Serena Williams

Australian Open: 10 Kurzgeschichten zu Tag 3

Was passierte an spannenden und kuriosen Sachen am dritten Tag der Australian Open? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse und Randgeschichten im Melbourne Park.

Warum trägt Serena Williams eine Netzstrumpfhose?

Gestern war nicht der Blitzsieg von Serena Williams gegen Tatjana Maria Gesprächsthema, sondern mal wieder ihr Outift. Die US-Amerikanerin kam in einem hautengen grünen Einteiler auf dem Platz – inklusive Netzstrumpfhose. Und genau diese hat auch eine spezielle Funktion, wie Williams nach ihrem Sieg aufklärte. „Ich habe Thrombose und muss die Kompressionsstrümpfe deswegen tragen. Die Krankheit ist für mich unglaublich furchterregend und beängstigend, ich muss sie wohl bis zu meinem Karriereende behandeln lassen und gehe auch regelmäßig zum Arzt.“ Auch ihr Ausrüster Nike ist es daran gelegen, dass Serena mit ihren Outfits für Gesprächsstoff sorgt. „Nike will immer ein starkes und kraftvolles Statement für Mütter setzen. Dass es weitergeht und Mütter sich nach der Schwangerschaft wieder in Form bringen.“

Wird Nick Kyrgios Basketballer?

Nick Kyrgios verabschiedete sich aus Melbourne bereits nach der ersten Runde. Allerdings hatte der Australier mit Milos Raonic ein brutales Erstrundenlos. Kyrgios spielte zwar ordentlich, konnte gegen die Aufschlaggewalt des Kanadiers nicht viel entgegensetzen. „Mir fehlt der Chip-Return eines Federers, um starke Aufschläger zu neutralisieren“, sagte er hinterher. Kyrgios hat nun Zeit, um mit einem seiner besten Freunde abzuhängen – mit Friseur Jordan Tabakman. Die große Leidenschaft von Kyrgios ist Basketball. Sein Lieblingsteam sind die Boston Celtics. Kyrgios spielt regelmäßig Basketball. Warum er nicht Profi-Basketballer geworden sei, wurde er von seinem Kumpel Tabakman gefragt. „Man verdient einfach viel weniger als im Tennis“, meinte der 23-Jährige. Kyrgios könne sich aber vorstellen, in fünf Jahren es zu versuchen, wenn er genügend Geld beiseite gelegt habe, gab Tabakman Auskunft.

Streit um Sabalenka-Stirnband

Das sieht man nicht alle Tage. Nachdem Aryna Sabalenka, eine Geheimfavoritin auf den Titel, souverän in die dritte Runde eingezogen war, warf sie ihr Stirnband in die Zuschauerränge. Zwei Damen stritten sich vehement um dieses. Keine der beiden wollte klein beigeben. Der Sicherheitsdienst musste anrücken. Mit der Folge: Das Stirnband wurde einkassiert, beide Damen gingen leer aus.

Seltener Besuch: Steffi Graf ist da

Grigor Dimitrov musste heute auf Show Court 3 zu seinem Zweitrundenmatch antreten. Am Platzrand saß neben Vollzeittrainer Daniel Vallverdu auch Teilzeittrainer Andre Agassi. Und siehe da: Auch Agassis Frau, Steffi Graf, trat die Reise mit nach Melbourne an. Die „Gräfin“, vierfache Siegerin bei den Australian Open, war lange nicht mehr in Melbourne. Die Unterstützung half. Dimitrov kämpfte sich mit einem Viersatzsieg gegen Pablo Cuevas in die dritte Runde.

Reilly Opelka setzt neuen Asse-Rekord

Das Zweitrundenduell zwischen Reilly Opelka und Thomas Fabbiano war ein Duell der Gegensätze. Opelka ist mit 2,11 Meter gemeinsam mit Ivo Karlovic der längste Spieler auf der Tour, Fabbiano mit 1,73 Meter einer der kleinsten. Der Italiener besiegte den Aufschlaghünen aus den USA mit 10:6 im Match-Tiebreak des fünften Satzes. Opelka setzte dabei einen neuen Rekord. Er hämmerte 67 Asse ins Feld. Rekord für ein Match, das nicht länger als 6:6 im fünften Satz ging. Den vorherigen Rekord hielt John Isner mit 64 Assen (aufgestellt in Wimbledon 2018 bei einem 7:5 im fünften Satz gegen Ruben Bemelmans). Die 67 Asse von Opelka ordnen sich in der ewigen Bestenliste der Asse auf Platz fünf ein. Wäre der Match-Tiebreak bei 6:6 im fünften Satz nicht eingeführt worden, hätte Opelka sicherlich noch einige Asse mehr servieren können.

