Novak Djokovic-Doku: Der Wolf im Winter

Novak Djokovic Bild: Imago

Er ist immer noch da: Novak Djokovic wird auch die US Open spielen.

Novak Djokovic veröffentlicht am 20. August, im Vorfeld der US Open, seine Dokumentation „Der Wolf im Winter“ (Original: the Wolf in Winter). Djokovic selbst gab in Wimbledon erste Einblicke. Der Trailer der Dokumentation wurde kürzlich auf dem Prime Video-Kanal veröffentlicht.

In einem Monat veröffentlicht Novak Djokovic seine Dokumentation „Der Wolf im Winter“, welche global auf Amazon Prime verfügbar sein wird. Im Vorfeld von Wimbledon gab er bereits erste Details zur Entstehung der Dokumentation bekannt. Im Interview mit der Streaming-Plattform Tennis Channel verriet Djokovic, dass er schon seit einigen Jahren an dem Projekt arbeite.

Er sagte: „Es ist ein Projekt, das schon lange überfällig war und an dem wir, ehrlich gesagt, schon seit vielen Jahren arbeiten.“ 2017 seien erste Aufnahmen entstanden. Es sei dann allerdings zu einer „Pause“ und einer Umstellung im Team gekommen.

Djokovic: „Es fällt mir schwer, vollkommen zufrieden zu sein“

Im Tennis Channel-Interview sprach der 24-fache Grand Slam-Champion begeistert vom Regisseur seiner bevorstehenden Dokumentation Jason Hehir.  Der US-amerikanische Regisseur ist vor allem durch die hochgelobte Netflix-Serie „The Last Dance“ bekannt, in welcher er die Karriere von Basketball-Legende Michael Jordan porträtiert hatte.

In London sagte Djokovic über Hehir: „Er ist ein unglaublicher Künstler und offensichtlich ein großartiger Experte und einer der Besten auf seinem Gebiet.“ Er fügte hinzu: „Last Dance war ein Beweis für die Qualität, die er besitzt.“

In den letzten Jahren sei viel gefilmt worden und es ginge viel um die Überarbeitung letzter Versionen. Djokovic selbst falle es schwer, „vollkommen zufrieden zu sein“. Bereits im Trailer der Dokumentation wird klar: Sein größter Kritiker ist er selbst. In Wimbledon sagte der 39-Jährige: „Es fällt mir schwer, vollkommen zufrieden zu sein (…), deshalb überlasse ich es den anderen zu beurteilen, wie diese Dokumentation mich als Tennisspieler, als Mensch und auf meinem Weg darstellt.“ Gegenüber Tennis Channel gab der vielfache Grand Slam-Sieger zu: „Ich bin sehr gespannt und ehrlicherweise auch ein bisschen nervös, wie die öffentliche Resonanz ausfallen wird.“

Laut der New York Times sagte Hehir in einer Mitteilung im Vorfeld der Veröffentlichung: „Novak gewährte uns uneingeschränkten Einblick in seine unermüdliche körperliche und mentale Vorbereitung, während er auf dem höchsten sportlichen Niveau antritt und gegen Gegner spielt, die manchmal nur halb so alt sind wie er.“

Dies bewies der 39-Jährige zuletzt in Wimbledon. Im Viertelfinale kämpfte Djokovic fünf Stunden und 15 Minuten für den Sieg gegen den 25 Jahre alten Kanadier Felix Auger-Aliassime. Im Halbfinale musste er sich dann dem amtierenden Wimbledon-Sieger Jannik Sinner geschlagen geben. Bei den diesjährigen Australian Open hingegen hatte Djokovic den 24 Jahre alten Italiener besiegt.

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Aus im Halbfinale: Djokovic unterliegt Jannik Sinner in Wimbledon.

Die New York Times berichtet, dass Hehir und sein Team Djokovic „als Vater, Ehemann, Freund und manchmal als sture, polarisierende und kultivierte Figur“ kennengelernt hätten. Ein solches Bild zeichnet auch der vor kurzem erschienene Trailer. Djokovic gibt einen Einblick hinter die Kulissen einer beachtlichen Karriere.

Zu Beginn des Trailers nennt der 39-Jährige das serbische Wort „Inat“ (zu deutsch: Sturheit). Der ehemalige Weltranglistenerste erklärt den Begriff damit, in Momenten des Zweifelns, eine Stärke beziehungsweise Sturheit zu entwickeln, um anderen etwas zu beweisen.

