Alexander Zverev

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Alexander Zverev in Shanghai: „Die Trophäe steht für mich an erster Stelle”

Krönung als Nummer eins der Welt in Sicht: Alexander Zverev greift in Shanghai nach dem nächsten Meilenstein. 

Alexander Zverev reist mit breiter Brust und glänzenden Zukunftsaussichten zum vorletzten ATP-Masters-1000-Turnier des Jahres nach Shanghai. Die sportliche Ausgangslage könnte kaum elektrisierender sein. Nach dem vorzeitigen Saison-Aus des Weltranglistenersten Jannik Sinner ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Hamburger erstmals den Tennis-Thron besteigt und die offizielle Nummer eins der ATP-Welt übernimmt.

Zwar reicht die Punktekonstellation in Shanghai rechnerisch noch nicht für die sofortige Krönung, doch ein tiefer Lauf im Reich der Mitte würde den Weg dorthin endgültig ebnen.

„Ich liebe es, nach Shanghai zurückzukehren. Die Anlage im Qizhong Tennis Center gehört zu den beeindruckendsten auf der gesamten Tour, und die Fans hier sorgen für eine ganz besondere Energie“, betonte Zverev am Rande seiner Auftakt-Medienrunde. „Der Herbst in Asien ist extrem fordernd, aber mein Fokus liegt voll auf meinem Spiel. Die Spitzenposition im Ranking ist ein Traum, an dem ich jeden Tag arbeite, aber die Trophäe hier in Shanghai steht für mich an erster Stelle.“

Ein Triumph beim Hartplatz-Klassiker fehlt dem Olympiasieger von Tokio nämlich noch in seiner Vita. 2019 stand Zverev hier bereits im Finale, musste sich damals jedoch Daniil Medvedev geschlagen geben. Im vergangenen Jahr folgte die Ernüchterung, als für ihn bereits in der Runde der letzten 32 gegen den Franzosen Arthur Rinderknech Endstation war. Rinderknech marschierte sensationell ins Endspiel, in dem er im historischen „Familienduell der Cousins“ dem Überraschungssieger Valentin Vacherot unterlag.

Der Turnierbaum in Shanghai: Stolpersteine und Shootingstars

Als topgesetzter Spieler genießt Zverev in der ersten Runde ein Freilos, bevor ihm zum Auftakt Lokalmatador Yibing Wu gegenübersteht. Die beiden trafen bislang erst einmal aufeinander. 2023 in Genf, als der Chinese beim Stand von 1:4 im ersten Satz aufgeben musste. Vor heimischem Publikum wird Wu jedoch mit maximaler Motivation agieren.

In der dritten Runde könnte es zu einem Wiedersehen mit belgischer oder französischer Power kommen, denn dort wartet der Sieger der Partie Alexander Blockx gegen Quentin Halys. Gegen beide hält Zverev eine makellose 3:0-Bilanz im direkten Vergleich. Ein Spaziergang wird das dennoch nicht.

Gegen Aufschlagriese Halys musste Zverev bei den US Open über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen und der 21-jährige Belgier Blockx gilt als einer der explosivsten Shootingstars der laufenden Saison. Auf dem weiteren Weg durch das Tableau lauern mit Brandon Nakashima, Alex de Minaur, Jakub Mensik und Karen Khachanov bewährte Hartplatz-Spezialisten, die Zverevs Rhythmus und Physis voll auf die Probe stellen könnten.

Halbfinal-Hürde: Die Revanche gegen den „Djoker“?

Sollte Zverev das Halbfinale erreichen, droht ihm dort sein wohl unangenehmster Widersacher. Novak Djokovic. Der mittlerweile 39-jährige Grand-Slam-Rekordchampion bewies erst am vergangenen Wochenende mit seinem Turniersieg beim ATP-500er in Peking eindrucksvoll, dass er noch immer zur absoluten Weltspitze gehört. Der Serbe kämpft um die Qualifikation für die ATP Finals in Turin und wirkt hochfokussiert. Er hat sich wieder in den Favoritenkreis gebracht und lauert auf seinen 41. Masters-Titel.

Zverev bekam das in Peking am eigenen Leib zu spüren, als Djokovic den Hamburger im Viertelfinale in einem hochdramatischen Drei-Satz-Krimi niederrang. Auch die historische Bilanz spricht eine deutliche Sprache. Im Head-to-Head führt Djokovic mit 10:5, wobei er drei der letzten fünf Aufeinandertreffen für sich entschied. Für Zverev böte ein Halbfinalduell in Shanghai die perfekte Bühne zur direkten Revanche.

Titelshowdown mit Alcaraz und die Geheimfavoriten

Am unteren Ende des Tableaus ist Carlos Alcaraz der natürliche Final-Favorit. Der Spanier zeigte sich nach seiner Halbfinal-Niederlage gegen Ben Shelton in New York glänzend erholt, überzeugte beim Laver Cup und holte sich vergangene Woche souverän den Titel beim 500er-Event in Tokio. Sollte es im Endspiel zum Gigantenduell kommen, muss sich Zverev keineswegs verstecken.

Zwar führt Alcaraz im direkten Vergleich knapp mit 7:6, doch die Duelle bewegen sich regelmäßig auf Messers Schneide, wie das epische Fünf-Satz-Halbfinale bei den Australian Open zu Jahresbeginn. Dort bewies der Deutsche dies, als er den Spanier an den Rand einer Niederlage trieb.

Abseits der Topstars darf das Feld die formstarken Verfolger keineswegs unterschätzen. Vorjahressieger Valentin Vacherot tankte in Tokio mit dem Einzug ins Halbfinale reichlich Selbstvertrauen und fühlt sich auf den schnellen Courts in Shanghai nachweislich wohl.

Dort unterlag der Monegasse allerdings Jiří Lehečka, mit dem ebenfalls ganz stark zu rechnen sein wird. Der 24-jährige Tscheche präsentiert sich seit dem Davis Cup in bestechender Verfassung, weist eine 6:1-Bilanz auf und musste sich in Tokio erst im Endspiel Alcaraz nach großem Kampf geschlagen geben.

Mit der Aussicht auf den ersten Shanghai-Triumph und den bevorstehenden Sprung an die Spitze der Tenniswelt stehen die Vorzeichen für Alexander Zverev auf Großangriff. Die Bühne im Qizhong Tennis Center ist bereitet.