Daniel Altmaier

HAMBURG, GERMANY - JULY 22: Daniel Altmaier of Germany in action against Martin Klizan of Slovakia on day one during the Hamburg Open 2019 at Rothenbaum on July 22, 2019 in Hamburg, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

YONEX-Tagebuch aus Paris: Daniel Altmaier – „Ich wusste nicht, ob ich teilnehmen könnte“

Knapp 50 Spieler von YONEX stehen im Hauptfeld bei den French Open. Auf tennismagazin.de berichten einige YONEX-Schützlinge über ihre Erlebnisse in Roland Garros. Daniel Altmaier gewann in Paris sein erstes Grand-Slam-Match.  

Erstes Antreten in einer Grand-Slam-Qualifikation, erstes Erreichen eines Grand-Slam-Hauptfeldes, erster Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier: Daniel Altmaier begeistert derzeit bei den French Open in Paris. Dabei stand der Start des 22-jährigen Deutschen in Roland Garros auf der Kippe. „Ich wusste vor der Qualifikation nicht, ob ich überhaupt teilnehmen könnte, weil ich mich in der Woche zuvor beim Challenger-Turnier in Aix en Provence im Halbfinale an den Adduktoren verletzt habe und aufgeben musste. Vor dem Quali-Start gab es dann die Entwarnung, dass ich spielen kann“, schildert Altmaier, derzeit die Nummer 186 im ATP-Ranking.

Die Strapazen haben sich gelohnt. Altmaier spielte sich nach Siegen gegen Tallon Griekspoor, Hiroki Moriya und Ruben Bemelmans zum ersten Mal in ein Grand-Slam-Hauptfeld. Dort kam es zum Duell der Gegensätze gegen Grand-Slam-Dauerbrenner Feliciano Lopez. Der Spanier spielte sein 74. Grand-Slam-Turnier in Folge. 7:6, 6:4, 6:4 hieß es für den unerfahrenen Deutschen. „Ich war gegen Lopez nicht nervöser als in der ersten Quali-Runde. Mir ist gelungen, die positive Energie hochzuhalten“, sagt Altmaier.

Einjährige Verletzungspause wirft Daniel Altmaier zurück

Für den gebürtige Kempener ist die große Tennisbühne Neuland. Erst sechs Matches spielte er bei ATP-Turnieren. „Die French Open sind natürlich viel besser organsiert als Challenger-Turniere. Die Atmosphäre hier ist völlig anders mit den ganzen Topspielern. Für mich ist es allerdings nur eine andere Stadt und ein anderer Name des Turniers. Ich versuche das, was außen passiert, auszublenden und mich auf meine Leistung zu konzentrieren“, erzählt Altmaier.

Der größte Sieg in seiner Karriere fand vor leeren Rängen statt. „Natürlich ist das sehr schade. Es wäre besonders gewesen, vor vollen Rängen zu spielen. Ich bin mir sicher, dass im Match gegen Lopez sehr viele Zuschauer dabei gewesen wären. Das wäre eine riesengroße Erfahrung gewesen.“ Altmaier stand im Jahr 2017 mit 18 Jahren beim Rasenturnier in Antalya bereits im Viertelfinale. Der Deutsche war auf dem besten Weg, sich in die Top 200 vorzuspielen und regelmäßig in Qualifikationen bei Grand-Slam-Turnieren anzutreten. Wegen einer Bauchmuskel- und Schulterverletzung musste er jedoch fast auf die gesamte Saison 2018 verzichten.

Daniel Altmaier erhielt Stipendium von Sky Sports

Nun ist Altmaier wieder voll da – und so gut wie noch nie. Seit 2017 wird der 22-Jährige mit einem Stipendium von Sky Sports unterstützt – als erster Deutscher in diesem Programm. Vor allem in der Zeit der Verletzungspause war diese eine große Stütze für ihn. „Sky Sports war ein großer Partner für mich und hat mich in dieser Zeit toll unterstützt. Durch die Partnerschaft mit Sky Sports konnte ich viel erleben. Ich war bei zwei Boxkämpfen von Antony Joshua dabei und habe gesehen, wie das Fernsehen hinter den Kulissen arbeitet. Das sind Einblicke, die man sonst nicht sieht. Ich bin sehr glücklich, Sky Sports an meiner Zeit zu haben.“

Das Stipendium von Altmaier läuft Ende dieses Jahres aus. „Was in der Zukunft passiert, wurde noch nicht besprochen. Unser Tennisjahr ist noch nicht zu Ende. Derzeit sieht es so aus, dass wir bis Ende November an Challenger-Turnieren teilnehmen können. Nach dem Jahr setzten wir uns generell zusammen und besprechen, was außerhalb des Platzes passiert.“ Für Altmaier steht am morgigen Donnerstag bei den French Open das nächste besondere Duell bevor. Er trifft in der zweiten Runde im deutschen Duell auf Jan-Lennard Struff.