Die Dokus der Tenniswelt

Rafael Nadal Bild: Imago

Veröffentlichte im Mai seine Doku-Reihe "RAFA": Rafael Nadal.

Durch Tennis-Dokumentationen bekommen Fans Einblicke in die Leben der Stars auf und abseits des Courts. In diesem Jahr veröffentlichten sowohl Rafael Nadal als auch Novak Djokovic ihre neuen Projekte.

Eine Übersicht einiger Dokumentationen aus dem Bereich Tennis:

„RAFA“ – Rafael Nadal (2026)

Rafael Nadal ist bekanntlich einer der erfolgreichsten Spieler der Historie im Tennis. Insgesamt gewann der Spanier während seiner 23 Jahre langen Karriere 22 Grand Slam-Titel. Oft als „König des Sandplatzes“ bezeichnet, gewann Nadal 14 seiner 22 Titel auf der roten Asche in Paris bei den French Open. Ansonsten triumphierte er viermal bei den US Open und jeweils zweimal in Wimbledon und Melbourne.

Am 13. September 2010 (im Alter von 24 Jahren) komplettierte er den Karriere-Golden-Slam mit seinem Sieg in Flushing Meadows – das bedeutet, dass die spanische Tennislegende im Laufe der Karriere bei allen vier Grand Slam-Turniere mindestens einmal siegte und zusätzlich die Goldmedaille im Einzel bei den Olympischen Spielen (2008 in Peking, 2016 in Rio de Janeiro triumphierte er im Doppel) gewann.

Im November 2024 beendete der Spanier, der insgesamt 209 Wochen an der Spitze des ATP-Rankings stand, seine außergewöhnliche Karriere bei den Davis Cup-Finals in Málaga. Einen schonungslosen Einblick hinter die Kulissen seiner Karriere, die von einem unermüdlichen Kampfgeist geprägt war, erhielten Tennisfans dann Ende Mai diesen Jahres – die vierteilige Dokumentarserie „RAFA“ erschien weltweit auf Netflix.

Die Episoden beleuchten die Karriere des 14-fachen Roland Garros-Champions: von seinen Anfängen, seinem verletzungsbedingten Comeback bis hin zu seinem Abschied 2025. Nadal gibt exklusive Einblicke in seinen Kampf gegen den eigenen Körper und seinen Umgang mit den Verletzungen. Der Spanier gibt einen Einblick in das Seelenleben eines Champions, der Unglaubliches auf den größten Bühnen im Tennis geleistet hat. Ein herausstechendes Zitat des spanischen Sand-Spezialisten aus der Doku-Serie lautete: „Ich bin kein Sieger, ich bin ein Kämpfer.“

Thematisiert wird zudem die Familiendynamik, seine eigene Akademie, die Rafa Nadal-Academy sowie die prägende und langjährige Trainer-Rolle seines Onkels Toni Nadal.

„Der Wolf im Winter“ – Novak Djokovic (2026)

„Er ist der Beste aller Zeiten“, sagt Andre Agassi im Trailer des Dokumentarfilms „Der Wolf im Winter“. Gemeint ist Novak Djokovic. Der 39-Jährige hält den Allzeit-Rekord von 24 Grand Slam-Siegen im Herren-Einzel. Als einziger Spieler schaffte er es, jedes Grand Slam-Turnier mindestens dreimal zu gewinnen. Die meisten Siege erzielte er in Melbourne bei den Australian Open – insgesamt zehn Mal, so oft wie kein anderer, triumphierte er in der Rod Laver Arena.

Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 gewann der serbische Ausnahmespieler die Goldmedaille und komplettierte den Karriere-Golden-Slam. Djokovic ist die längste Nummer eins in der Historie des Tennissports: insgesamt 428 Wochen stand er an der Spitze der ATP-Weltrangliste.

Was es bedeutet, „der Beste aller Zeiten“ zu sein, erfahren Fans in dem am 20. August erschienenen Dokumentarfilm, der auf Prime-Video verfügbar ist. Regisseur ist Jason Hehir (bekannt aus der preisgekrönten Doku-Serie „The Last Dance“ über Michael Jorden und die Chicago Bulls).

In etwa 90 Minuten gibt Djokovic einen persönlichen Einblick in eine Karriere, in der er lange Zeit als „Außenseiter“ galt. Thematisiert wird sein Image als „Party-Crasher“, als er sich in die legendäre Rivalität zwischen Rafael Nadal und Roger Federer einmischte. Der Serbe beleuchtet seine Kindheit im kriegsgeprägten Serbien und die Opfer, die seine Familie für seine Karriere brachte, ebenso wie Einblicke in die Dynamik seines jetzigen Familienlebens. Der Dokumentarfilm zeigt Djokovic nicht nur als „GOAT (“Greatest Of All Time“), sondern auch als Menschen, als Vater, als Ehemann, als Zweifler und als mentalen Champion.

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Gab in seiner Doku Einblicke in das Leben eines 24-fachen Grand Slam-Champions: Novak Djokovic.

Es wird schnell klar: Djokovic selbst ist sein größter Kritiker – trotz einer unglaublichen Karriere, die in die Historie des Tennissports eingeht. „Es gibt Tage, an denen ich das Gefühl habe, der Beste zu sein und es gibt Tage, an denen ich stark an mir zweifle“, sagt er.

