ATP-Finals

Diese Stars sind bei den ATP-Finals in London dabei

Vor dem letzten Masters-Turnier der Saison in Paris-Bercy sind sechs der acht Startplätze für die ATP-Finals bereits vergeben. Durch seinen Titel in Wien am Wochenende konnte sich erstmals der Südafrikaner Kevin Anderson für das Saisonabschlussturnier qualifizieren – mit 32 Jahren.

Als erster Südafrikaner seit 23 Jahren hat es Kevin Anderson durch seinen Turniersieg in Wien geschafft, sich für die ATP-Finals zu qualifizieren. „Es war das ganze Jahr über ein großes Ziel von mir, London zu erreichen“, sagte Anderson. „Meinen Namen endlich in der Liste der acht besten Spieler eines Jahres eintragen zu dürfen, fühlt sich fantastisch an.“

Andersons Landsmann Wayne Ferreira war 1995 der letzte Südafrikaner, der beim Masters der ATP-Tour dabei war. Damals schlug Ferreira in der Frankfurter Festhalle in der Vorrunde Pete Sampras und Jewgeny Kafelnikov, verlor aber gegen Lokalmatador Boris Becker. Trotz seiner zwei Siege kam Ferreira aufgrund seines schlechteren Satzverhältnisses nicht ins Halbfinale.

Mit 32 Jahren und  sechs Monaten ist Anderson der viertälteste Profi (nur Einzel!), der seine Premiere bei den ATP-Finals feiert. Noch älter waren bei ihrem Debüt nur Ken Rosewall (36/Tokio 1970), Andres Gimeno (35/Barcelona 1972) und Bob Hewitt (32/Barcelona 1972).

Anderson ist nach Rafael Nadal, Roger Federer, Novak Djokovic, Juan Martin del Potro und Alexander Zverev der sechste Profi, der sich 2018 für die ATP-Finals in London qualifizieren konnte. Die zwei restlichen Startplätze werden in dieser Woche beim letzten Masters-Turnier der Saison in Paris-Bercy ausgespielt. Die besten Chancen haben laut aktueller Platzierung im „Race to London“: Marin Cilic (7), Dominic Thiem (8), Kei Nishikori (9) und John Isner (10).

Aktueller Stand im „Race to London“ um die letzten offenen Startplätze 

7.Marin Cilic3.870 Punkte
8.Dominic Thiem3.535 Punkte
9.Kei Nishikori3.210 Punkte
10.John Isner3.065 Punkte
11.Borna Coric2.390 Punkte

Wobei voraussichtlich auch der auf Rang neun platzierte Profi im Race wohl automatisch zu den ATP-Finals reisen darf. Denn: Juan Martin del Potro wird aufgrund Verletzung höchstwahrscheinlich nicht bei den ATP-Finals antreten können. Der Argentinier hatte sich am 11. Oktober in Shanghai eine Kniescheiben-Fraktur zugezogen. Allerdings soll es sich um eine „mildere“ Fraktur handeln. Der 30-jährige US-Open-Finalist hat jedenfalls seine Saison noch nicht offiziell beendet.

Sofern del Potro ausfällt, könnten drei der vier oben aufgezählten Akteure sich direkt für London qualifizieren. Und derjenige, der die direkte Qualifikation verpasst, könnte als Ersatzmann in die O2-Arena kommen. Borna Coric (11) hat nur noch Außenseiter-Chancen und müsste ihn Bercy mindestens den Titel holen, um es auf direktem Wege noch nach London zu schaffen. In Paris haben Cilic, Thiem, Nishikori, Isner und auch Coric alle zunächst ein Freilos.

ATP-Finals: Cilic hat gute Karten

Gute Karten auf einen festen Startplatz in London hat Marin Cillic, der in Paris nun auf Philipp Kohlschreiber trifft, der sich in der ersten Runde gegen Robin Haase durchsetzte. Und auch Dominic Thiem ist nur schwer abzufangen. Der French-Open-Finalist trifft in der zweiten Runde entweder auf Lucas Pouille oder Gilles Simon. Auf seinen schärfsten Verfolger, Wien-Finalist Kei Nishikori, hat er 325 Punkte Vorsprung. Und auf John Isner sind es 470. Sollte Thiem nach seinem Freilos gleich zum Auftakt ausscheiden, müsste Nishikori ins Halbfinale kommen, um den Österreicher noch einzuholen.

Dabei könnte es davor zur Wiederholung des Wien-Finales zwischen Nishikori und Anderson kommen; der Südafrikaner könnte Thiem also im Fall des Falles gleich ein zweites Mal „helfen“. Denn dessen Final-Sieg in Wien hat Nishikoris Ausgangslage um 200 Punkte verschlechtert.

Isner müsste, ebenfalls ein Auftakt-Aus von Thiem vorausgesetzt, schon mindestens das Endspiel (600 Punkte) erreichen, um Thiem noch zu überholen. Im Viertelfinale von Paris-Bercy würde Isner – wenn alles gemäß der Setzliste verläuft – auf den an vier gesetzten Alexander Zverev treffen. Der Aufschlaggigant aus den USA schnitt in Paris-Bercy bislang ziemlich erfolgreich ab: 2017 erreichte er das Halbfinale, 2016 verlor er erst im Endspiel gegen Andy Murray.

Überhaupt ist das letzte Masters-1000er-Event des Jahres bekannt für seine großen Überraschungen. 2017 etwa standen sich im Finale Jack Sock und Filip Krajinovic gegenüber. Durch seinen Titeltriumph sicherte sich Sock im letzten Moment das London-Ticket und kam bei seiner ATP-Finals-Premiere sogar bis ins Halbfinale. 2012 lautete die Finalpaarung: David Ferrer gegen den Polen Jerzy Janowicz. Der spanische Dauerläufer siegte und stieß 2013 erneut ins Finale vor.