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Taktik-Training: Die verbotene Zone

Stellen Sie sich vor, Sie spielen einen Ball mitten ins Feld des Gegners und trotzdem wird er als Fehler gewertet. Beim Taktik-Training mit dem Zonenmodell von tennis MAGAZIN-Experte Richard Schönborn passiert genau das. Der Effekt: Sie lernen, Ihre Bälle besser zu platzieren.

Pete Sampras sagte einmal: „Man muss als Profi in der Lage sein, 20 bis 30 Bälle exakt auf eine Stelle zu schlagen.“ Damals, 1993, hatte er gerade zum ersten Mal Wimbledon gewonnen und er war überzeugt: Die Voraussetzung für den Triumph war seine Präzision. Sampras war während seiner Karriere ein Meister auf diesem Gebiet. Fast jeder Ball des Amerikaners landete dort, wo er ihn platzieren wollte. Unüberlegte Schläge ins Halbfeld des Gegners spielte er auch aus bedrängter Situation so gut wie nie.

Ähnlich ist es bei den heutigen Weltklassespielern, etwa bei Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer. „Die höhere Präzision der Schläge ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Profi in den Top Ten und einem Spieler, der in der Weltrangliste um die Position 50 platziert ist“, erklärt Richard Schönborn, Ex-Bundestrainer des DTB und Autor zahlreicher Tennisbücher. Er entwickelte vor vielen Jahren  ein flexibles Modell der Platzaufteilung, mit dem Spieler aller Spielstärken sämtliche Matchsituationen trainieren können. Das Spielfeld wird dafür in fünf Zonen eingeteilt: ein Bereich direkt hinter dem Netz (Zone 1), zwei Felder an den Seitenlinien auf mittlerer Höhe (Zone 2), die hinteren beiden Ecken an der Grundlinie (Zone 3) und der mittlere, hintere Bereich (Zone 4). Aus dieser Einteilung ergibt sich im sogenannten Halbfeld die Zone 5, die auch als rote, tote oder verbotene Zone bezeichnet wird.

Bälle, die in diesem Bereich des Platzes aufspringen, laden den Gegner dazu ein, Druck auszuüben oder einen direkten Gewinnschlag zu platzieren. Schönborn untersuchte hunderte Matches von Profis und Nachwuchsspielern. Das Ergebnis: Erfolgreiche Profis spielen etwa 30 Prozent ihrer Schläge in die verbotene Zone. Im Spitzenbereich der Junioren sind es etwa 70 Prozent.

  • Zone 1 dient als Zielfläche bei Passierschlägen, die kurz cross gespielt werden, bei Stoppbällen, kurzen Volleys und bei Returns, wenn der Aufschläger ans Netz vorrückt.

  • Zone 2 wird häufig bei Longline-Passierschlägen angespielt, ebenso bei Schmetterbällen aus Netznähe, Flugballwinnern und Winkelschlägen aus dem Halbfeld.

  • Gelingt es einem Spieler, seine Bälle in Zone 3 zu platzieren, so setzt er damit den Gegner fast immer unter Druck. Der Bereich dient als Zielfläche bei Returns auf schwache Aufschläge, bei Angriffsschlägen aus dem Halbfeld und langen Volleys, aber ebenso bei Lobs sowie bei Bällen, die man aus der Defensive lang zurückspielen muss.

  • Zone 4 ist der Bereich auf dem Platz, der während eines Ballwechsels scheinbar am einfachsten anzuspielen ist – weil er relativ groß ist. Er dient dem Spieler als Sicherheitsbereich, weil der Gegner auf Bälle, die in dieser Zone landen, selten Druck ausüben kann. Auch Returns auf schnelle Aufschläge können hier platziert werden.

  • Die größte Bedeutung kommt dem Spiel um die verbotene Zone (Zone 5) zu. Dabei dürfen die Spieler ihre Bälle nicht in diesem Bereich platzieren (siehe Übung 1 auf der nächsten Seite). „Es ist erstaunlich, wie schwer es sogar leistungsstarken Spielern fällt, diese Zone zu meiden“, sagt Schönborn. Besonders schwierig ist diese Übung, wenn es um Punkte geht und ein Ball in der verbotenen Zone als Fehler gewertet wird. „Aus der Defensive retten sich viele Spieler mit Schlägen in diese Zone. Vielen wird das aber erst bewusst, wenn diese Schläge verboten sind“, erklärt Schönborn.

Auf den folgen Seiten zeigen wir Ihnen Übungen für das sogenannte Zonentraining.

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