Neuer Aberglaube bei Rafael Nadal?

Rafael Nadal ist der Mann der vielen Rituale im Herrentennis. Hat der Spanier einen neuen Aberglauben gefunden? Beim Einmarsch in die Rod Laver Arena berührte er beim Gang an den Siegertafeln vorbei seinen Namen – Nadal gewann 2009 den Titel. Der Spanier zeigt sich bislang in starker Form. Gegen Matthew Ebden siegte er mit 6:3, 6:2, 6:2.

Bob Bryan glaubt an weitere Murray-Karriere

Geht die Karriere von Andy Murray doch noch weiter, auch über Wimbledon hinaus? Der Brite beschäftigt sich mit zwei Optionen. Entweder die nächsten Monate ausruhen, um ein letztes Mal in Wimbledon spielen zu können. Oder sich sofort einer weiteren Hüftoperation unterziehen, die seine Schmerzen lindern wird – mit der kleinen Hoffnung, dass er danach vielleicht doch Profitennis spielen kann. „Das ist eine große Operation. Dessen bin ich mir bewusst. Es gibt keine Garantie, danach zurückzukehren.“ Einer, der weiß, wie es Murray geht, ist Bob Bryan. Der 40-Jährige hatte letzten Sommer die gleiche Operation, die Murray vornehmen lassen könnte. Bryan steht wieder auf dem Platz, wiedervereint mit Zwillingsbruder Mike. Die beiden gewannen heute ihr Auftaktmatch. Bryan spricht Murray Mut zu. „Ich bin der einzige Typ auf der Tour, der mit einer Metallhüfte spielt. Ich glaube, dass Murray nach solch einer Operation zurückkommen kann“, sagte Bryan. Die Doppellegende schränkte jedoch ein, dass die Hüfte im Einzel viel mehr gefordert werden würde als bei ihm im Doppel. Murray hatte sich in den letzten Monaten immer wieder bei Bob Bryan über die Operation und den Heilungsprozess erkundigt.

Aljaz Bedene beweist Humor 

Und wieder ist es nichts geworden für Aljaz Bedene. Die gestrige Niederlage gegen Alexander Zverev bedeutete die siebte Erstrundenniederlage für den Slowenen in Melbourne – bei sieben Teilnahmen. Als auf der Instagramseite der Australian Open ein Posting mit Roger Federer erschien mit dem Zusatz: „Reißt eure Hände in die Höhe, wenn ihr bei den Australian Open nie ein Zweitrundenmatch verloren hat“, bewies Aljaz Bedene Humor. Der 29-Jährige setzte das passende Emoji unter das Posting. Und Bedene hat Recht. Er hat tatsächlich nie ein Zweitrundenmatch in Melbourne verloren.

Osaka auf dem Cover des „Time Magazine”

Mit dem US-Open-Titel ist Naomi Osaka in den Club der am besten zu vermarktenden Athletinnen eingezogen. Das Interesse an der smarten Japanerin ist groß. Osaka bekam nun einen Ritterschlag – ein Cover auf dem bekannten „Time Magazine“. Im Interview spricht die 21-Jährige über den Vorfall im US-Open-Finale mit Serena Williams, der den Titelgewinn der Japanerin völlig überstrahlte. „Serena ist Serena. Ich habe ihr Leben nicht erfahren. Ich habe nichts gegen sie. Ich liebe sie immer noch“, sagte sie. Osakas Schwester Mari, ebenfalls Tennisprofi, enthüllte im „Time Magazine“ die Shopping-Gier ihrer jüngeren Schwester. „Sie dreht durch. Jeder Tag ist wie Weihnachten.“

Alex Corretja sorgt sich um spanisches Herrentennis

Die Zeiten der spanischen Armada sind vorbei. Zwar stehen derzeit immer noch zehn Iberer in den Top 100 im ATP-Ranking. Doch es scheint eine Durststrecke mit wenig Titeln bevorzustehen, wenn die Karriere von Rafael Nadal vorbei ist. Alex Corretja, der in Melbourne als TV-Kommentator arbeitet, sorgt sich ein wenig um die Zukunft im spanischen Herrentennis. „Es wird weiterhin Spieler geben, aber es wird schwer für uns in der Post-Rafa-Ära. Aber das ist auch anderen Ländern passiert. Deutschland mit Graf und Becker. Die USA mit Sampras und Agassi. Oder auch Schweden. Die Zeit nach Nadal wird nicht einfach, weil jeder Vergleich unmöglich ist.”