Djokovics Imgage als „Party Crasher“

Djokovics Image als „Bad Guy“ und  „Party Crasher“ wird thematisiert – der Serbe „platzte“ in die legendäre Rivalität zwischen Roger Federer und Rafael Nadal. Es wird deutlich: Djokovics Image ist komplex – vom „Bad Guy“ (zu deutsch: „Bösewicht“) bis zum „GOAT“ ( = Greatest of all Time, englischer Begriff für „der Größte/Beste aller Zeiten“). Er nutzte die Ablehnung – seine Rolle als „Außenseiter“- als Antrieb, um den Kritikern das Gegenteil zu beweisen.

Der Trailer zeigt erste Einblicke von Djokovics Weg an die Spitze. Laut Amazon Prime decke die Dokumentation „die verschiedenen Facetten eines Mannes auf, der unter außergewöhnlichen Umständen“ geformt worden sei. Er wuchs im vom Krieg geprägten Serbien auf.

Seine Familie und er selbst opferten viel für die Karriere des mittlerweile vielfachen Grand Slam-Champions. „Er war nicht der Auserwählte“, sagte seine Frau Jelena Djokovic. Laut dem Trailer hätten ihn „all diese Umstände noch stärker gemacht“. In seiner mittlerweile 23 Jahre langen Profikarriere hält Djokovic etliche Rekorde.

Andre Agassi: „Er ist der beste aller Zeiten“

Andre Agassi sagt in der Vorschau der Dokumentation: „Niemand kann an das heranreichen, was er geschafft hat. Er ist der Beste aller Zeiten.“ Der 39-Jährige ist 24-facher Grand Slam-Sieger (10 Australian Open-, 7 Wimbledon-, 4 US Open- und 3 French Open-Titel). Der Serbe führte die Weltrangliste – mit 428 Wochen – am längsten an.

2024 gewann er bei den Olympischen Spielen in Paris die Goldmedaille sowie die Bronzemedaille in Peking im Jahr 2008. Auch auf der ATP Tour stellte der 39-Jährige etliche Rekorde auf: Sieben Mal gewann er die ATP Finals. Mit 40 Titeln bei den ATP-Masters-1000-Turnieren ist Djokovic ebenfalls Rekordhalter.

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Süßer Sieg: Bei den Australian Open 2023 gewinnt Djokovic einen seiner 24 Grand Slam-Titel.

Djokovic: „Meine Reise ist noch nicht zu Ende“

Der Trailer macht deutlich: Hinter diesen beeindruckenden Zahlen und Erfolgen stecken Opfer, Selbstzweifel und Konsequenzen. „Es gibt Tage, an denen fühle ich mich wie der Beste und es gibt Tage, an denen zweifle ich viel an mir selbst“, sagt Djokovic. Mit 39 Jahren spielt er noch immer Tennis auf höchstem Niveau. Aktuell steht er auf Rang Sieben der Weltrangliste. Er sei an einem Punkt angelangt, an dem er seine eigenen Rekorde breche. Er habe noch etwas zu beweisen.

Laut der Vogue Adria sagte Djokovic über seine bevorstehende Dokumentation: „Tennis hat mir so viel gegeben, aber die größten Kämpfe wurden nie nur auf dem Platz ausgetragen. In dieser Dokumentation geht es um die Momente, die die Leute nicht gesehen haben, um die Zweifel, die Opfer und die Arbeit, die nötig ist, um immer wieder über das hinauszuwachsen, was viele zu kennen glauben.“

Außerdem: „Meine Reise war unglaublich, aber sie ist noch nicht zu Ende.“ Für den Titel seiner Dokumentation „der Wolf im Winter“ gibt es bisher keine offizielle Erklärung. Es spricht viel dafür, dass Djokovic der Wolf in der Spätphase seiner Karriere (Winter) ist. Der sehenswerte Trailer endet mit einem Wolfsgeheul von Djokovic.

Als Nächstes stehen für Djokovic neben der Veröffentlichung der Dokumentation am 20. August, der letzte Grand Slam des Jahres an: die US Open. Die Fans und die Zuschauer inspirieren den 39-Jährigen immer noch. In der amerikanischen Morgensendung CBS Mornings sagte Djokovic: „Einer der Gründe, warum ich noch spiele, ist die Energie der Zuschauer. Für die Wertschätzung und den Respekt, den ich vor allem in den letzten Jahren auf der ganzen Welt erhalten habe, kann ich den Leuten nicht genug danken. Es bedeutet mir sehr viel.“

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Bad in der Menge: Auf der Zielgeraden seiner Karriere lieben die Zuschauer Novak Djokovic.

Djokovic erzählt die Geschichte des Party-Crashers in seiner Dokumentation und steht längst als spielende Legende auf dem Court.

Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.