TENNIS-FRA-OPEN-MEN

Otte und Maden schlagen sich achtbar, Kohli enttäuscht

Rafael Nadal hat auf dem Weg zur Titelverteidigung bei den French Open in Paris auch den zweiten deutschen Qualifikanten ohne Mühe aus dem Weg geräumt. Der Spanier besiegte den 29 Jahre alten Stuttgarter Yannick Maden mit 6:1, 6:2, 6:4. Ebenfalls raus sind Oscar Otte, der Humor bewies, und überraschend auch Philipp Kohlschreiber.

Maden, der beim dritten Anlauf zum ersten Mal die zweite Runde bei einem Grand Slam erreicht hatte, wehrte sich gegen den elfmaligen Sieger von Roland Garros nach Kräften.

Immerhin stand er 2:09 Stunden auf dem Court Suzanne Lenglen, wo er hin und wieder auch angefeuert wurde. In der ersten Runde hatte Nadal den Karlsruher Yannick Hanfmann mit 6:2, 6:1, 6:3 besiegt. Hanfmann war es in der ersten Runde gelungen, Nadal für 1:57 Stunden zu beschäftigen.

Maden spielte sehr solide, beging wenige eigene Fehler und erkämpfte sich im dritten Satz sogar Breakbälle – er nutzte sie zum Ausgleich zum 3:3 sowie kurz darauf zum 4:4. Zudem gelang es der Nummer 114 der Weltrangliste ab und an, die Nummer zwei mit ein respektlosen Stoppbällen zu ärgern. Dauerhaft aber konnte Maden Nadal nicht aus dem Tritt bringen.

Nadals Spiel in der Realiät sei schon ein Unterschied zu TV-Bildern, gab der 29-Jährige später zu: „Im Fernsehen sieht man nicht so extrem, wie der Ball auf einen zukommt, ob er flattert oder mit hohem Spin angerast kommt.“

Dennoch kann Maden mit dem Zweitrundeneinzug bei den French Open mehr als zufrieden sein. Auf Karrierehoch 99 stehend kassiert er zudem rund 87.000 Euro. „Es ist unglaublich für seine Leidenschaft, die man versucht über Jahre in seinen Beruf zu verwandeln, so bezahlt zu werden in anderthalb Wochen. Das gibt nochmal ein Push, härter zu arbeiten – aber auch für die Atmosphäre. Will das öfter haben.“

Nadal (31) hat bei den vier Grand-Slam-Turnieren erst einmal gegen einen Qualifikanten sowie einen Deutschen verloren: 2015 unterlag er in der ersten Runde in Wimbledon sensationell Dustin Brown. Gegen Maden gelang dem Spanier in seinem 90. Match in Roland Garros sein 88. Sieg. Maden bleibt als Trost ein Preisgeld von 87.000 Euro.

Später folgte für Oscar Otte das Spiel des Lebens gegen Roger Federer. Der Lucky Loser hielt gut mit, aber es reichte nicht: 6:4, 6:3, 6:4 siegte der French Open 2009. Federer breakte bei 4:4 im ersten Satz zum Satzgewinn.  Auch in den folgenden Sätzen reichte Federer jeweils ein Break.

„Ich bin happy mit meiner Leistung, hatte nicht so viele Chancen bei seinem Aufschlag ein paar Breakbälle, die ich nicht aktiv genug gespielt habe.“ Er habe sich vorgenommen, mutig nach vorne zu spielen. „Ich bin überrascht, dass ich mir nicht in die Hose gesch***** habe“, sagte Otte schmunzelnd.

Keinen Grund zu schmunzeln hatte dagegen Philipp Kohlschreiber, der überraschend an Nicolas Mahut glatt in drei Sätzen scheiterte (3:6, 3:6, 3:6).