Day Three: The Championships – Wimbledon 2018

Wimbledon: Sensationelles Comeback von Struff, Görges strahlt

Jan-Lennard Struff hat sich in einem Marathon-Match gegen den Kroaten Ivo Karlovic erstmals in die dritte Runde eines Major-Turniers gekämpft. Der Lohn ist ein Duell mit Roger Federer. Ebenfalls jubeln durfte Julia Görges, während der Körper von Andrea Petkovic – wie zuletzt in Paris – streikte.

Nach fast vier Stunden erbarmungsloser Schlacht riss Jan-Lennard Struff strahlend beide Arme nach oben. In einem packenden Fünfsatzkrimi hatte der Warsteiner in Wimbledon den kroatischen Aufschlagriesen Ivo Karlovic mit 6:7 (5:7), 3:6, 7:6 (7:4) 7:6 (7:4), 13:11 niedergerungen. Zum Lohn schaffte Struff bei seiner 20. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier erstmals den Einzug in Runde drei – und trifft dort nun auf Superstar Roger Federer.

Die Statistiken zeugten am Ende von einem gewaltigen Kampf. 61 Assen des 39 Jahre alten 2,11-m-Hünen Karlovic war Struff mit deren 31 begegnet. Im gesamten Match gab es letztlich nur zwei Breaks. Struff, der sich bereits zum Auftakt am Montag in einem Fünfsatzmatch gegen den Argentinier Leonardo Mayer weiter gekämpft hatte, schaffte das zweite davon und hatte damit nach 3:55 Stunden das bessere Ende für sich.

Nun geht es für Struff gegen Titelverteidiger Federer, der zuvor den Slowaken Lukas Lacko, in der Vorwoche Finalist beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne, klar mit 6:4, 6:4, 6:1 geschlagen hatte. Zuletzt hatte Struff dem Schweizer bei den Australian Open im Januar gegenübergestanden und dabei ebenso verloren wie bei der ersten Begegnung beim Rasen-Turnier in Halle/Westfalen zwei Jahre zuvor. In beiden Matches wurden aber Tiebreaks gespielt.

Wimbledon: Görges erste Deutsche in Runde drei

Unmittelbar vor Struff war zudem Julia Görges als erste Deutsche in die dritte Runde des Rasen-Klassikers von London eingezogen. Die 29-Jährige bezwang die Weißrussin Wera Lapko 6:2, 3:6, 6:2 und gewann damit erstmals seit 2012 wieder zwei Matches in Folge in London.

Für das erste Drama des Tages hatte am Morgen Andrea Petkovic gesorgt. Beeinträchtigt von gesundheitlichen Problemen hatte die Darmstädterin 4:6, 3:6 gegen die Belgierin Yanina Wickmayer verloren.

Wimbledon: Petkovics Körper streikt

Die 30-Jährige verbarg ihr Gesicht immer wieder unter einem Handtuch, auch eine früh eingenommene Tablette brachte keine Linderung. Im zweiten Satz beantragte sie dann eine längere medizinische Auszeit, bei der sie sich in eine Tüte zu übergab.

„Die Ärzte haben gesagt, es ist ein Magen-Darm-Virus“, erklärte Petkovic hinterher: „Nach zwei Ballwechseln waren die Beine schon komplett leer.“ Am Nachmittag hatte sie sich körperlich jedoch wieder etwas erholt. Zumindest war sie fit genug, um an der Seite der Estin Kaia Kanepi in der ersten Runde der Doppelkonkurrenz gegen Carina Witthöft (Hamburg) und Maria Irigoyen (Argentinien) durchzusetzen.

US-Tennis-Königin Williams, die erstmals seit dem Ende ihrer Babypause beim Rasen-Major von London am Start ist, ließ derweil der Bulgarin Wiktorija Tomowa beim 6:1, 6:4 keine Chance. Ihre nächste Gegnerin ermittelten am Abend die Deutsche Tatjana Maria (Bad Saulgau) und Kristina Mladenovic (Frankreich). Beim Stand von 2:6 und 0:3 gab es die erste Regenpause des Turniers.

Aus deutscher Sicht trat am Abend außerdem noch Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 25) an, dessen Match beim Stand von 7:6, 6:6 und 5:3 im Tiebreak für Kohlschreiber gegen Gilles Muller unterbrochen wurde.

Die beiden deutschen Topspieler Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) und Angelique Kerber bestreiten am Donnerstag ihre Zweitrundenpartien. Alle acht weiteren Deutschen waren bereits am Montag und Dienstag an ihrer Auftakthürde gescheitert. (SID, JS)

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