Bernard Tomic

Australian Open: 10 Kurzgeschichten zu Tag 2

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am zweiten Tag der Australian Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse und Randgeschichten im Melbourne Park.

Zverevs Pudel Lövik auf Instagram

Die Puppe von Serena Williams Tochter Alexis Olympia, die den Namen Quai Quai trägt, hat auf Instagram derzeit mehr als 87.000 Follower. Ebenfalls auf Instagram vertreten ist der Pudel der Familie Zverev mit dem Namen Lövik, dem Alexander Zverev vor seinen Matches stets ein Küsschen gibt: „Aus meiner Familie macht das niemand, weil niemand außer mir weiß, wie man sich auf Instagram einloggt. Ich mache es auch nicht, weil ich denke, ein Hund soll ein Hund bleiben. Er macht es hoffentlich nicht selbst“, erklärte Alexander Zverev. Also: Löviks Instagram-Account wird von einem Zverev-Fan gepflegt. „Ich habe schon ein paar Accounts von ihm gesehen. Mischas Trainingspartner hat mal gesagt: ‚Oh Mist, dein Hund hat mehr Follower als ich.‘ Er sagte dann: ‚Er sieht auch besser aus als du.“

Bernard Tomic schießt gegen Hewitt

Auf eines ist Verlass: Mit Bernard Tomic wird es nie langweilig. Vor den Australian Open produzierte „Bernie“ bei den Kooyong Classics im Match gegen Nick Kyrgios einen der skurrilsten Matchbälle der Tennisgeschichte. Nach seiner Auftaktniederlage in Melbourne gegen Marin Cilic holte das „ewige Talent“ zum Rundumschlag gegen Davis-Cup-Kapitän Lleyton Hewitt aus. „Es geht nur um Lleyton. Ich muss ehrlich sagen, dass ihn niemand mehr mag. Er tut das Falsche. Er spielt Davis Cup, obwohl er aufgehört hat. Er hat Tennis Australia gehasst so wie ich. Nun liebt er es. Was ist da los? Kokkkinakis und Kyrgios wollen ebenfalls kein Davis Cup mehr spielen, weil er das System ruiniert. Er hat aufgehört, warum spielte er noch all diese Doppelturniere? Er stellt nicht die Spieler an erster Stelle, sondern sich selbst. Lleyton ist ein unglaublicher Champion. Seine Karriere spricht für sich. Aber das, was er derzeit macht, ist falsch“, redete sich Tomic in Rage. Hewitt wird vorgeworfen, sich zu sehr um seine Lieblingsspieler, darunter Alex de Minaur, zu kümmern. Kokkinakis bekam keine Wildcard für die Australian Open und musste in der Qualifikation antreten.

Genie Bouchard sucht ihren Traummann

Bei Genie Bouchard geht es sportlich wieder aufwärts. Vor fünf Jahren hatte die Kanadierin bei den Australian Open ihren Durchbruch mit dem Einzug ins Halbfinale. Nach einem Traumjahr 2014 versank Bouchard im Mittelmaß. Schlagzeilen machte sie meist nur mit freizügigen Fotos. In diesem Jahr präsentiert sich die 24-Jährige bislang in guter Form. Ihre erste Runde gewann sie heute im Eiltempo. Der Lohn: ein Zweitrundenduell gegen Serena Williams auf großer Bühne. Ganz nach dem Geschmack von Bouchard. Der Kanadierin fliegen die Männerherzen zu, dennoch klagt sie über ihr Leben als Single. „Was ich mache, ist sehr einsam. Du reist um die Welt, bist jede Woche in einer anderen Stadt. Dein soziales Leben wird dadurch massiv beeinträchtigt.“ Wie ihr Traummann aussehen soll? Selbstbewusst, witzig, modebewusst und mindestens 1,79 Meter groß – also einen Zentimeter größer als sie. „Ich bin nahbar. Ich beiße nicht“, sagt Bouchard. Bei Instagram postete sie zuletzt. „Bin irgendwie gelangweilt und einsam. Schreibt mir.“

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Serena Williams trainiert mit ATP-Spielern

Und da wären wir schon bei Bouchards Zweitrundengegnerin. Serena Williams sah man in den letzten Tagen in Australien mit einigen ATP-Spielern gemeinsam trainieren. Einer von ihnen war Stefanos Tsitsipas. „Patrick hat das arrangiert. Er hat mich zu einem Training eingeladen. Ich habe Ja gesagt. Sie ist eine interessante Person, sehr offen. Sie hat viele Gesprächsthemen, als wir zu Trinkpausen zusammensaßen”, erzählte der Grieche. Und wie war das Training? „Sie hat sehr gut trainiert. Ich würde sogar sagen, dass es besser war als mit einigen männlichen Trainingskollegen.“ Serenas kurzer Kommentar zu den Trainingseinheiten mit den ATP-Profis. „Es hat Spaß gemacht.”

