Celebrity Tennis Match – BMW Open by FWU

BMW Open: Nicht nur Wohlfühloase für Zverev

Am Samstag sind die BMW Open in München mit der Qualifikation gestartet. Aus deutscher Sicht wurde es kein guter Tag. Ob sich das im Verlauf der Woche ändert, hängt auch an Alexander Zverev.

Trotz des medienwirksamen Showdoppels auf der Anlage des MTTC Iphitos in der Nähe des Englischen Gartens von Alexander Zverev und Topmodel Lena Gercke, die nach eigenen Aussagen seit zwei Jahren eine Freundschaft pflegen, stand am Freitag ein anderer Deutscher mehr im Mittelpunkt der Tenniswelt: Jan-Lennard Struff.

Der frischgebackene 29-Jährige bestätigte im Viertelfinale von Barcelona seine aufsteigende Formkurve und leistete Rafael Nadal eindreiviertel Stunden erheblichen Widerstand. Der mallorquinische Superstar jubelte anschließend beinahe so, als hätte es zum nächsten Grand Slam-Erfolg gereicht. Ganz so war es dann doch nicht. Dennoch: eine schöne Bestätigung für den Hünen aus Warstein, den alle nur „Struffi“ rufen (ein Portrait lesen Sie HIER).

„Sascha“ Zverev dagegen kaschierte sein momentanes sportliches Tief  mit einem entspannten, charismatischen Auftritt an der Seite von Gercke. Und einer weiter selbstbewussten Redensart. Auf Sky Nachfrage zählte sich der nun 22-Jährige weiter zu den drei besten Sandplatzakteuren der Welt, wenn alles passt – neben Nadal und Dominic Thiem. Taten folgen lassen folgen will er hier im Süden, „wo vor zwei Jahren so ein bisschen alles begann. Erst habe ich hier gewonnen und dann plötzlich auch in Rom“, sinnierte Zverev.

Zwei Jahre später setzt Zverev zum Titelhattrick an. Damit würde er nicht nur seine 250-Siegerpunkte in der Weltrangliste verteidigen. Es wäre auch ein Zeichen an die Konkurrenz vor dem Masters in Madrid auf ähnlicher Meereshöhe und damit mit ähnlichen Bedingungen. Dort ist Zverev bekanntermaßen ebenfalls Titelverteidiger. Dass momentan nicht alles in Ordnung ist, dafür gab es am Samstag auf der Anlage in München erste Anzeichen.

 

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@alexzverev123 und @lenagercke haben mit einem gemeinsamen Showdoppel gegen Bruder @mischazverevofficial und Turnier Turnierdirektor Patrik Kühnen die @bmw_open_by_fwu in München eröffnet. Am Samstag startet die Qualifikation unter anderem mit Andrej Rublev und Ernests Gulbis. Die letzten beiden Wildcards für das Hauptfeld erhielten @rudimollo und Vorjahreshalbfinalist @maxi_marterer #münchen #iphistos #englischergarten #bmwopenbyfwu #bmw #zverev #gercke #tennis #model #adidas

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Während Oliver Pocher als prominentester Gast gerade im V.I.P.-Bereich Sprüche klopfte und damit vor einem Sponsorenturnier, an dem ehemalige Profis wie Bernd Karbacher, Michael Kohlmann und Alexander Waske teilnahmen, die Stimmung auflockerte, trainierte die Nummer vier der Welt unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit dem Rumänen Marius Copil auf einem der hinteren Trainingsplätze. In der Regel sind Zverev-Einheiten zugänglich.

Zverev mit ungewohnter Trainingseinheit

Die wenigen Zaungäste bekamen einen introvertierten und zum Teil ohne Spannung wirkenden Weltklassespieler im Training zu Gesicht. Auf Zverev ist in den vergangenen Wochen viel eingeprasselt. Körperliche Wehwechen, ein grippaler Infekt der Kraft und Kilos kostete, ein Rechtsstreit mit Manager Patricio Apey. Neuerdings kam, so ist hier in München zu vernehmen, wohl noch ein privates Tief hinzu. Damit all diese Dinge keinerlei Einfluss auf die sportliche Leistung hätten, dazu müsste Zverev wohl über roboterähnliche Züge verfügen. Aber so tickt der Familienmensch ganz und gar nicht.

Daran können auch die Verantwortlichen um Michael Mronz und Patrik Kühnen und den Gegebenheiten in München nur bedingt etwas ändern. Dass sich die Familie Zverev hier wohlfühlt, ist kein Geheimnis. Freitag war ein guter Auftakt. Und natürlich hat der an eins Gesetzte durch das Freilos in Runde zwei noch einige Tage Zeit, Geist und Körper in Einklang zu bringen. Aus Teamkreisen ist zu hören, dass die körperliche Komponente noch vermehrt eine Rolle spielt. Erst wenn das komplett aufgeholt sei, sehe man den alten Zverev.

Der schlägt in Runde zwei frühestens am Mittwoch oder Donnerstag auf. Erster Gegner ist entweder Vorjahreshalbfinalist Maximilian Marterer oder der Argentinier Juan Ignacio Londero. Mögliche Viertelfinalgegner: Diego Schwartman oder Benoit Paire. Losfee war am Samstag im Übrigen Bruder Mischa Zverev, der sinnierte, warum es bei ihm zurzeit gar nicht läuft. Das am ersten Tag in Australien gebrochene Handgelenk warf ihn weit zurück. „Manchmal kommt noch heute meine Rückhand nicht, mein bester Schlag, und ich weiß nicht, warum. Dann wird es halt schwer.“

 

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Meet the stars up close✏️? @mischazverevofficial . . #bmwopenbyfwu #tennis #munich #zverev #atp

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Ähnliches hatte man zuletzt von Bruder Alexander vernommen. „Ich spiele zurzeit keinen einzigen herausragenden Schlag. Ich bin in einem Loch und ich weiß nicht, wie ich da herauskomme“, hatte er unter dem Einfluss der Barcelonapleite gegen Nicolas Jarry zu Protokoll gegeben. Ein ausgeruhterer Medientermin am Sonntag wird mehr Einblicke geben.

Jan-Lennard Struff flog derweil am Samstag von Barcelona nach München und wird am Sonntag das erste Mal auf der Anlage trainieren. In der momentanen Form könnte es eine erfolgreiche Woche in München werden. Schon in den vergangenen Jahren spielte der Warsteiner stark, hatte Zverev bereits am Rande einer Niederlage. 2019 befindet er sich in der unteren Hälfte. Zunächst wartet ein Qualifikant, dann wohl Marton Fucsovic. Mit spielerischen Ausrufezeichen könnte er die Aufmerksamkeit etwas von Zverev weglenken. Philipp Kohlschreiber ist in München ohnehin immer einer der Mitfavoriten. Ein Vorjahresfinale Zverev gegen Kohlschreiber ist auch 2019 möglich.

Bislang stehen sechs Deutsche im Hauptfeld der BMW Open. Bereits am Samstag schieden Yannick Hanfmann, Matthias Bachinger und Peter Gojowczyk in der Qualifikation aus. Lediglich Yannick Maden gewann sein Auftaktmatch gegen Thomas Fabbiano und hat am Sonntag gegen Lukas Rosol die Chance auf ein Hauptfeldticket (das Match von Comebacker Cedrik-Marcel Stebe war noch nicht beendet).