Die WTA-Finals in Indian Wells starten am 8. November. Mit dabei: Wimbledon-Finalistin Karolina Muchova.
Im Format „Die Saison von …“ findet Ihr alle Infos über die besten acht Spielerinnen der Saison: Karolina Muchova qualifizierte sich als achte Spielerin und tritt in diesem Jahr erstmals bei den WTA-Finals an. Ihre erste Qualifikation ist es jedoch nicht. 2023 landete die Tschechin ebenfalls unter den Top 8, musste jedoch aufgrund einer Handgelenksverletzung die Teilnahme am Saisonfinale in Cancun absagen.
Muchova spielte mit einer Bilanz von 41 Siegen zu 12 Niederlagen eine solide Saison. Zu Saisonbeginn erreichte sie Runde vier bei den Australian Open in Melbourne, wo sie sich Coco Gauff in drei Sätzen geschlagen geben musste (1:6, 6:3 und 3:6).
Erster Titel nach über sechs Jahren in Doha
In Doha gewann die Tschechin dann das erste Masters-Turnier der Saison und gleichzeitig auch ihren ersten Titel auf der WTA-1000-Ebene. Im Finale schlug sie die Kanadierin Victoria Mboko in zwei Sätzen mit 6:4 und 7:5.
Der Triumph war ein wichtiger Meilenstein für Muchova, die ihren letzten Titel über sechs Jahre zuvor gewonnen hatte. „Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich noch in der Lage bin, ein Turnier zu gewinnen. Es ist eine Weile her, seit ich eine Trophäe hochgehalten habe. Es fühlte sich an, als sei mir ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte die Doha-Siegerin über ihren Triumph gegenüber der Streaming-Plattform Tennis Channel.
In Dubai zog sie ihre Teilnahme zurück, In Indian Wells erreichte die 30-Jährige das Achtelfinale, in welchem sie sich Iga Swiatek geschlagen geben musste. Die Polin gewann mit 6:2 und 6:0. In Miami schaffte sie es bis ins Halbfinale, welches von Coco Gauff dominiert wurde. Die US Amerikanerin siegte mit 6:1 und 6:1.
In Stuttgart startete Muchova dann mit einem Highlight auf der roten Asche, indem sie das Finale erreichte. Im Endspiel musste sie sich dann Elena Rybakina geschlagen geben. Zuvor feierte sie im Viertelfinale ihren ersten Karriere-Sieg gegen Coco Gauff.
In Rom war bereits in Runde zwei Endstation gegen Anastasia Potapova. Auch bei den French Open in Paris, wo sie 2023 im Finale stand, musste sie sich in Runde drei geschlagen geben.
Rasen-Highlights: Sieg in Bad Homburg und Finale in Wimbledon
Umso erfolgreicher verlief die Rasensaison für Muchova. Beim Auftakt in Berlin lief es noch etwas holprig. Schluss war im Achtelfinale gegen die US-Amerikanerin Madison Keys. Im Doppel musste sich die Tschechin bei ihrem Auftaktmatch geschlagen geben. An ihrer Seite spielte Tennis-Ikone Serena Williams.
In Bad Homburg zeigte sich die Tschechin in Topform und kämpfte sich bis ins Endspiel. Im Finale traf sie auf die ehemalige Weltranglistenerste, Naomi Osaka. Bei einem Stand von 6:1 und 1:0 für Muchova musste die Japanerin das Match verletzungsbedingt beenden. Für die Tschechin war dies der zweite Turniersieg der Saison.
In Wimbledon spielte Muchova dann ein herausragendes Turnier und kämpfte sich im All England-Club bis ins Finale. Auf dem heiligen Rasen musste sie sich im tschechischen Finale ihrer Kontrahentin Linda Noskova geschlagen geben.

Kämpfte im Finale von Wimbledon bis zum Schluss: Karolina Muchova. Foto: Imago
Muchova bewies im Endspiel an der Church Road mentale Stärke. Die 30-Jährige lag deutlich zurück: 2:6 und 2:5. Die 1,80 Meter große Spielerin schaffte den Satzausgleich und wehrte insgesamt fünf Matchbälle ab. „Ich wollte einfach um jeden Punkt kämpfen“, erklärte Muchova im Anschluss. Im dritten Satz verwandelte Noskova dann ihren sechsten Matchball und gewann mit 6:2, 5:7 und 6:3.
Muchova: „Ein Grand Slam bleibt das Ziel“
Nach dem Finale kletterte Muchova auf Rang sechs der Weltrangliste, ihre bisherige Spitzenposition. Muchova, die damit in zwei Grand Slam-Finals stand (Roland Garros 2023 und Wimbledon 2026), sagte noch: „Einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, bleibt einer meiner großen Träume. Heute ist es ein Rückschlag, aber auch eine Motivation, weiterzuarbeiten und es erneut zu versuchen.“
Die darauffolgenden Masters in Toronto und Cincinnati musste Muchova verletzungsbedingt auslassen. Die Tschechin wurde in ihrer Karriere häufig durch Verletzungen zurückgeworfen. Auf der WTA Tour gilt sie daher als Beispiel für einen enormen Kampfgeist, mit dem sie sich schon mehrfach zurück an die Spitze spielte.
Sieg im Mixed in New York
In New York wurde sie beim letzten Grand Slam des Jahres im Einzel bereits in Runde drei von der US-Amerikanerin Emma Navarro gestoppt. Im Mixed-Wettbewerb, der vor Turnierbeginn stattfand, lief es dafür umso besser. An der Seite des Tschechen Jakub Mensik gewann Muchova den Grand Slam-Titel im Mixed.
Im Endspiel schlug das Duo die Schweizerin Belinda Bencic, die ein Team mit dem Italiener Flavio Cobolli gebildet hatte. In Wimbledon hatte Muchova zwar von dem Traum gesprochen, einen Grand Slam-Titel im Einzel zu gewinnen, aber der Mixed-Titel in New York könnte schon mal ein kleiner Vorgeschmack sein.
In Asien erreichte die Tschechin in Beijing bei den China Open das Viertelfinale und bei den Wuhan Open das Achtelfinale.
Muchova: heimliches Musik-Talent
Aktuell bereitet sich Muchova in Indian Wells auf die anstehenden WTA-Finals vor. Die Spannung steigt. Am 8. November geht’s los! Die Tschechin ist großer Musik-Fan und betonte oft, dass Musik ihr Ventil zur Entspannung sei.
In Bad Homburg sagte Muchova: „Ich glaube, jeder liebt Musik und für mich ist es eine Art Flucht vom Tennis. Ich bin gerne zu Hause, spiele Gitarre und Klavier und singe mit – meistens nur für mich selbst, weil ich insgesamt schüchtern bin (lacht). Aber ich liebe es.“

Überzeugt auf dem Court durch Variabilität: Karolina Muchova. Foto: Imago
Ob Muchova mithilfe von musikalischer Entspannung und ihrem variierenden All-Court-Spiel, unter anderem ihrer Spezialität Serve and Volley, in der kalifornischen Wüste Erfolge feiert, wird sich zeigen. Das erste Ziel ist das Überstehen der Gruppenphase. Gemeinsam mit Aryna Sabalenka, Mirra Andreeva und Elina Svitolina bildet die Tschechin Gruppe zwei.