Krampf-Drama um Nishikori-Gegner

Kräftig durchatmen bei Kei Nishikori. Der Brisbane-Sieger stand in der ersten Runde mit dem Rücken zur Wand. Sein Gegner, der Pole Kamil Majchrzak, hatte sich erstmals für ein Grand-Slam-Turnier qualifiziert und spielte gegen Nishikori groß auf. 6:3, 7:6 stand es nach den ersten beiden Sätzen. Doch gleich zu Beginn des dritten Satzes überkamen Majchrzak Krämpfe in Beinen und Händen. Der 23-Jährige konnte nicht mehr vernünftig weiterspielen. Die Folge: Die Sätze drei und vier gingen mit 6:0, 6:2 an Nishikori. Erst als er im fünften Satz mit 0:3 zurücklag, brach Majchrzak das Match ab. Verletzungspausen wegen Krämpfen ist im Reglement nicht vorgesehen. Eine gute Entscheidung, wie Brad Gilbert findet.

Jim Courier glaubt an Brady-Mentalität bei Djokovic

Roger Federer wurde letztes Jahr mit 36 Jahren die älteste Nummer eins der Welt. Ein Rekord für lange Zeit? Geht es nach Jim Courier, wird Novak Djokovic, derzeit 31 Jahre alt, diesen Rekord in den nächsten Jahren gebrochen haben. Er vergleicht den „Djoker“ mit Tom Brady, dem erfolgreichsten Quarterback im American Football. „Ich glaube, Novak kann das schaffen, wenn er gesund bleibt. Denn er hat die Tom-Brady-Mentalität. Er kümmert sich sehr gut um seinen Körper. Er hat an seiner Flexibilität gearbeitet, seitdem er auf der Tour ist und beschäftigt sich mit Diäten und allem anderen. Ich sehe keinen Grund, warum er nicht die nächsten fünf, sechs Jahre die Nummer eins der Welt sein wird“, sagte Courier in einem Mediengespräch.

Wozniacki spricht über ihre Krankheit

Caroline Wozniacki ist Titelverteidigerin bei den Australian Open. Letztes Jahr in Melbourne schlug endlich ihre große Stunde – erster Grand-Slam-Titel. Vor den US Open machte Wozniacki ihre Erkrankung öffentlich. Sie leidet an der Autoimmunkrankheit rheumatoide Arthritis, eine chronisch entzündliche Gelenkserkrankung. „Ich hatte Schmerzen in den Händen, Füßen und Knien. Schultern und Ellbogen waren noch schlimmer. Ich konnte nicht mal meine Zähne putzen oder die Haare waschen“, sagte Wozniacki im Interview mit der dänischen Tageszeitung „Ekstra Bladet“. Die Autoimmunkrankheit hatte bislang keinen Einfluss auf die Karriere der Dänin. „Bis jetzt musste sie keinen Tag pausieren“, erzählte Wozniackis Bruder Patrik.

Dopingsünder Dan Evans: Erst Zauberschlag, nun Federer

Dan Evans hat sich bereits vor Hauptfeldbeginn bei den Australian Open in die Schlagzeilen gespielt – mit dem einem der spektakulärsten Gewinnschläge der letzten Zeit. In der Qualifikation gelang dem Briten ein No-Look-Winner – 180 Grad vom Feinsten. Dass Evans in die Qualifikation musste, lag auch daran, dass er erst im April 2018 wieder spielberechtigt war. Der Grund: Er wurde im Wettkampf auf positiv auf Kokain getestet und für ein Jahr gesperrt. „Ich habe viele Leute enttäuscht. Ich habe meine Lektion gelernt. Das Kokain hat mein Leben zerstört. Ich vermisse ein Jahr meines Lebens“, zeigte sich Evans reuig. Der Brite kehrt nun auf die große Bühne zurück. Nach seinem Erstrundensieg gegen den Japaner Tatsuma Ito geht es morgen in Runde zwei gegen Roger Federer.

Nächste Schulterverletzung bei Kokkinakis

Immer wieder die Schulter und die Frage: Ist der Körper von Thanasi Kokkinakis geschaffen für Profisport? Der 22-jährige Australier, der letztes Jahr Roger Federer in Miami besiegte, hat seit Jahren immer wieder Probleme mit der Schulter und musste sich bereits früh operieren lassen. Kokkinakis bekam überraschend keine Wildcard für Melbourne. Er spielte sich durch die Qualifikation und hatte mit Tatsuma Ito einen mehr als schlagbaren Auftaktgegner zugelost bekommen. Zu Ende des ersten Satzes, den Kokkinakis noch für sich entscheiden konnte, sank die Aufschlaggeschwindigkeit rapide ab. Die Folge: Der Australier musste im zweiten Satz aufgeben. Zuspruch gab es von Kumpel Nick Kyrgios.

Tränen bei Azarenka 

Vor sieben Jahren gewann Victoria Azarenka bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Titel und wurde die Nummer eins der Welt. Die Weißrussin ist von einer Grand-Slam-Titelform noch weit entfernt. Nach ihrer Schwangerschaft und einem Sorgerechtsstreit mit dem Vater des Kindes hat Azarenka Schwierigkeiten, im WTA-Ranking nach oben zu klettern. Heute gab es in Melbourne den nächsten Dämpfer. Erstrundenniederlage gegen Laura Siegemund. Auf der Pressekonferenz brach die 29-Jährige in Tränen aus. „Ich habe viele Dinge durchgemacht. Manchmal wundere ich mich, warum ich da durch muss, aber ich glaube, sie werden mich stärker machen. Manchmal brauche ich etwas Zeit, Geduld und Unterstützung. Scheitern ist, wenn du aufgibst und es nicht noch mal versuchst. Aber ich quäle mich.“