Andy Murray

US Open: 10 Kurzgeschichten zu Tag vier

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am vierten Tag der US Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse im Corona Park in New York City.



Andy Murray bezichtigt Verdasco der Lüge

Andy Murray war nach seinem Zweitrundenaus bei den US Open angefressen. Nicht wegen seines Spiels, dass er nach seiner langen Verletzungspause für recht gut hielt, sondern auf Gegner Fernando Verdasco. Der Schotte klagte an, dass Verdasco während der zehnminütigen Hitzepause nach dem dritten Satz im Eisbad mit seinem Trainer gesprochen habe, was nicht regelkonform ist. Murray beschwerte sich bei den Offiziellen darüber. Verdasco verneinte auf der Pressekonferenz, dass es einen Austausch mit seinem Trainer gegeben habe. Murray bezichtigte den Spanier in einem Instagram-Post dann indirekt der Lüge. „Ich bin nun raus und unterziehe mich einem Gesundheitsscheck, da ich anscheinend damit beginne, mir Sachen einzubilden.“ Murray schloss den Post mit dem Hashtag #liarliarpantsonfire. Ein Ausspruch, den Kinder benutzen, wenn sie glauben, dass jemand lügt.

Marat Safin schießt gegen NextGen

Die ATP hat letztes Jahr die ATP Finals in Mailand für Spieler bis 21 Jahre ins Leben gerufen. Der Claim dieser Generation: NextGen. Marat Safin, US-Open-Sieger 2000, ließ während des Turniers kein gutes Haar an dieser Spielergeneration – auch die schon etwas älter als 21 sind. „Sie sind schlecht. Federer und Nadal gewinnen weiter, weil die NextGen schlecht ist. Zu meiner Zeit, als wir 17 Jahre alt waren, haben wir ATP-Turniere gewonnen. Nun gewinnen sie ATP-Turniere mit 25 und nennen das NextGen“, sagte Safin gegenüber der „Marca“.

Julien Benneteau zieht blank

Apropos Marat Safin: Wer erinnert sich noch an die French Open, als der Russe nach einem langen Ballwechsel seine Hose runterzog. Genau das machte nun Julien Benneteau in seinem allerletzten Einzelmatch in seiner Karriere. Im fünften Satz zog Benneteau nach einem glücklichen Punktgewinn von Jan-Lennard Struff blank. Der Franzose machte aber direkt im Anschluss an seine Aktion deutlich, dass es keineswegs respektlos gegenüber dem Deutschen gemeint war. Struff siegte mit 6:3 im finalen Satz. Zum Abschluss gab es noch eine nette Unterhaltung zwischen den beiden am Netz.

Nachtkönigin Maria Sharapova musste New York lieben lernen

Maria Sharapova gewann in der zweiten Runde bei den US Open auch ihr 21. Match in der Night Session. Die Russin hatte zunächst aber einige Vorbehalte gegenüber dem Grand-Slam-Turnier in New York. „Eigentlich wuchs ich damit auf, dass ich es nicht genieße, hier zu spielen oder in New York City zu sein. Ich war sehr eingeschüchtert als Teenager. Nach meinem US-Open-Sieg, habe ich es geliebt. Ich habe gelernt, wie ich die Energien benutzen kann. Egal, ob du vorne bist oder hinten liegst, die Zuschauer schaffen es, dich anzutreiben oder dass es hart wird für den Underdog.“

Die Gesichtsausdrücke des Ivan Lendl

Ivan Lendl ist neben dem Platz für seinen trockenen Humor bekannt. In der Trainerbox verzieht der achtmalige Grand-Slam-Sieger so gut wie keine Miene. Lendl bleibt nach dem Engagement bei Andy Murry seiner Linie auch bei Alexander Zverev treu. In den ersten beiden Runden hatte Lendl auch wenig Grund, um große Emotionen zu zeigen. Zu souverän waren die beiden Auftritte seines neuen Schülers.

