit 30 beendet, weil sie sich nicht mehr bewegen konnten. Nun ist es so, dass Federer mit 37 fünf Sätze auf Sand durchstehen kann und zwei Tage später wieder bereit ist. Davor war das nicht möglich. Nun ist es möglich. Mit ihrer Erfahrung sind sie immer noch vor uns.“

Medvedev sprach in Queen’s auch ganz offen darüber, dass er in seiner Jugend kein großer Fan von Roger Federer war. „Als ich 10 war, hasste ich Roger Federer. Ich konnte ihn einfach nicht mehr gewinnen sehen. Ich habe von der ersten Runde an für die anderen Spieler gejubelt. Als Barcelona im Fußball alles gewonnen hat, wollte ich, dass sie schlimm verlieren. Nun hat es sich etwas geändert, zumindest im Tennis, weil ich mich mehr auf mich selbst konzentriere. Wenn ich in der ersten Runde verliere, ist es mir egal, ob Nadal, Roger oder Novak die French Open gewinnt. Ich bin einfach nur sauer, dass ich in der ersten Runde verloren habe.“ Medvedevs bisherige Bilanz gegen Federer: zwei klare Niederlagen in Basel im Vorjahr sowie dieses Jahr in Miami und eine knappe Niederlage letztes Jahr in Shanghai.