Gael Monfils zum letzten Mal bei den French Open: Ansichten eines Showman
Bei seinen letzten French Open verlor Publikumsliebling Gael Monfils sein Erstrundenmatch gegen den Franzosen Hugo Gaston. Es war eine Partie, die so faszinierend war, wie die ganze Karriere des 39-jährigen. Am Ende, nach fast dreieinhalb Stunden, stand es 2:6, 3:6, 6:3, 6:3, 0:6. Zu Beginn des Grand Slams fand zu Ehren von Monfils der Benefizabend „Gael and Friends“ auf dem Pariser Centre Court statt.
„Wenn du dein Ziel nicht erreichst, ist es kein Versagen, es ist eine Erfahrung.“ Sagt Gael Monfils. Vor dem Adieu bei den French Open sprach der Franzose im Tennis Insider Club-Podcast von Caroline Garcia über seine letzte Saison, sein Image als „Showman“ und reflektierte zugleich die Herausforderungen, die sich hinter seiner „Show“ verstecken. Zu Beginn der French Open 2026 feierte Monfils bereits im Rahmen eines Benefizabends „Gael & Friends“ auf dem Court Philippe Chatrier in seiner Heimatstadt seinen Abschied.
Gael Monfils: „Ich mache gerne eine Show“
Im Podcast erzählte Monfils, wie er mit Druck umgeht und was es heißt, von den Zuschauern als „Showman“ gesehen und vielleicht sogar missverstanden zu werden.
„Man macht sich selbst viel Druck“, antwortete Monfils auf die Frage, wie er mit Stress umgehe. Als Spieler wolle man Ziele erreichen und immer gewinnen – das würden Zuschauer zum Teil vergessen, besonders wenn es um ihn selbst gehe. „Sie denken: Er will nur eine Show machen“, sagte Monfils und fügte hinzu: „Ich mache gerne eine Show, aber in meinem Kopf steht Gewinnen an erster Stelle“
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Dass manche Menschen ihm unterstellen, die Show zu priorisieren, störe ihn aber nicht. „Vielleicht ist es genau das, was sie von mir erwarten, aber ich kann dir versichern, dass der Sieg das Hauptziel ist“, versicherte der 39-Jährige.
Seine Bewegungen auf dem Court seien für ihn natürlich und Monfils ist überzeugt, dass Show-Elemente zum Teil einen größeren Fokus verlangen. „Wenn du eine Show ablieferst, bist du besonders fokussiert. Viele Leute erkennen die Schwierigkeiten gar nicht wirklich an“, vermutete Monfils.
Gael Monfils: „Ich möchte das Beste aus mir herausholen“
Caroline Garcia, ihr Ehemann Borja Duran und Monfils unterhielten sich zudem über Ziele, die sich der Franzose setzt und über die Erwartungen, die von außen an ihn herangetragen werden. „Ich möchte das Beste aus mir herausholen, also ist Aufgeben keine Option“, beteuerte „La Monf“ und ergänzte: „Ich wollte mir schon immer beweisen, dass ich kleine, mittlere und – sagen wir mal – langfristige Ziele erreichen kann und das hilft mir sehr dabei, meine Motivation und meinen Mut zu stärken, um immer wieder aufzustehen.“
Was die Erwartungen von außen betrifft: Für Monfils seien die Vergleiche der schwierigste Teil. „Viele Menschen vergleichen uns mit jemandem, der total unterschiedlich ist“, bekannte der französische Profispieler. Für ihn sei es wichtig, bei sich selbst zu bleiben und stets sein Bestes zu geben.
„Viele Menschen sagen, dass ich ein Grand Slam hätte gewinnen sollen“, sagte Monfils. In seinem Instagram-Post, in dem er im vergangenen Jahr sein Karriereende ankündigte, schrieb er, dass er nicht davon ausgehe, dieses Ziel in seinem letzten Jahr zu erreichen.
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Tennis sei ein langer und holpriger Weg, der nie wirklich gerade verlaufe. Für Monfils sei es wichtig, diesen Weg zu genießen: „Denn Opfer zu bringen, fällt einem leichter, wenn man ein bisschen Spaß dabei hat“, riet er. Tennis sei eine wunderschöne Erfahrung. Monfils mahnte: „Wenn du dein Ziel nicht erreichst, ist es kein Versagen, es ist eine Erfahrung!“
Der Tochter viele Möglichkeiten aufzeigen
Seit Juli 2021 ist Monfils mit der ukrainischen Profispielerin Elina Svitolina verheiratet. Im Oktober 2022 wurde er Vater seiner Tochter Skai. Bei der Frage, ob seine Tochter in die Fußstapfen ihrer Eltern treten werde, hatte Monfils gemischte Gefühle: „Sie würde von Anfang an unter großem Druck stehen, da sie die Tochter von Elina Svitolina und Gael Monfils ist.“
Gael Monfils to Elina Svitolina:
‚I would like to thank my wife because without her, I maybe wouldn’t be still here tonight. We’ve been together 8 beautiful years, you have supported me, raised me up, loved me, and you gave me the greatest gift in our daughter. I love you‘ ❤️ pic.twitter.com/4GedCKi89g
— Bastien Fachan (@BastienFachan) May 25, 2026
Aber diese Tür wolle er seiner Tochter selbst offen lassen: „Sie wird es tun, wenn sie es möchte.“ Sein Ziel sei es, seiner Tochter so viele Möglichkeiten wie möglich aufzuzeigen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Auf Instagram teilt Monfils immer wieder kleine Einblicke in sein Familienleben.
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Auch für seine Ehefrau seien diese French Open besonderes. In Paris sagte sie: „Es sind Gaels letzte French Open, daher ist es für mich etwas ganz Besonderes, und ich versuche, es so gut wie möglich zu genießen.“
Abschiedsabend in Paris: „Gael & Friends“
Auf dem Court Philippe Chatrier feierte Gael Monfils bereits vor dem Start in Paris seinen Abschied. Im Rahmen eines Benefizabends veranstaltete der 39-Jährige ein Mixed-Doppel-Turnier mit musikalischer Begleitung.
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Teil des Benefizabends waren seine Tennis-Kollegen und Freunde: Novak Djokovic, Richard Gasquet, Ben Shelton, Jannik Sinner, Stefanos Tsitsipas, Jo-Wilfried Tsonga und Alexander Zverev. Auch Top-Spielerinnen waren dabei. Darunter seine Ehefrau Elina Svitolina, gefolgt von: Belinda Bencic, Sorana Cirstea, Naomi Osaka, Diane Parry, Maria Sakkari, Taylor Townsend und Donna Vekic.
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Das Credo von Monfils: Er will immer spielen und gewinnen: „Egal, ob beim Kartenspielen mit Freunden oder auf der Playstation“.
Zu seiner Athletik sagte er: „Ich habe das Glück und bin gesegnet, dass ich so hoch springen kann.“ Seine Koordination sei ein Geschenk. „Andere Sportarten, vor allem Basketball, haben mir dabei geholfen.“ Den eingesprungenen Schmetterball macht er nicht nur wegen der Show: „Ich fühle mich wohl damit – wie LeBron James beim Dunk.“
Was bleibt am Ende, nach einer 22-jährigen Profi-Karriere? „Man muss dankbar dafür sein, was das Leben einem gibt.“ Er habe unglaubliche Erinnerungen an Paris. „Ich kann gar keine schlechte nennen. Meine schlechteste wird vielleicht sein, wenn ich nicht mehr spiele.“
Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU Akademie.