Ivan Lendl

Falsche Challenge sorgt für Lacher

Eine der amüsantesten Szenen des Spieltages ereignete sich im Match zwischen Alexander Zverev und Nicolas Mahut. Zverev nahm die Challenge nach einem engen Ball des Franzosen. Doch das Hawk-Eye zeigte nicht den knappen Ball an, sondern einen davor aus dem Ballwechsel. Mahut feierte die „falsche“ Challenge.

Samantha Stosur findet New York schlimmer als Melbourne

Samantha Stosur ist als Australierin tropische Bedigungen auf dem Tennisplatz gewohnt. Die US-Open-Siegerin von 2011 findet allerdings, dass die Hitze in New York weitaus schlimmer als bei den Australian Open ist. „Jeder spricht darüber, wie heiß und wie schlimm es in Melbourne ist, aber die US Open sind weitaus schlimmer als Melbourne. Wir haben ein oder zwei richtig heiße Tage, aber in den USA sind die Tage länger, finde ich. Es gibt mehr Aufgaben. Aus irgendeinem Grund haben wir einen schlechten Ruf in Australien“, sagte Stosur.

Punktestrafe für zu späte Dominika Cibulkova

Dominika Cibulkova wurde Opfer der Hitzeregel. Die Slowakin nahm nach Satzausgleich gegen Su-Wei Hsieh die zehnminütige Pause in Anspruch. Da sie aber zu spät zurück auf dem Platz kam, bekam sie von der Schiedsrichterin eine Zweipunkte-Strafe verpasst. „Sie haben mir gesagt, dass es neun Minuten sind und ich gehen müsste. Ich habe meine Schuhe gebunden und bin zum Platz. Sie hat mir gesagt, dass ich eine Minute zu spät bin und dass ich zwei Punkte Strafe bekomme. Das kann nicht ihr Ernst sein“, beklagte sich Cibulkova. „Es hat mehr als drei Minuten gedauert, durch die Leute zu gehen, weil so viele Fans da waren. Die Regel ist sehr seltsam. Ich finde, man sollte darüber nachdenken. Als ich die Strafe bekam, konnte ich es nicht glauben. Ist es meine Schuld, wenn es so lange dauert, um vom Platz in die Katakomben zu kommen?“ Cibulkova gewann ihr Match schließlich mit 6:4 im dritten Satz und trifft nun auf Angelique Kerber.

Warten auf den finalen Tiebreaker

Die zweite Runde der Herren bei den US Open ist abgeschlossen. Und es gab bislang noch nicht das, was die US Open einzigartig macht: den Tiebreak im fünften Satz. Nach dem epischen Wimbledon-Halbfinale zwischen Kevin Anderson und John Isner gab es Diskussionen, ob die anderen Grand-Slam-Turniere dem Beispiel der US Open folgen sollten. Die meisten Amerikaner sind dieser Meinung. Malivai Washington, Wimbledonfinalist 1996, plädierte im US Open Radio für den Tiebreak im finalen Satz in Wimbledon. Auch Starcoach Nick Bollettieri möchte dies gerne auf dem Heiligen Rasen sehen. Wie jedoch die ersten Tage bei den US Open bestätigen, sind Matches, die über 6:6 im fünften Satz hinausgehen, ohnehin die große Ausnahme.

John Millman beklagt unfaire Zustände

John Millman steht nach dem Sieg gegen Fabio Fognini zum zweiten Mal in der dritten Runde der US Open. Vor seinem Match beschwerte sich der Australier über die ungleiche Behandlung der Spieler beim Seitenwechsel und im Umgang mit der Shot Clock. „Wir haben 60 Sekunden beim Seitenwechsel, wenn der Schiedsrichter den Spielstand bekanntgibt. Die Spieler auf den großen Plätzen bekommen 90 Sekunden. Das ist eine massive Differenz. Das ist nicht fair. 60 Sekunden gehen verdammt schnell vorbei, wenn man das Handtuch und den Eisbeutel um den Nacken hat. Der Schiedsrichter startet die Shot Clock, wenn er den Spielstand ruft. Wenn es viel Applaus auf dem Centre Court gibt, dann haben die Spieler 10, 15 Sekunden Extrazeit zwischen den Punkten. Es sollte für alle gleich sein, oder?“, sagte Millman.

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