Indian Wells – Tennis

Riesenschüssel: Der Centre Court in Indian Wells ist das zweitgrößte Tennisstadion der Welt.Bild: Imago

Indian Wells: 10 Dinge, die man über das Tennis-Paradies wissen sollte

Indian Wells gehört zu den prestigeträchtigsten Tennisturnieren der Welt. Hier sind zehn Dinge, die man über das Masters-Event in Kalifornien wissen sollte.

Indian Wells: Wohlfühloase für Tennis-Liebhaber

Indian Wells ist unter anderem auch als Tennis-Paradies bekannt. Es sticht hervor durch seine traumhafte Wüstenkulisse im kalifornischen Coachella Valley und befindet sich in der Nähe von Palm Springs. Hier überzeugt das Turnier durch eine Kombination von Sonne, Palmen und einem Bergpanorama, was sich sehen lassen kann. Tennisfans aus der ganzen Welt machen sich jährlich auf den Weg nach Kalifornien, circa eine halbe Millionen Zuschauer (2025 waren es 504.628) besuchen das Turnier innerhalb der zwei Wochen.

Indian Wells: Mehr als nur ein Masters-Turnier

Das Turnier in Kalifornien hat nicht nur aufgrund seiner Lokalisierung einen besonderen Status. Es ist auch abseits dessen – nach den vier Grand Slams – eines, wenn nicht sogar das bedeutendsten Mastersturnier, das es gibt. Viele Jahre galt Indian Wells als „fünftes Grand-Slam-Turnier”. Es bietet 64 Erstrundenpartien (Damen und Herren kombiniert) und hat mit 16.000 Plätzen das zweitgrößte Tennisstadion der Welt nach dem Arthur Ashe Stadium in New York. Gespielt wird im Indian Wells Tennis Garden, der 29 Hartplätze umfasst.

Organisation auf Topniveau

Auch die Organisation des Turniers steht häufig im Vordergrund. Hier wird oft von einer außergewöhnlich guten Planung und sehr guten Trainingsbedingungen gesprochen. Deshalb konnte sich Indian Wells auch als absoluter Turnierfavorit unter den Profis etablieren. Zehnmal in Folge erhielt das Event den ATP Award als bestes Turnier der neun Masters-Turniere. Auch bei den WTA Tournament Awards räumt Indian Wells als beliebtestes Event regelmäßig ab.

Hohe Prämien in Indian Wells

Indian Wells ist eines der höchstdotierten Turniere nach den Grand Slams. Satte 9,5 Millionen US-Dollar werden hier an die Spielerinnen und Spieler verteilt. Die Einzelsieger bei den Damen und Herren bekommen im Jahr 2026 jeweils 1,15 Millionen US-Dollar für den Turniersieg. Eine Teilnahme in der ersten Runde bringt bereits rund 24.000 US-Dollar ein.

Wenn ATP und WTA zusammenkommen

Das bekannteste kombinierte Masterturnier ist das in Indian Wells. Bereits seit 1996 spielen hier die Damen und Herren zeitgleich um Punkte. Auch was die finanzielle Gleichstellung von Männern und Frauen betrifft, ist Indian Wells ein Vorreiter. Es ist so eines der bedeutendsten Turniere im Tennisjahr.

Tennis in der Wüste

Aufgrund der Lage des Turniers und der langsamen Hartplätze kommt es immer wieder zu besonders spektakulären Ballwechseln. Die Wüsten-Bedingungen begünstigen dramatische Wendungen und ein episches Spiel. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit gibt es weniger Luftwiderstand und der Ball fliegt schneller – gleichzeitig wird der Ball durch den Belag stark abgebremst. So ist es auch für Profis eine besondere Herausforderung.

Der Boykott der Williams-Schwestern

Aber nicht alle sind so begeistert vom Turnier in der Wüste, denn die Williams-Schwestern Serena und Venus boykottierten Indian Wells von 2002 bis 2014 – Venus sogar bis 2015. Aber was war passiert? Im Finale zwischen Serena Williams und Kim Clijsters im Jahr 2001 kam es zum Eklat. Zuvor sollten die Schwestern ursprünglich im Halbfinale gegeneinander antreten, doch Venus zog wenige Minuten vorher aufgrund einer Sehnenentzündung zurück. Spekulationen rund um ein geplantes Ausscheiden wurden lauter. Richard Williams, der Vater der beiden, soll bereits im Vorfeld entschieden haben, wer gewinnen soll. Beim anschließenden Finale wurde Serena daraufhin vom Publikum ausgebuht und ihr Vater rassistisch beleidigt. Seitdem weigerten sich beide Schwestern, in Indian Wells teilzunehmen. Erst 2015 feierte Serena ihr Comeback, die Wunde scheint inzwischen verheilt.

Bienenchaos

Für Aufsehen sorgte auch der Bienen-Zwischenfall beim Spiel zwischen Carlos Alcaraz und Alexander Zverev im Jahr 2024. Damals führte ein Bienenschwarm für eine halbstündige Unterbrechung der Partie, bis der US-Amerikaner Lance Davis diesen beseitigte. Mit bloßen Händen und einer speziellen Maschine konnte der Mann der Firma ,,Killer Bee Live Removal“ die Bienen einfangen und später woanders freilassen. „Ich will nicht lügen. Ich habe ein bisschen Angst vor Bienen. Das war mit Sicherheit das ungewöhnlichste Match, das ich je in meiner Karriere gespielt habe“, berichtete Alcaraz und ergänzte: „Ich dachte, es wären nur ein paar, nicht zu viele. Aber ich sah zum Himmel und da waren Tausende, Abertausende, steckten in meinen Haaren und flogen auf mich zu. Es war verrückt.“

Momente für die Ewigkeit

In all den Jahren, in denen Indian Wells existiert, kam es schon zu einigen historischen Matches. Unter anderem das spektakuläre Aufeinandertreffen von Serena Williams und Steffi Graf im Jahr 1999. Die damals 17-jährige Williams besiegte die Tennis-Legende Graf und läutete damit ihren Aufstieg auf der WTA-Tour ein. Bei den Herren ereignete sich erst vor kurzem erneut ein historischer Moment. 2024 verteidigte Carlos Alcaraz seinen Titel erfolgreich. Dies gelang zuletzt Novak Djokovic (2014-2016).

„Sunshine Double”: Wenn die Sonne zweimal scheint

Wem es gelingt, im selben Jahr die Turniere in Indian Wells und in Miami zu gewinnen, der sichert sich das sogenannte ,,Sunshine Double“. Die aktuelle Jagd läuft noch. Vom 4. bis 15. März 2026 findet Indian Wells statt, vom 15. bis 29. März 2026 die Miami Open. Im vergangenen Jahr gelang niemandem das „Sunshine Double”, denn die Titel gingen an verschiedene Profis. Das „Sunshine Double” schafften bei den Herren insgesamt sieben Profis (Novak Djokovic, Roger Federer, Jim Courier, Michael Chang, Pete Sampras, Marcelo Rios und Andre Agassi). Djokovic gelang dieses Kunststück sogar viermal, Roger Federer dreimal. Bei den Damen schafften vier Spielerinnen das „Sunshine Double” – Steffi Graf (zweimal), Kim Clijsters, Victoria Azarenka und Iga Swiatek