BNP Paribas Open – Day 12

Kohlschreiber-Manager: „Fuß-Verletzung hätte Philipp fast Karriere gekostet“

Heute beginnt das Herren-Hauptfeld bei den Miami-Open. Philipp Kohlschreiber, der in Indian Wells noch im Viertelfinale stand, verzichtet auf einen Start in Florida. Gegenüber tennismagazin.de erläutert sein Manager Stephan Fehske die Gründe dafür.

Letzte Woche in Indian Wells war Philipp Kohlschreiber in aller Munde. Mit seinem ersten Viertelfinaleinzug bei einem Masters-1000er-Turnier seit knapp acht Jahren überraschte der 34-Jährige die Szene. Nicht der hoch gehandelte Alexander Zverev, der in der kalifornischen Wüste gleich sein erstes Match (gegen Joao Sousa) verlor, war der beste deutsche Profi beim ersten ATP-Großevent der Saison – sondern eben Kohlschreiber.

Kohlschreiber: Schlechter Start ins Tennisjahr

Das war nach seinem eher schlechten Start ins neue Tennisjahr nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Kohlschreiber gewann vor Indian Wells bei fünf Turnierstarts nur zwei Partien. Und auch bei den „BNP Paribas Open“ hatte er zunächst zu kämpfen. Gegen Tim Smyczek quälte er sich zu einem Auftakterfolg (1:6, 6:4, 6:4). Danach verriet er der FAZ: „Es läuft nicht rund. Ich will nicht sagen, dass ich verzweifle. Aber ich spiele drei tolle Bälle, und der vierte ist so komplett schlecht, dass der die drei Bälle vorher neutralisiert, und dann ist der Punkt verloren. Mir fehlt Konstanz, die mir Ruhe geben könnte – die habe ich im Moment einfach nicht. Irgendwie ist der Wurm drin.“

Vielleicht half es „Kohli“, dass er sich den Frust von der Seele redete. Dann danach erlebte man ihn wie ausgewechselt. Erst schlug er mit Marin Cilic einen Top Ten-Spieler, dann nutzte er seine Chance und besiegte den Franzosen Piere-Hugues Herbert. Im Viertelfinale schließlich gewann er den ersten Satz gegen den späteren Indian Wells-Sieger Juan Martin del Potro und verlor am Ende knapp mit 6:3, 3:6, 4:6. „Mein aktuelles Tennislevel steigt von Woche zu Woche und bei diesem Turnier kam glücklicherweise alles Positive zusammen“, sagte der Augsburger.

Umso kurioser wirkte dann seine zügige Absage für das nächste Großturnier in Miami. Es ist kein Geheimnis, dass Miami nicht zu seinen Lieblingsturnieren auf der Tour zählt. Immer wieder trat Kohlschreiber in der Vergangenheit dort nicht an. Häufiger Grund: frühe Vorbereitung auf die Sandplatzsaison.

2018 aber ist die Lage etwas anders, wie sein Manager Stephan Fehske tennismagazin.de auf Anfrage mitteilte. „Wir müssen seinen rechten Fuß ständig im Blick haben. Gerade auf Hartplatz ist die Belastung relativ hoch. Es ist uns wichtig, dass die gute spielerische Entwicklung im Vordergrund steht in Verbindung mit den notwendigen Pausen im höheren Alter“, erklärt Fehske, der früher auch als Coach von Kohlschreiber fungierte. Seit Oktober 2017 ist der österreichische Ex-Profi Markus Hipfl sein Trainer.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio hatte sich Kohlschreiber einen Ermüdungsbruch im rechten Fuß zugezogen. Die Verletzung zwang ihn immer wieder zu Pausen und Turnierabsagen. „Er hat zwar aktuell wenig Beschwerden am Fuß, aber wir haben entschieden, seine gute körperliche Verfassung zu konservieren. Wir wollen, dass er für die kommenden Aufgaben fit ist. Sein Fuß wird regelmäßig kontrolliert, diese Woche erst hatte er wieder einen Arzt-Termin. Diese Verletzung hätte ihn damals fast seine Karriere gekostet. Sie bedarf deswegen permanenter Beobachtung und Schonung“, so Fehske weiter.

Davis Cup noch kein Thema

Vermutungen, dass Kohlschreiber die Pause nutzt, um sich frühzeitig für den Davis Cup gegen Spanien (6. bis 8. April) auf Sand in Form zu bringen, widerspricht Fehske: „Zum Thema Davis Cup gibt es derzeit noch nichts zu sagen. Philipp steht in Kontakt mit Teamchef Michael Kohlmann und schont sich derzeit.“

Im Herren-Hauptfeld von Miami sind folgende deutsche Starter vertreten: Alexander und Mischa Zverev, Jan-Lennard Struff, Maximilian Marterer und Peter Gojowzcyk.

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