Mirra Andreeva

Frustriert: Mirra Andreeva scheiterte nach ihrem French-Open-Titel bereits in der zweiten Runde in Wimbledon.Bild: Imago

Wimbledon 2026: Andreeva scheitert, Krawietz/Williams im Mixed und Gauffs irre Aufholjagd

Was ereignete sich am dritten Turniertag von Wimbledon? Wir berichten von den Höhepunkten an der Church Road.

French-Open-Siegerin Mirra Andreeva scheitert früh

Das nächste große Drama bei den Damen ließ nicht lange auf sich warten: Nur wenige Wochen nach ihrem beeindruckenden Triumph bei den French Open erlebte die an Nummer fünf gesetzte Mirra Andreeva eine ganz bittere Enttäuschung. Die junge Russin startete gut in das Match und es lief nach dem ersten gewonnen Satz alles nach Plan.

Doch die ehemalige Wimbledonsiegerin Barbora Krejcikova kämpfte sich mit all ihrer Rasen-Erfahrung zurück in das Match und gewann den zweiten Satz mit 7:5. Am Ende wurde es noch mal besonders dramatisch, denn Andreeva wehrte nervenstark sechs Matchbälle gegen die Tschechin ab und schaffte das Break, verlor aber im direkten Anschluss erneut ihr Aufschlagsiel und unterlag Krejcikova letztendlich mit 6:4, 5:7 und 4:6.

Nach dem verwandelten Matchball von Barbora Krejcikova ließ Mirra Andreeva ihrer Wut und Enttäuschung vollen Lauf und warf ihren Schläger von der Grundlinie quer über den Rasen in Richtung Spielerbank. Krejcikova konnte derweil ihren Sieg kaum fassen und lobte Andreeva:

„Mirra ist so eine junge und einzigartige Spielerin. Sie hat noch so viel vor sich. Es war unglaublich schwer, bei all den Emotionen auf dem Platz die Ruhe zu bewahren. Ich bin extrem stolz, dass ich auf diesem wunderschönen Center Court gewonnen habe“, sagte die Siegerin von 2024. Krejcikova trifft in der nächsten Runde auf ihre Landsfrau Nikola Bartunkova.

Nerven aus Stahl: Gauffs beeindruckende Aufholjagd endet im Tiebreak-Krimi

Coco Gauff

Durchgekämpft: Coco Gauff steht in der dritten Runde in Wimbledon.

Genau sieben Jahre nach ihrem Debüt bei Wimbledon, als die damals 15-jährige Coco Gauff ihr großes Vorbild Venus Williams bezwingen konnte, wendete die an Nummer sieben gesetzte US-Amerikanerin Gauff das drohenden Zweitrunden-Aus gegen die furios aufspielende Argentinierin Solana Sierra in allerletzter Sekunde noch ab.

Dabei sah es nach einem soliden ersten Satz alles nach einem Sieg aus, bevor Sierra das Match komplett an sich riss. Die Argentinierin spielte zwischenzeitlich ihr bestes Tennis und schlug im dritten Satz beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Mit dem Rücken zur Wand nahm Coco Gauff all ihren Mut zusammen und holte sich das späte Break zurück. Doch das Drama war noch lange nicht vorbei. Sierra erwischte im Match-Tiebreak den besseren Start und ging mit 7:4 in Führung.

Drei Punkte trennten Sierra noch von der Sensation, doch dann packte Gauff plötzlich Weltklasse-Tennis auf den Platz. Gauff konnte sechs Punkte in Folge gewinnen und zog mit ihrem zehnten Ass mit 6:3, 6:7 und 7:6 in die nächste Runde ein. „Ich bin einfach unglaublich stolz auf mich. Solana hat unfassbares Tennis gespielt. In den engen Momenten versuche ich mich immer daran zu erinnern, wer ich bin“, atmete Gauff erleichtert auf. In der nächsten Runde erwartet Gauff in einem rein amerikanischen Duell die Qualifikantin Claire Liu.

Krawietz schnappt sich Tennis-Ikone Venus Williams fürs Mixed

Abseits des laufenden Matches sorgte am Mittwoch eine völlig überraschende Eilmeldung für viel Euphorie bei den deutschen Tennisfans. Der zweimalige French-Open-Sieger Kevin Krawietz wird im diesjährigen Mixed-Wettbewerb mit keiner Geringeren als der legendären Venus Williams an den Start gehen. Die inzwischen 46-jährige US-Amerikanerin, die in ihrer Karriere bereits fünfmal den Einzel-Titel in Wimbledon gewann, kehrte dank einer Wildcard der Veranstalter an die Church Road zurück. Jedoch erwartet das Duo in der ersten Runde mit dem an sieben gesetzten Doppel Glasspool/Mihalikova eine echte Herausforderung.

Auftakt der deutschen Doppel Krawietz/Pütz zittern sich weiter, Schnaitter/Wallner scheitern unglücklich

Das topgesetzte deutsche Duo Kevin Krawietz und Tim Pütz kämpfte sich zum Auftakt an der Church Road mühsam in die nächste Runde. Gegen die unangenehme Paarung Gonzalo Escobar und Reese Stalder entwickelte sich ein absolutes Nervenspiel. Nach einem souveränen ersten Satz (6:3) verloren die Deutschen völlig den Faden und mussten mit 3:6 den Satzausgleich hinnehmen. Der dritte Satz musste im Match-Tiebreak entschieden werden. Dort bewiesen Krawietz und Pütz in den wichtigen Ballwechseln die Nerven und zitterten sich mit einem 6:3, 3:6 und 7:6 (11:9) hauchdünn in die nächste Runde.

Für das aufstrebende Doppel Jakob Schnaitter und Mark Wallner endete das Wimbledon-Abenteuer nach einem intensiven Match in der ersten Runde. Die beiden Deutschen unterlagen den Australiern Rinky Hijikata/Marc Polmans mit 6:7, 7:6 und 6:7. In dem gesamten Matchverlauf gab es kein einziges Break, sodass immer der Tiebreak entscheiden musste. Am Ende fehlte dem Deutschem das letzte Quäntchen Glück zum Erstrunden-Sieg bei ihrer zweiten Wimbledon-Teilnahme.

Djokovic, Bencic und Pegula souverän in der nächsten Runde

Während andere Favoriten zittern mussten oder aus dem Turnier ausgeschieden sind, machten einige Top-Stars am Mittwoch kurzen Prozess und buchten damit ihr Ticket für die dritte Runde. Belinda Bencic verteilte nach einem stark umkämpften ersten Satz die Höchststrafe und gewann mit 7:5, 6:0 gegen die Chinesin Wang. Die an Nummer vier gesetzte US-Amerikanerin Jessica Pegula gewann ihr Match nach einem engen ersten Satz solide mit 7:6, 6:1 gegen die Spanierin Sara Sorribes Tormo. Auch der Weltranglisten-Erste und Titelverteidiger Jannik Sinner knapp in drei Sätzen gegen den Portugiesen Nuno Borges mit 7:6, 7:6 und 7:6. Am Ende des Tages schickte der 24-fache Grand Slam Sieger Novak Djokovic den früheren Top-10 Spieler Stefanos Tsitsipas mit 6:3, 6:4, 6:2 vom Center Court.