„Federer: Zwölf letzte Tage“ – Roger Federer (2024)

Im August 2026 wurde Roger Federer offiziell in Newport, Rhode Island in einer tränenreichen Zeremonie in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen. Die Laudatio wurde von seiner Ehefrau Mirka gehalten. Den offiziellen Hall-of-Fame-Ring erhielt Federer dann im Arthur Ashe Stadium in New York. Präsentiert wurde der Ring von der Hall-of-Fame-Präsidentin und ehemaligen Weltranglistenersten Kim Clijsters.

Der Tennisstar aus der Schweiz wurde bereits in seinem ersten Jahr, in dem es überhaupt möglich war, direkt gewählt- vier Jahre nach seinem Rücktritt. Federer, der mit 20 Grand Slam-Titeln und insgesamt 103 ATP-Einzeltiteln zu den prägendsten Spielern der Geschichte zählt, blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück.

Acht seiner 20 Grand Slam-Titel gewann der Schweizer in Wimbledon. Damit ist er Rekordsieger im Herreneinzel. 310 Wochen stand er insgesamt an der Spitze der Weltrangliste. Bis heute hält er den Rekord für die meisten Wochen (237) an der Weltranglistenspitze in Folge (zwischen Februar 2004 und August 2008). Bei den Olympischen Spielen 2008 gewann Federer an der Seite des Schweizers Stan Wawrinka, der seine Karriere nach der Saison 2026 beenden wird,  die Gold-Medaille. 2012 in London gewann er Silber im Einzel.

Im September 2022 beendete Federer seine Profikarriere. Sein letztes Match spielte er in London beim Laver Cup an der Seite von Rafael Nadal.

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Wurde im August 2026 in die International Tennis Hall of Fame aufgenommen: Roger Federer.

Im Juni 2024 wurde die Dokumentation „Federer: Zwölf letzte Tage“ auf Amazon Prime Video veröffentlicht. Regie führte Oscar-Preisträger Asif Kapadia. Der Film konzentriert sich konkret, wie der Titel bereits verrät, auf die letzten zwölf Tage von Federers Karriere – beginnend mit seiner emotionalen Rücktrittserklärung. Auch seine langjährigen Rivalen Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray kommen zu Wort.

„Break Point“ – ATP- und WTA-Tour (2023 und 2024)

Die Netflix-Serie „Break Point“ gibt einen Einblick in den Alltag der Profis auf der ATP- und WTA-Tour. Insgesamt wurden zwei Staffeln veröffentlicht, die erste 2023, die zweite folgte 2024. Produziert wurde die Serie von den Machern des Formats „Formula 1: Drive to Survive“.

Auf der WTA- Tour wurden beispielsweise Spielerinnen wie Aryna Sabalenka, Paula Badosa, Maria Sakkari, Ajla Tomljanovic, Ons Jabeur, Iga Swiatek und Coco Gauff in ihrem Leben auf der Profi-Tour begleitet.

Die Hauptcharaktere der ATP-Tour waren unter anderem Nick Kyrgios, Matteo Berrettini, Taylor Fritz, Felix Auger-Aliassime, Casper Ruud, Frances Tiafoe sowie Alexander Zverev, Stefanos Tsitsipas und Daniil Medvedev.

Eines der Hauptthemen der Serie ist der Leistungsdruck auf der Tour und das mentale Innenleben der Profis.

„Auf ganzer Linie – die Richard Williams Story“ – Richard Williams, Serena und Venus Williams (2022)

Richard Williams, Vater und langjähriger Trainer der Legenden Serena und Venus Williams, gibt in „Auf ganzer Linie – die Richard Williams Story“ einen persönlichen Einblick in sein Leben. Es geht um den Traum und dem damit verbundenen steinigen Weg, seine Töchter zu Tennisstars zu machen – in einer Zeit, in der Tennis fast ausschließlich als eine elitäre, weiße Sportart galt.

Der eiserne Willen und Ehrgeiz machten sich bezahlt. Die Williams-Sisters schrieben die Geschichtsbücher des Tennissports um. Gemeinsam im Doppel gewannen die US-Amerikanerinnen 14 Grand Slam-Titel und drei olympische Goldmedaillen. Beide erreichten die Spitze der Weltrangliste und wurden zu vielfachen Grand Slam-Champions. Venus Williams gewann sieben Grand Slam-Titel im Einzel, Serena Williams 23.

Es gibt neben der Doku auch noch einen Spielfilm über die Williams-Story – „King Richard“. Richard Williams wird in dem Filmdrama von 2021 von Will Smith gespielt. Serena Williams wird von Thea Frodin gespielt, die inzwischen selbst auf der Tour unterwegs ist: Platz 482 auf der Weltrangliste. Die 17-Jährige gab in diesem Jahr ihr Debüt bei den US Open, spielte im ersten Match gleich gegen die spätere Turniersiegerin Elena Rybakina und verlor 3:6, 2:6.

Bei der Oscarverleihung 2022 war „King Richard“als bester Film und Will Smith als bester Hauptdarsteller nominiert. Zach Baylin, der Drehbuchautor, war für das beste Drehbuch nominiert.

Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.