Hamburg Open 2026: Zverev führt starkes Teilnehmerfeld an
Alexander Zverev und zehn weitere Top 20-Spieler: Die Hamburg Open präsentieren ein starkes Teilnehmerfeld – und einen neuen Siegerpokal.
Eines muss man den Machern der Hamburg Open lassen: Sie haben ein feines Händchen dafür, die lokale Journaille immer wieder zu beeindruckenden Orten der Hansestadt einzuladen, um Neuigkeiten rund um ihr Herrenturnier am Rothenbaum zu verkündigen. 2025 war das Planetarium am Stadtpark die Bühne für die sogenannte „Entry List-Pressekonferenz“; 2026 kamen die Pressevertreter in den „Port des Lumières“ – ein immersives Ausstellungszentrum digitaler Kunst in der HafenCity. Es wurde also bildgewaltig.
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Ziemlich überwältigend war dann auch die Teilnehmerliste (Entry List) für das Turnier, das vom 16. bis 23. Mai 2026 stattfindet: In der Woche vor dem Start von Roland Garros in Paris haben elf Top 20-Spieler für Hamburg gemeldet – darunter Lokalmatador Alexander Zverev, Félix Auger-Aliassime, Ben Shelton und Lorenzo Musetti, die sogar alle in den Top 10 stehen. Turnierdirektor Enric Molina sprach von einem außergewöhnlichen Feld: „Wir haben eines der stärksten Teilnehmerfelder, das wir je in Hamburg hatten. Die Tiefe an Qualität unterstreicht die Bedeutung der Hamburg Open im internationalen Kalender.“
Entry-List @hamburgopenatp
11 Top 20-Spieler am Start ‼️#atphamburg pic.twitter.com/twkTIZ9yeB— tennis MAGAZIN (@tennismagazin) April 22, 2026
Tatsächlich ist die Star-Power für ein Turnier der 500er-Kategorie im direkten Vorfeld eines Grand Slam-Turniers erstaunlich hoch. Der „Cut“ liegt bei Weltranglisten-Platz 35. Bedeutet: Wer in der Weltrangliste schlechter als Position 35 platziert ist, kommt nicht direkt ins Hauptfeld und muss in die Qualifikation – oder ist auf eine Wildcard angewiesen. Selbst wenn der eine oder andere Top-Spieler noch absagen sollte: Das Feld bleibt dennoch stark besetzt.
Spannende Namen im Feld
Neben den Top-Namen sind einige weitere spannende Spieler im Feld der Hamburg Open: So kehrt etwa Titelverteidiger Flavio Cobolli zurück nach Hamburg, der jüngst im Finale von München stand. Mit dabei ist auch Mega-Talent Joao Fonseca aus Brasilien, 19 Jahre alt. Großes Interesse dürfte auch die Rückkehr von Holger Rune wecken. Er beginnt in Hamburg nach einem Riss der Achillessehne mit seinem Comeback.
Von den insgesamt vier zu vergebenen Wildcards gehen zwei an Justin Engel und Jan-Lennard Struff. Wer darüber hinaus eine bekommt, steht noch nicht fest. Vielleicht Carlos Alcaraz? Der Spanier war letzte Woche beim Turnier in Barcelona zu seinem zweiten Match nicht mehr angetreten und hatte auch Madrid absagt – Probleme im rechten Handgelenk. Je nach Heilungsverlauf könnte es möglich sein, dass er vor Roland Garros noch etwas Spielpraxis auf Sand benötigt – möglicherweise in Hamburg. Molina wollte sich an diesen Spekulationen nicht beteiligen. Nur so viel: „Es gibt immer die Chance, dass Topspieler kurzfristig dazu stoßen. Ich bin in Kontakt mit seinem Manager, wir hätten ihn natürlich gerne hier in Hamburg.“
Pressekonferenz der @hamburgopenatp im @PortDesLumieres #Hafencity pic.twitter.com/IEC6uRpVkV
— tennis MAGAZIN (@tennismagazin) April 22, 2026
Molina: „Bin ein Doppel-Fan“
Molina hob auch die Bedeutung des Doppel-Wettbewerbs hervor. Kevin Krawietz und Tim Pütz sowie die frischen München-Sieger Jakob Schnaitter und Mark Wallner werden in Hamburger starten (die endgültige Entry List für das Doppel erscheint erst kommende Woche). „Ich bin ein Doppel-Fan und wenn zwei starke deutsche Duos bei den Hamburg Open dabei sind, dann ist das gut für unser Turnier“, verriet er tennis MAGAZIN auf Nachfrage. 80.000 Fans wolle man 2026 am Rothenbaum begrüßen; 75.000 Zuschauer waren es 2025. Der Kartenvorkauf sei jedenfalls schon länger über dem Niveau des Vorjahres.
Zur Causa Alexander Zverev musste sich Molina natürlich auch äußern. Zverev hatte nach seinem Halbfinal-Aus in München nicht explizit bejaht, dass er in Hamburg spielen werde. Auf die Frage, ob er nun nach Madrid auch noch in Rom und Hamburg spiele, antwortete er: „Das werden wir sehen“. Auch er wolle jetzt – so wie es seine größten Rivalen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz schon seit Jahren machen – seinen Kalender „schlau gestalten“ und auch mal eine Pause einlegen.
Spielt Zverev in Hamburg?
„Das Hauptziel ist, in Paris das beste Tennis zeigen“, sagte Zverev in München. Seine weiteren Planungen mache er nun zunächst davon abhängig, wie erfolgreich er in Spanien und Italien ist. „Hamburger Tennis-Fans müssen zittern! Sagt Zverev für den Rothenbaum ab?“, titelte daraufhin die Hamburger Morgenpost. „Rothenbaum-Turnier ohne Zverev? Tennis-Star denkt über Hamburg-Absage nach“, schrieb das Hamburger Abendblatt.
Molina sagte nun: „Sascha bei den Hamburg Open zu haben, ist immer unser größter Wunsch.“ Klar, der gebürtige Hamburger und Weltranglistendritte ist ein Zuschauermagnet und Publikumsliebling in seiner Heimatstadt. Auf Nachfrage, ob er befürchte, dass Zverev Hamburg auslasse, antwortete Molina: „Ich bin sicher, dass er sich 100 Prozent mit dem Turnier verbunden fühlt. Wir erwarten ihn und freuen uns auf ihn. Ich weiß, dass der Kalender für die Profis fordernd ist, aber wir zählen auf ihn.“

Gruppenbild mit neuem Pokal: Dietloff von Arnim (Präsident DTB), Christoph Holstein (Staatsrat Sport), Enric Molina (Turnierdirektor), Kristoff Puelinckx (CEO Tennium, v.l.n.r.) bei der Pressekonferenz der Hamburg Open 2026 im Port des Lumieres.Bild: WITTERS
Nach diesem leichten Stimmungsdämpfer lüftete Molina dann noch ein kleines Geheimnis: den neuen Sieger-Pokal, der vom ikonischen Dach des Rothenbaum-Stadions inspiriert ist und in den Farben blau, rot und weiß erstrahlt. „Wir wollten etwas Besonderes und Einzigartiges kreieren. Der Center Court in Hamburg ist einer der ikonischsten der Welt. Das wollten wir irgendwie auf der Trophäe abbilden“, kommentierte Molina.
